Rebecca von Daphne du Maurier habe ich neulich ausgelesen. Ein fesselndes Buch, wie ich finde, obwohl ich ja leider nur die deutsche Übersetzung habe; das Original ist vermutlich noch besser. Die Handlung bietet noch einige unvorhersehbare Wendungen und es bleibt bis zum letzten Wort absolut spannend, vor allem auf psychologischer Ebene ist das Verhalten der Personen und der Verlauf ziemlich interessant. Das Ende war leider etwas ernüchternd - keinesfalls schlecht, nur ungerecht und ... argh, solche offenen Enden machen mich einfach fertig (wobei die Art des Endes absehbar war, allerdings nicht, wie es dazukommt). xD
Nach wie vor lese ich noch Die Elixiere des Teufels von E. T. A. Hoffmann, aber da schleppt sich die Handlung gerade etwas. Dieser Friseur, bei dem sich der Protagonist die Haare schneiden lässt, geht mir auf den Keks. 
Zusätzlich habe ich Die Päpstin von Donna W. Cross begonnen. Auch hier ist es zwar nur die deutsche Übersetzung (das Buch gehört ja eigentlich meiner Großmutter), aber ich muss sagen, es liest sich unglaublich flüssig. Der Schreibstil ist lebendig und man taucht regelrecht in die Handlung ein, als stünde man unmittelbar daneben; außerdem ist es spannend aufgebaut, so dass ich es kaum weglegen will.
Das Buch erzählt die im Frühmittelalter angesiedelte Geschichte des Mädchens Johanna, Tochter eines englischen Priesters und einer heidnischen Mutter, das im kleinen Dorf Ingelheim im Frankenreich aufwächst. Johanna ist zwar überaus intelligent und begabt, doch da sie ein Mädchen ist, wird das kaum unterstützt - man hält sie deswegen sogar für widernatürlich, stehen ein scharfer Verstand, Bildung und Wissen ausschließlich Männern zu.
Dank ihres wachen Geistes schafft sie es trotz aller Schwierigkeiten und diverser Schicksalsschläge, ihren Durst nach Wissen immer wieder zu stillen: Zunächst in der Domschule von Dorstadt, dann im Kloster zu Fulda, in das sie als Mann verkleidet eintritt; nach einigen Vorfällen und Verwicklungen schafft sie es sogar nach Rom und steigt dort aufgrund ihrer großen Gelehrtheit und ihres medizinischen Könnens zum Leibarzt des Papstes auf (natürlich täuscht sie weiter vor, ein Mann zu sein). Auch gibt es da noch den Markgrafen Gerold, den sie seit ihrer Ankunft bei der Domschule kennt und für den sie sehr starke Gefühle hegt, die alles andere als einseitig sind, und mit dem es zu einem unverhofften Wiedersehen kommt ...
Bisher gefällt mir das Buch richtig gut, obwohl es in meinen Augen einige Schwachstellen besitzt. Manchmal habe ich das Gefühl, die Situationen wirken zu lebensnah, das heißt, sie erscheinen mir etwas zu modern angehaucht, damit ein Leser der heutigen Zeit sie besser nachvollziehen kann. Besonders die Hauptpersonen (Johanna und Gerold) haben teilweise relativ moderne Ansichten; während der Großteil der Nebenfiguren im Kontrast dazu ein recht engstirniges, konservatives Denken pflegt und die Antagonisten sind (für den Leser) gelegentlich ein wenig zu durchschaubar niederträchtig und unsympathisch.
Außerdem ... ein paar Dinge kommen mir, was den historischen Aspekt betrifft, nicht so ganz richtig vor und die lateinischen Wendungen sind für meinen Geschmack an einigen Stellen zu frei übersetzt (zumindest in der deutschen Fassung). Jaaaa ... mich stört es eigentlich selbst, dass mir das überhaupt auffällt, ich will ja lieber unterhalten werden. Dafür ist die Liebesgeschichte schön und die verschiedenen Handlungsstränge im Buch werden ebenfalls geschickt miteinander verwoben. :3
Gerade bin ich bei dem Punkt, an dem der Papst, dessen Leibarzt Johanna ist, gestorben ist (mir fehlt schätzungsweise noch ein Viertel des Buches). Ich weiß, was jetzt folgen wird; und ich weiß leider auch, wie das Buch ausgehen wird, da ich die Legende über die Päpstin Johanna bereits kenne.
Das nächste Buch, das ich lesen werde, muss unbedingt ein richtig schönes Happy End haben. Ich brauche eigentlich keine solchen Happy Ends, aber wenn das nächste Buch wieder keines hat, dann deprimiert mich das allmählich. xD