Also ich hab auch nicht viel Ahnung aber letztes Jahr habe ich relativ erfolgreich einen Hokkaido-Kürbis großgezogen. Dafür dürfte es jetzt vielleicht schon zu spät sein für dieses Jahr. Ich hatte das Gefühl, dass die Pflanze ziemlich pflegeleicht war aber viel Wasser und ab und an Dünger braucht. Ich hab sie in einen toten Fleck Erde unter einen Nadelbaum gesetzt, weil sonst nirgends Platz war. Ich denke, dass ein Kürbis normalerweise sehr fruchtbare Erde braucht, aber bei mir hat es aus irgend einem Grund auch so geklappt. Immerhin kamen 3 mittelgroße Kürbisse dabei heraus. So ein Kürbis breitet sich aber sehr aus und braucht deshalb viel Platz. Dieses Jahr versuch ich mich an Chilis (Lila Luzis und Sweet Banana) aber bisher kann ich dazu nichts sagen. Ob diese ganzen Aktionen Geld sparen im Vergleich zum Gemüsekaufen weiß ich nicht, ich fürchte nicht so wirklich.
Ich hab die Inflation zwar sehr gespürt aber kam mit meinem mittelprächtigen Gehalt gut zurecht. Dazu muss ich sagen, dass ich generell recht sparsam lebe (wahrscheinlich zu sparsam) und den Großteil des Geldes auf die Seite legen kann. Jetzt ist dieser Prozentsatz einfach ein Stück geringer. Zum Jahresanfang habe ich einen neuen Job angenommen, durch den ich täglich insgesamt 70 km fahren muss. Zuvor war mein Arbeitgeber 5 km entfernt. Deshalb erlebe ich jetzt insbesondere den teuren Sprit hautnah mit. Ich habe auch bemerkt, dass die Tankstellen in den letzten Wochen langsam wieder die Preise angezogen haben, so dass die 30 Cent Steuerersparnis in den kommenden Monaten wohl in erster Linie den Tankstellen oder den Ölkonzernen zu Gute kommen wird. Am Ende zahl ich sicher doch wieder mindestens 1,90 bis 2 EUR für den Liter E10 Benzin.
Mein Verhalten habe ich z. B. in Bezug auf meine Fahrweise geändert. Da bin ich jetzt besonders vorausschauend und hab es mir schon fast zu so einer Art "Spiel" gemacht, möglichst wenig zu Verbrauchen. Immerhin bin ich jetzt schon deutlich unterhalb der Herstellerangaben. Aber wenn man bedenkt, dass man vor ein paar Monaten Literpreise von 1,60 EUR noch als viel empfand und man jetzt oft mehr als 2 EUR zahlt, kann auch das nicht mehr viel ausgleichen.
Einen Vorteil habe ich bei meinem furchtbaren Vermieter entdeckt: Der beschwert sich zwar bei jeder Gelegenheit über die steigenden Preise, schnallt aber nicht, das eine gewisse Inflation normal ist und man die Miete auch mal erhöhen könnte. Da habe ich wirklich Glück, auch wenn ich sonst definitiv kein gutes Haar an diesem Menschen lassen würde.
Außerdem arbeite ich mittlerweile bei einem Arbeitgeber, der regelmäßig die Gehälter aller Arbeitskräfte ein klein wenig anhebt. Zwar gleicht das die Inflation noch nicht aus, aber zuvor war ich bei einem Blutsauger beschäftigt, bei dem die letzte Mitarbeiterübergreifende Gehaltsverbesserung noch in D-Mark statt fand und es auch viele Jahre nach dem Einstieg keinerlei Aussichten auf eine Anpassung gab.
Ich wünschte der Staat würde die besonders Einkommensschwachen, die teils noch deutlich weniger verdienen als ich, auch besonders unterstützen. Ständig ließt man von massiven Förderungen für E-Autos und Photovoltaikanlagen, dabei kommt sowas eh nur für Leute in Frage, die finanziell auf einigermaßen sicheren Füßen stehen müssen. Trotzdem müssen auch die unpriviligierten Mieter und Geringverdiener solche Sachen mitfinanzieren. Mittlerweile leide ich an so einer Art Politikverdrossenheit, weil auf einen sozialen Umgang und Hilfe für die, die Hilfe brauchen, anscheinend nicht viel Wert gelegt wird.