Nachdem ich mich in den letzten Tagen immer wieder stückweise durch die Diskussion gekämpft habe, möchte ich mich ebenfalls dazu äußern. Leider kann ich solche Themen oftmals nicht richtig verfolgen, wenn sie aktuell besprochen werden. Ach ja, Mereko, du kannst übrigens froh sein, dass Dark_Phalanx auf die Provokation nicht eingegangen ist und keine Beschwerde eingereicht hat - sonst hätte es vielleicht Konsequenzen gegeben. Der Glaube ist ein sehr persönliches Thema für viele Menschen und man sollte das respektieren. ;)
Vorweg muss ich sagen, dass ich Religionen ebenfalls sehr kritisch gegenüberstehe. Gleichwohl verurteile ich nicht die Personen, die glauben. Vielmehr bewundere ich es, wie man aus dem Glauben so viel Kraft und Überzeugung schöpfen kann (natürlich nur im positiven Sinne, Fanatismus ist nicht sonderlich bewundernswert).
Dass die Medien den Islam wiederum in ein schlechtes Licht rücken, steht außer Frage. Wer will schon von den vielen Muslimen hören, die sich nie etwas zu schulden kommen lassen, wenn man dagegen von den wenigen Selbstmordattentätern und dergleichen berichten kann? Es gibt in jeder Religion Menschen, die einfach übertreiben, von diesen sollte man allerdings nicht auf die Allgemeinheit schließen.
Jedenfalls muss ich trotzdem sagen, dass ich, wie es auch bei anderen Religionen der Fall ist, einige Aussagen des Islams in der heutigen Zeit tatsächlich für nicht mehr aktuell halte. Zumindest kann man nicht mehr die selbe Deutung aufrecht erhalten, wie sie vor Jahrhunderten bereits galt. Das genaue Verständnis von Werten wandelt sich einfach, das ist ein unvermeidbarer Prozess und eine Religion muss, wenn sie mithalten und wirklich aussagekräftig bleiben will, bis zu einem gewissen Grad flexibel sein. Zumal man, wie selbst im Anfangsbeitrag steht, stets den historischen Kontext beachten muss.
Ein Beispiel wäre die jungfräuliche Ehe. Früher hatte es sicher Sinn und Zweck, Geschlechtsverkehr erst innerhalb der Ehe zu erlauben, da die Gefahr einer Schwangerschaft noch nicht durch funktionierende Verhütungsmittel verhindert werden konnte. Eine Vaterschaft konnte zugleich nicht nachgewiesen werden, somit müsste niemand die Verantwortung übernehmen und für eine Frau mit Kind gab es in früheren Zeiten wenig Arbeit, um sich selbst versorgen zu können. Folglich ist das Verbot von Geschlechtsverkehr vor der Ehe damals keineswegs dumm gewesen, sondern war nahezu ein Schutz davor, das Leben zu ruinieren. Aber wieso sollte man heute noch daran festhalten, wo es einerseits gute Verhütungsmethoden gibt und andererseits eine Frau mit Kind sich ohnehin nicht zwingend in Abhängigkeit eines Mannes begeben muss? Natürlich ist das auch eine Frage der Wertevorstellung, nur - wem und wie schadet denn ein solcher Zustand (genaue Beispiele wären hier interessant)? Was spricht dagegen, mit jemandem zu schlafen, mit dem man nicht verheiratet ist, diese Person jedoch liebt?
Und ja, ich habe mir vorläufig nur einen Aspekt herausgepickt, da die Thematik sehr umfangreich ist und man viel darüber diskutieren kann. Ich hoffe, man nimmt mir das nicht übel. Eigentlich sehe ich durchaus die Komplexität.