Kopfschuss oder Wattebällchen?

  • Die richtige Linie zu finden ist nicht einfach. Da ich mich immer in andere hineinversetze und mich ihnen so gegenüber verhalte, wie ich es umgekehrt gerne hätte, werde ich nie den Vorschlaghammer zücken. Bei Problemgesprächen in größerer Runde hälte ich mich eh zumeist raus.
    Wichtig ist es demjenigen nicht die Augen zu verschließen. Dabei ist auch hilfreich klare Stellungnahmen im Vorraus zu beziehen, wie es Midna schon geschrieben hat.


    Solche Gespräche gab es zuletzt mit einem Freund von mir wegen eines Beziehungsendes. Da ich ihn nicht oft sehe, fanden diese Gespräche zumeist über Internet statt. Ich schlage mich nie auf eine Seite, sondern bewerte die Dinge so objektiv wie möglich und da ich ihn erst kennengelernt habe, als die beste Freundin meiner Freundin ihn als ihren Freund vorgestellt hat und ich sie auch gerne mag, war die Objektivität kein schwieriges Unterfangen. Da ich beide gut einschätzen konnte, konnte ich ihre und seine Fehler gut aufzeigen. Zudem hatte ich eine ähnliche katastrophale Beziehungsendphase durchleb, sodass ich ihm gut mein Verständnis und meine Lösungen vorschlagen konnte. Hilfreiche Äußerungen kann man aus meiner Sicht nur dann darbieten, wenn man das Problem des Gegenübers wirklich grundlegend versteht. Ansonsten kommen nur Floskeln dabei raus.

  • Das kommt auf den Menschen an, dem ich etwas mitteilen möchte. Wenn ich meinem Freund die Meinung sage, kann der verstehen, dass ich es nicht böse meine, sondern ihm lediglich helfen will. Doch Leute, die vielleicht über mir stehen oder mit denen ich nicht viel zu tun habe, würden das sicherlich nicht so verständnisvoll und glücklich hinnehmen.
    Generell behaupte ich, dass negative Kritik, wie berechtigt sie auch sein mag, nichts bringt, denn dadurch kann keine der beiden Seiten profitieren. Die meisten fühlen sich dadurch lediglich vor den Kopf gestoßen und ändern tun sie sich dadurch trotzdem nicht, da sie sich im Recht glauben und nicht sehen, wie sie sich und anderen eventuell damit schaden oder bereits geschadet haben.
    Nehmen wir einmal die Schule als Beispiel. Welches Kind fühlt sich nicht schlecht, wenn es von seinem Lehrer aufgrund seiner schwachen Leistungen in manchen Bereichen aufgeschimpft und kritisiert wird? Da hört es gar nicht erst auf dessen Worte und sieht lediglich den bösen Lehrer. Wird das Kind allerdings von diesem ermutigt und angesichts seiner guten Leistungen, die es ebenso erbringt, gelobt, fühlt es sich motiviert und hat im besten Fall den Drang, sich auch in den schwachen Bereichen zu verbessern.
    Ich meine nicht, dass man die Dinge, die einen am anderen stören, unausgesprochen lassen sollte. Jedoch würde ich nie jemandem ohne Sang und Klang die Meinung ins Gesicht pfeffern, sondern ihn stattdessen auf seine Fehler aufmerksam machen und gemeinsam mit demjenigen nach einer Lösung suchen. Das hat meiner Meinung nach auch nicht mit Wattebällchen zu tun, sondern ist einfach eine freundliche Geste.

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