Ich habe den Film gestern erst gesehen, die Eindrücke, die er hinterlassen hat, sitzen also noch relativ tief. (Spoilerwarnung!)
Ich habe es nie über mich gebracht, den Hobbit zu lesen. Damals, als er uns in der 7. Klasse aufgezwungen wurde, habe ich, als geschickter Drückeberger es geschafft, damit durchzukommen und habe es seitdem nie bereut. Nicht zuletzt war es mir dadurch möglich, diese Trilogie der Hobbit Filme ungespoilert anzusehen, was wohl auch der Grund war, weshalb sie mich so geflasht hat. Aber genug der Hintergrundgeschichten, was zählt ist, dass ich von der Story keine Ahnung hatte. Ich bin in die Schlacht der fünf Heere gegangen, ohne Erwartungen, nur mit Vermutungen. Ich hatte keine Ahnung, wie sich die Story auflösen würde, ich wusste nur eines: Der Hobbit ist ein Kinderbuch. Nicht, dass ich sonderlich viel Ahnung von Kinderbüchern hätte, es ist nur so, dass in meinen Gedanken nie die Möglichkeit eines derartig dramatischen Endes aufkam. Kinderbücher haben Happy-Endings, oder? Nun, vermutlich ist meine Naivität der Tatsache geschuldet, dass ich nie sehr belesen war, was Bücher angeht. Und wow... ich sitze in dem Film und BÄM! Die Realität schlägt mir ins Gesicht, und das nicht nur einmal, sondern gleich dreimal. Gnadenlos gebitchslapt. Brutal, sage ich. D':
Fili wird von Azog ermordet, Kili stirbt im Kampf gegen Bolg und Thorin erliegt nach dem Sieg über Azog seinen Verletzungen. Tauriel verbleibt für den Rest ihres unsterblichen Lebens mit gebrochenem Herzen. All die schönen Enden, die ich in meinem Kopf aufgebaut habe, stürzen ein und zerfallen zu Staub. Die Schlacht ist gewonnen, Sauron und die Nazgul sind verjagt, die Armee Orks besiegt. Die Bewohner der Seestadt, jedenfalls jene, die das Drachenfeuer und die Angriffe der Orks überlebt haben, können in Frieden weiterleben, unter ihnen auch der Familienvater mit seinen Kindern, dessen Name mir nicht mehr einfallen mag. Legolas distanziert sich von Thranduil, die verbliebenen Zerwege haben ihr Zuhause wieder und Bilbo geht auch wieder zurück ins Auenland. Ein mehr trauriger als fröhlicher Abgang... durchaus würdig, als Drama bezeichnet zu werden. Und darauf war ich nicht gefasst, ganz und gar nicht. Ich glaube nun ansatzweise zu wissen, wie Tauriel sich fühlen muss. ;w; Wieso, Tolkien, wiesoooo... du Monster!!
Irgendwie fällt es mir schwer, das alles zu akzeptieren... all dies hätte nicht so kommen müssen. Was ist aus den Zwergen geworden, die in den vergangenen Filmen noch so ein eingespieltes Team waren? Sie konnten sich gegen Orks in ihrer eigenen Stadt durchsetzen, sind in Fässern einen reißenden Fluss hinab getrieben und haben sogar Smaug überlebt, alles durch einwandfreies Teamwork. Hätten nicht mehrere auf einen Steinbock gepasst? War es wirklich notwendig, dass Fili im Alleingang Azog in die Hände läuft und auch Kili und Thorin einem übermächtigen Feind gegenüber stehen? Ich weiß nicht... es erscheint mir alles so unnötig traurig und ich bin nicht gerade glücklich darüber. Aber vielleicht spricht aus mir auch einfach nur die Trauer... ich denke, ich werde mir den Film noch mehrmals ansehen müssen (was ich gewiss tun werde), bevor all die Eindrücke verdaut sind.
Aber hey, der Troll, der mit dem Kopf voran gegen die Mauer gesprungen ist, war super. ;^-^; Vermutlich meine lieblings Actionszene, sogar noch besser als der Kampf von Legolas gegen Bolg.