Beiträge von Tido

    nunja, meistens findet doch jeder per se seine Muttersprache besser, da man Klang und Rhythmik der Sprache besser versteht als andere, deswegen denke ich, dass kaum einer hier angeben wird, dass er die englische Version besser findet.


    Ich persönlich mache die Erfahrung, dass ich immer die Version besser finde, die ich zuerst gespielt habe, also wenn ich Ocarina of Time zuerst auf Englisch gespielt habe, finde ich die englischen Namen besser, wenn zuerst auf deutsch, finde ich die deutschen Namen besser.


    Ich muss aber sagen, dass das nicht für alle Bereiche des Lebens gilt. Bei FIlmen z.B. schaue ich mittlerweile nurnoch in Originalsprache, weil die Synchronisation besser ist. Wenn es dabei eine Sprache ist, die ich nur wenig oder gar nicht kann schaue ich eben mit Untertitel.


    Aber Sprachvielfalt heißt natürlich nicht, wie Yliane schreibt, dass man die Sprachen miteinander vermischen sollte. Man sollte sie schon so "rein" wie möglich halten, da es sonst sehr schnell in einer Halb-Sprache mündet, die gar nicht gut klingt.

    @Vici: Danke!


    Nur zur kleinen Klarstellung: Homophobie kam nicht mit dem Christentum, sondern mit den abrahamitischen Religionen im Allgemeinen. Kleiner aber feiner unterschied - damit sind Islam und Judentum genauso wenig unschuldig wie die Christen.


    Allerdings muss man betonen, dass die von dir zitierte Stelle zwar nicht gegen Homosexualität spricht, aber doch kein klarer Verweis dafür ist.


    Dagegen gibt es jede Menge Stellen in der Bibel, die ganz klar gegen Homosexualität sind, namentlich als Beispiele:


    Genesis 19,5 ff
    Judas 1:7
    Levitikus 18,22 und 20,13


    Es gibt natürlich noch einige mehr, aber das sind wohl die drastischsten Stellen. Pro-Stellen sucht man hingegen in der Bibel absolut vergeblich.

    Also ich finde solchen Kram immer sehr spannend, und ich suche jetzt nicht ständig danach, also habe ich z.B. heute das erste Mal den Zelda-Rap gesehen durch diese News... dementsprechend finde ich es schon sehr sinnvoll und bedanke mich dafür.


    Neuigkeiten auf der E3 werden aber bestimmt auch spannend sein... bringt mir aber auch nichts, weil ich mir keine WiiU leisten kann...

    Hallo Antiheld,


    ich finde, du hast da einen tollen Post abgeliefert, und ich fände es schade, wenn dieser einfach sang- und klanglos im Datenverkehr untergehen würde, also will ich es mit einer Antwort würdigen und auf deine Punkte eingehen.


    Zitat

    Zu dem zitierten Text:
    Den geschichtlichen Hintergrund hat Tido wirklich sehr gut zusammengefasst, wenn du wirklich "erst" 15 bist hast du da meinen höchsten Respekt, dass du das mit dem Alter schon so fundiert außeinander genommen hast.


    An dieser Stelle vielen Dank für das Lob! Ja, das Alter im Profil stimmt; Hier hatte ich (in anderem Kontext) eine kleine Erklärung dazu abgegeben, weshalb ich trotzdem schon nächstes Jahr Abitur mache. Ich war eben immer in einer Klasse mit älteren, und damit bin ich genauso befähigt wie jeder andere Abiturient. Da wir zudem den ersten Weltkrieg und die Vorgeschichte dazu erst vor kurzem gemacht haben, ist es klar, dass ich auch stofflich den Inhalt draufhabe. Und schließlich ist man mit 15 jetzt nicht SO wahnsinnig weit weg vom Erwachsenensein wie ein Kind...


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    Wie schon gesagt werden Kriegsauffassungen und Geschichtsdeutungen vom Autor genannt, die heute nicht mehr Mainstream sind.
    Der von Roberts zitierte Harry Elmer Barnes hat Quellen gefälscht um seine revisionistische Theorien als schlüssig darzustellen und sein politisches Weltbild zu propagieren. Daher kann man ihn nicht mehr seriös zitieren oder auch nur als Fundament seiner eigenen Argumentation nennen. Ich habe selbst ein ganzes Uni-Semester 1880 - 1914 durchgenommen und dort den Mentalitäts und Gesellschaftswandel in der Zeit in einer Vorlesung beleuchtet, dies geschah sehr stark angelehnt an den Thesen von Christopher Clark, einerseits sind diese auch zumindest grenzwertig, andererseits würde Clark selbst sich der Interpretation von Roberts bestimmt wehren.


    Ach! Tatsache? Dann ist das noch dreister von Herrn Roberts.



    Zitat

    Hier muss ich dir widersprechen. Als Lehramtstudent der dann auch noch Geschichte und Politik studiert, teilweise Philosophie belegt und vorher Soziologie studiert hat und sich privat auch sehr viel in den Bereichen bewegt weiß ich sehr gut von was ich da spreche.
    Also erstmal zu den Nachrichten, in den letzten Jahrzehnten wurden immer mehr Medien so zusammengekauft, dass sie in den Händen ganz weniger Leute liegen ist auch hier so, auch wenn es hier nicht so offensichtlich wie zum Beispiel Italien ist. Hinzu kommen die ganzen Thinktanks und Stiftungen, in denen viele Wissenschaftler als auch Journalisten sitzen und somit unserer Publikationen schon sehr deutlich lenken (Video).
    Da die "andere Seite" oftmals so reißerich und unseriös ist, wie dieser Roberts als Beispiel muss man um sich ausgewogen zu informieren, beide Seiten betrachten, ausländische Medien hinzuziehen und bestenfalls wissenschaftliche Publikationen von Historikern, Soziologen, Politikwissenschaftlern... zu Rate ziehen. Das ist aufgrund der Komplexität sowie des Zeitaufwandes für den Normalbürger kaum möglich, der schaut ja noch nichtmal eine politische Doku auf Arte. Beim Durchschnittsbürger kann man schon froh sein, wenn er wenigstens die halbwegs seriöse Tagesschau der BILD-Zeitung vorzieht.
    Ja Lehrer, Professoren etc. wollen den mündigen Bürger der kritisch ist, die Didaktik wird daraus auch ausgelegt. Aber einerseits sieht man schon, an Sachen wie G8 oder dem Bachelor-Abschluss, dass sowohl die Wirtschaft als auch wichtige Stellen der Politik lieber einen 22 jährigen "Fachidioten" in die Berufswelt schicken als einen 28 jährigen kritischen Bürger mit einer ausführlichen Bildung und einem differentierten Weltbild. Und das sind "die Eliten", wir haben eine Abiturquote von ca. 45% eine Studienanfängerquote von 38% und eine Studienabsolventenquote von 26%, der Durchschnittsbürger hat noch eine weitaus geringere Bildung, als die sowieso schon immer mehr verblödeten "Bildungseliten". Andererseits kuck dich doch einfach mal links und rechts in deinem Klassenraum um: Ich weiß ja nicht auf welcher Schule du bist, aber bei bestimmt 3/4 der Abiturienten, die ich in meiner eigenen Schullaufbahn, in meiner Zeit als Nachhilelehrer, und in meinen Praktika etc. an Schulen in meiner Zeit als Lehramtsstudenten kennen gelernt habe, bin ich echt fassungslos über deren poltitische, gesellschaftliche und soziale Unkenntnis, denn diese Leute haben später einmal führende Positionen. Bei vieler meiner Mitstudenten ist es kaum besser und wie gesagt ich studiere Politik, Wirtschaft und Geschichte und auch da haben immer noch viele wirklich 0 Plan. Wenn man sich etwas mit der Soziologie befasst, sieht man schnell, dass meine Einschätzung Mainstream soziologischer Erkenntnisse ist.
    Heutzutage wird einem oft eingetrichtert, dass Politik zu kompliziert ist und gleichzeitig wird man medial von allen Seiten zugeschissen, sodass Politik für die überwältigende Mehrheit der Menschen langweilig ist.
    Jetzt habe ich einem Nebenthema viel Zeit gewidmet, aber das ist halt etwas was mich privat sehr interessiert, daher gebe ich zu solchen Themen immer besonders viel Senf ab.


    Bei diesem Punkt möchte ich, obwohl du hier differenziert dargestellt hast wie es aussieht, nicht ganz aufgeben; es ist aber wohl einfach der Wunsch bei mir es nicht einsehen zu wollen.
    Wenn man Roberts korrekt zitiert, spricht er hier von einer historischen Ignoranz, eher, als dass er über die mangelnde Bildung insgesamt beim Durchschnittsbürger des Westens herzieht, und konkret wenn es um Geschichte geht halte ich die deutsche Bildung für nicht so schlecht, wie es hier dargestellt wird. Bei den US-Amerikanern mag es der Fall sein, dass sie geschichtlich so gebildet sind wie Schimpansen, aber bei uns ist das wohl nicht so. Zumindest kommt ein großer Teil des Wissens, was ich beim ersten Post benutzt habe um Roberts zu widerlegen, aus dem Schulunterricht – und das im Grundkurs.


    Dennoch bin ich natürlich gezwungen dir zuzustimmen. Deine Zahlen stimmen glaube ich nicht so ganz (nur 29,9% haben Abitur, weitere 13,6 Fachabitur – ich glaube du meintest wahrscheinlich beides zusammen?), andererseits stammen diese Zahlen aber auch aus dem Jahre 2006. Und, auch wie du sagtest, ja, die meisten meiner Mitschüler interessieren sich nicht die Bohne für geschichtliche, wirtschaftliche, politische, oder sonst irgendwelche Themen. Ein Großteil macht wohl Abitur, weil sie einfach keine Ahnung haben was sie sonst machen könnten, und schleichen sich dann einfach irgendwie durch. Ich unterlag aber dem Glauben, dass beim Studium die Leute wesentlich motivierter wären und zumindest dort dann Gelerntes aus der Schule anwenden und kritisch denken können – unterliege ich da eher einem naiven Glauben? :/


    Die Sache mit dem differenzierten Heranziehen verschiedener Quellen ist aber nichts, was man den Medien vorwerfen kann, sondern ganz normal, und das seit eh und je – Texte haben eben immer eine Absicht, und im Falle historischer und politischer Texte will man nunmal andere überzeugen, und fast jede Zeitung ist in irgendeiner Weise politisch orientiert. Dementsprechend war es schon immer so, dass man sich möglichst viele Seiten einer Sache anschauen musste, wenn man wirklich eine objektive Meinung haben wollte. Das macht es aber natürlich besser, und ich muss dir zustimmen.


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    Vorab ich bin kein Putinversteher, geopolitisch gibt es kein schwarz und weiß, sondern nur verschiedene Stufen von grau. Da "unsere" bzw. die amerikanische Position in den Medien sehr erhellt und die von Putin verdunkelt wird, versuche ich das mit meinem Statement etwas gerade zu rücken, das heißt aber keineswegs, dass ich irgendwelche Sympathien für Putin habe.


    Dem kann ich mich anschließen. Putin macht vieles, was ich persönlich für schlecht befinde, aber z.B. bei der Syrienfrage war ich eher auf seiner Seite als gegen ihn.


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    Um die aktuelle Lage in der Ukraine zu verstehen, muss man das Ende des kalten Kriegs beleuchten. Damals hatte Gorbatschow, der damalige Staatspräsident der Sowjetunion, einem Beitritt der DDR zu Deutschland zustimmen müssen. Er hat dies auch getan, jedoch mit der Bedingung, dass die Westmächte die NATO nicht weiter ausweitern und die NATO-Grenze mit der Grenze der DDR somit fest ist. Der damalige US-Präsident hat dem auch zugestimmt und somit konnte sich Deutschland friedlich wieder vereinigen.
    Seit dem Ende des kalten Kriegs wurde Russland wirtschaftlich vor allem unter Jelzin sehr stark ausgeraubt und geschwächt. Parallel ist die NATO entgegen der Abmachung immer weiter nach Osten fortgeschritten. Dann kam Putin an die Macht. Ich bin selbst kritisch, gegenüber Putins Auffassungen von Meinungsfreiheit, Minderheitenrechte, Menschenrechte allgemein und und und.


    Das Ausweiten der Nato betrachte ich weniger schlimm. Der Vertrag war mit einem kommunistischen Regime Gorbatschows, welcher eben seinen Wohlstandssozialismus auf den kompletten Warschauer Pakt übertragen wollte, nicht mit dem Russland im Anschluss. Die UdSSR hatte sich schließlich aufgrund Gorbatschows Unfähigkeit als Anführer aufgelöst. Er war einfach viel zu naiv und leichtgläubig und überschätzte die Stärke des Reiches. Ohne ihn gäbe es heutzutage wahrscheinlich noch die bipolare Weltordnung. Das soll nicht heißen, dass ich der Sowjetunion nachtrauere; ich halte nur Herrn Gorbatschow für eine Witzfigur... und ein Vertrag mit einem untergegangenen Reich und mit einem gescheiterten Generalsekretär der Kommunistischen Partei ist, denke ich, nicht sonderlich tragbar.


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    Rein wirtschaftlich jedoch hat er Russland mehr oder weniger vor dem totalen Untergang gerettet. Dies gelang zum Großteil, dass er dafür gesorgt hat, dass Russlands Energiequellen nicht mehr an amerikanische Konzerne verkauft sondern verstaatlicht werden. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen von Russland ist drei mal so hoch wie das in der Ukraine obwohl beide nach dem Zerfall der Sowjetunion mit den gleichen Zahlen gestartet sind. Das macht ihn in Russland sehr beliebt, in den USA jedoch nicht, denn das ist Geld, welches die Energiekonzerne für sich wollten.
    In den letzten 20 Jahren haben sich die USA nach und nach wichtige Ölquellen in den nahöstlichen Staaten unter den Nagel gerissen. Bei Syrien hat Russland so stark eingelenkt, da Russland dort eigene Interessen vertritt. Russland unterhält dort den Marinehafen Tartus, der für Russlands Militär von wichtigem Interesse ist. Ohne die Militärhäfen in Tartus und Sevastopol (Krim) ist Russlands Marine und somit Handel und Militär extremst geschwächt.


    Nun kommen wir zur Ukraine. Als Land zwischen der EU (Rumänien, Polen) und Russland haben sowohl die EU (und somit auch die USA) als auch Russland Interessen das Land für sich zu gewinnen. Obwohl die Ukraine die Auflagen der EU nicht erfüllt will die EU, dass die Ukraine sowohl der EU als auch der Nato beitritt. Russland will, dass die Ukraine der geplanten Eurasischen Union beitritt. Da der letzte ukrainische Präsident sich mehr Vorteile (ob für sein Land oder für sich ist mir selbst auch unklar) von der Eurasischen Union versprochen hat, hat sich das Land mehr nach Osten gewendet.
    Auf einmal war der Präsident undemokratisch und das Land autoritär (autoritär war es vorher schon, da war uns das aber egal und hinzu kommt, dass die Regierung demokratisch legitimiert war). Der Westen hat die Opposition kräftig unterstützt und es kam ein Putsch. Nun wird das Land von Faschisten regiert, undemokratisch und richtig autoritär und dazu noch gegen das Völkerrecht. Jedoch sind diese Faschisten antirussisch und somit Verbündete des Westens.


    Nun kommen wir zur Lage der Krim. Die Krim gehörte ursprünglich Russland. In den 50ern war der Ukrainer Nikita Cruschtschow Regierungsschäf der Sowjetunion. 1954 hat er die Krim der Ukraine zugesprochen, innerhalb der Sowjetunion hatte das eine nicht so große Bedeutung, ich würde sagen um sich bei seinem eigenen Volk beliebt zu machen, jedoch um alle Gründe dafür zu erörtern, kenne ich mich in dem Thema nicht genau aus. Als die Sowjetunion nun zerbrochen ist Stand Russland ohne die Krim da, jedoch brauchten sie den bereits erwähnten Militärhafen in Sewastopol. Daher hat Russland den Hafen gemietet und das bis 2048, mit einem Vertrag, der einseitig nicht gekündigt werden kann. Daher sind die russischen Truppen auf der Krim nicht einmarschiert, denn die sind sowieso schon immer da, genau wie die Amerikaner bei uns in Ramstein und anderen Städten.


    Das sind sehr wichtige Punkte, die du sehr sauber ausgearbeitet hast. Dafür ein Lob :D
    Lediglich eine Kleinigkeit über die man noch nachdenken müsste: Ab wann gehört eine Region „ursprünglich Russland“, d.h. wann hat denn ein Land wie Russland das Recht, Ansprüche aufgrund traditioneller Gründe zu stellen? Und ist Tradition, d.h. Gewohnheit, überhaupt eine gültige Legitimation? Die Krim gehört nämlich gar nicht mal so lange zu Russland, sondern erst seit 1783, als Katharina II die Region Russland einverleibte. Wenn es nach der Selbstbestimmung der Völker geht, darf man dann auch nicht das Ausrufen der Volksrepublik Krim im Dezember 1917 außer Acht lassen, welches aber gewaltsam niedergeschlagen wurde. Nur so ein paar Gedanken, die ich den Raum werfen wollte.


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    Da die Ukraine jetzt von undemokratischen Russlandfeinden regiert wird, hat Russland wohl Sorge bekommen, dass der Vertrag wohl nicht mehr lange bestehen wird und somit die russische Verteidigung und die russische Wirtschaft in Gefahr ist.
    Nun hat Russland gehandelt. Die Krim hat abgestimmt zu wem sie gehören möchte. Zur Erinnerung: Die Krim gehörte früher zu Russland, wird zu fast 90% von Russen bewohnt und Russland ist um einiges reicher als es die Ukraine ist. Daher war im vorhinein schon klar, wie die Abstimmung ausgehen wird. Die Krimbevölkerung wollte heim ins Reich und das am besten auch noch reich (den musste ich loslassen ).
    Nachdem die Krim sich selbst dazu entschieden hat nicht mehr zur Ukraine zu gehören, hat Russland gesagt, dass es die Krim mit seinen Soldaten die sowieso schon da (und somit nicht einmarschiert) sind schützen wird.


    Ja die Volksabstimmung war gegen das Völkerrecht, jedoch war es der Putsch in der Ukraine auch. Russland beschützt die Krim nur aus eigenen Interessen, nicht aus Menschenfreundlichkeit. Jedoch kann man hier meines Erachtens nicht von einer brutalen Ausweitung Russlands sprechen. Man merkt hier, dass die EU als Teil der NATO genau die gegenteiligen Interessen vertritt, daher wird diesbezüglich sehr stark gelogen.


    Natürlich beschützt Russland die Krim aus eigenem Interesse. „Staaten haben keine Freunde, nur Interessen“ sagte einst Charles de Gaulle, und ich finde das teilweise durchaus zutreffend. Aber wenn es zum gegenseitigen Vorteil ist, ist daran auch überhaupt nichts auszusetzen. Sonst: Ja, die Medienfeindlichkeit gegen Russland ist momentan schon etwas einseitig. Ich habe einen russischen Bekannten, welcher eine komplett andere Sichtweise auf die Dinge hat.


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    Nun gibt es diesbezüglich eine Menge Spannung, denn nach fast zwei Jahrzehnten, hat sich Russland nicht mehr gefallen lassen, dass es von allen Seiten eingeengt wird. Wie das ganze ausgeht weiß ich nicht. Jedoch war die Kriegsgefahr für uns Europäer seit dem Fall der Mauer wohl noch nie so hoch.


    Das ist wohl wahr.


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    Ich bin kein Militärexperte, jedoch halte ich die Einschätzung Tidos da für sehr voreilig. Wenn Russland so machtlos wäre, dann wären sie nicht in der Lage gewesen eine schützende Hand über Syrien zu halten. Gleichzeitig sieht man wie Russland mit der Eurasischen Union sehr wohl wieder Bestrebungen zur Großmacht hat, die auch nicht ganz unerfolgreich sind. Es ist verbündet mit anderen Atommächten wie China oder Nordkorea und auch anderen militarisch hochgerüsteten Staaten wie dem Iran.
    Ich denke auch nicht, dass Russland selbst mit seinen Verbündeten eine reale Chance gegen die USA und die NATO hat. Jedoch ist es auch leichtsinnig zu glauben, dass ein Land sich von der Nato erledigen lassen würde, ohne seine Atombomben dann doch zu nutzen. Dass sowohl Syrien und der Iran noch nicht von der USA bekriegt wurden, liegt nur an der Schutzmacht von China und Russland. Daher haben die USA und die NATO wohl so viel Respekt vor der militärischen Macht Russlands und auch Chinas, dass sie Dritte Länder nicht angreifen und das ist wohl nicht ohne Grund so. Wenn es zu einem Krieg kommen würde, könnten sich beide Seiten vernichten.
    Nachdem kalten Krieg ist die USA stetig nach Osten vorgedrungen und jetzt bildet sich geopolitisch erneut Widerstand und der Block Russland/Eurasische Union, China, Iran, Nordkorea, Syrien formiert sich als Gegenmacht. Ich habe keine Angst, dass morgen der Atomkrieg anfängt, jedoch sind es beunruhigende Zeiten.


    Nun, die Möglichkeit des Einsetzens von Nuklearwaffen habe ich auch in meinem Post erwogen. Mit herkömmlichen Waffen ist die Überlegenheit der USA nicht zu übersehen – wie man anhand des Links in meinem letzten Post feststellen konnte, aber die Bedrohung eines nuklearen Winters ist natürlich mit Russland immer gegeben. Der Punkt ist aber ebe doch der, dass alle nuklearen Mächte – wie damals im Kalten Krieg – doch eine friedliche Koexistenz anstreben, und es einfach nicht zu einem Atomkrieg kommen wird, weil sich beide Seiten darüber im Klaren sind, dass das Resultat für alle verheerend sein würde – wer zuerst schießt, stirbt als zweiter. Und selbst im Bündnis mit weiteren militärisch hochgerüsteten Staaten sind sie immernoch militärisch insignifikant gegenüber der NATO (siehe die genannte Tabelle). Sicherlich, sollten sie in einem Krieg kurz vor der Auslöschung stehen, würden sie schnell die Raketen zünden, aber dazu sollte es im Idealfall nicht kommen. Die USA will sich nicht auf einen richtigen Krieg einlassen, aber die Frage ist eben auch, ob sich Russland auf einen Krieg mit den USA einlassen wird – etwas anderes tun sie nicht, wenn sie einen direkten Angriff gen Westen planen würden.


    Die Schützende Hand über Syrien hingegen ist keine rein militärische Geschichte, sondern auch Russlands Rolle als permanentes Mitglied im Sicherheitsrat der UN. Russland hat einfach diese Position inne, und sein Schutz für Syrien war durchaus eine berechtigte Sichtweise. Das ist ein Punkt, und der einzige Punkt, in dem ich Putins Position preferiere, da es besser für die Selbstbestimmung der Völker war.


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    Den Autor kann ich trotzdem nicht ernst nehmen. Im Schatten der berechtigten USA und NATO-Kritik versuchen auch viele Rattenfänger ihr Glück. Nazis/Geschichtsrevitionisten, Ultrakonservative, Amerikafeinde, Rechte Esotheriker und und und. Der Argumentationston, das Argumentationsmuster und auch die Leute auf die sich Roberts beruht deuten darauf hin, dass Roberts aus dieser Ecke stammt oder in diese abdriftet.


    Ja, ich finde Roberts teilweise sehr heuchlerisch und schlicht und einfach zu unsachlich. Er mag hier und da die eine oder andere korrekte und gute These vertreten, aber insgesamt verbreitet er eher Unruhe....


    Ich hoffe, ich konnte noch ein paar interessante Ideen aufwerfen. Zur Grundfrage: "Dritter Weltkrieg - Ja, nein?" bin ich immer noch der Meinung, dass es wahrscheinlich nicht dazu kommen wird. Aber, wie du schon sagst, die Kriegsgefahr ist in jedem Fall größer als seit der Wiedervereinigung.


    LG
    Tido

    Schöner Post mit guten Gedankengängen, dennoch einige Punkte auf die ich eingehen will:


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    Nun, ich bin in der Tat christlich erzogen, von daher kann es gut sein, dass ich entsprechend geprägt bin. Dennoch, wie ich bereits schrieb, muss es sich bei der Variable "Gott", auch wenn diese Bezeichnung in der Regel sehr personifiziert verwendet wird, nicht um ein intelligentes Wesen handeln. Über diese Vorstellung bin ich längst hinweg.
    Im Grunde handelt es sich in jedem Fall um eine Kraft. Jedes Wesen, jeder Vorgang in unserem Universum, lässt sich im Grunde auf die einzelnen Kräfte reduzieren, die in ihm und mit ihm wechselwirken, denn darauf basiert Determinismus. Ein Dominostein stößt den nächsten um, der das Ganze wieder weiter macht, der die Verkettung von Ereignissen fortführt. Aktion und Reaktion.
    Jetzt steht man aber vor einem Dilemma, denn um eine Reihe von Dominosteinen umzuschubsen braucht es eine Kraft, die den ganzen Prozess in Gang setzt. Nach dem Konzept des Determinismus muss diese Kraft jedoch zuvor schon von einer weiteren Kraft dazu verleitet werden, denn von nichts kommt nichts, nicht wahr?


    Mit der Begrifflichkeit zu Gott geht es mir eher ums Wort, weil Gott als Begriff eben genau definiert ist: Ein übersinnliches wesen oder eine höhere Macht. Physikalische Kräfte, die uns noch nicht bekannt sind, sind aber keine höhere Macht, dementsprechend ist es falsch dazu Gott-Variable zu sagen. Eher: Gesetzmäßigkeit die uns nicht bekannt ist.


    „Schlimmer“ ist aber deine Argumentation um den Determinismus. Wie ich schon letztes mal schrieb, kommen diese Ideen von den Gesetzen der Thermodynamik. Aktion und Reaktion, oder von nichts kommt nichts, wie du sagst. Das Problem ist die Tatsache, dass du hier eine Annahme machst: Für die Umwandlung von Energie haben wir diese Gesetzmäßigkeit, also muss das für alles gelten, nicht wahr? Das ist aber eben die falsche überlegung. Dadurch, dass diese physikalische Gesetzmäßigkeit nur in unserem bekannten, physikalischen System funktioniert, haben wir nur die Möglichkeit zu sagen, dass es garantiert in diesem System so ist, nicht außerhalb. Außerdem beschreibt dieses Gesetz die Umwandlung, nicht aber die Entstehung oder Vernichtung von Energie. Wie das passiert ist nämlich noch unbekannt. Warum muss also das Universum (welches im Übrigen nicht unendlich ist) mit seinen Gesetzen einen Ursprung haben, der sich nach Logik der Physik INNERHALB des Universums richtet, außer aus der Begründung heraus, dass der Mensch diese Überlegung nicht mag?


    Außerdem gibt es auch noch viele Alternativtheorien, die so eine Gottvariable nicht voraussetzen, z.B. die Theorie, dass das Universum sich immer wieder ausbreitet und dann wieder zusammenzieht. Wenn alles, was existiert, in einer Singularität – dem Urknall – ist, und dieses durch diese Komprimierung in einen Punkt explodiert und damit ein neues Universum schafft, und nach vielen billiarden Jahren sich wieder zusammenzieht, bis schließlich alles wieder in einem Punkt komprimiert ist, dann hast du einen unendlichen Kreislauf, und Kreisläufe haben einfach keinen Anfang – auch wenn es mal wieder eine Tatsache ist, die der Mensch nicht mag. Warum muss es hier einen Anfang geben? Da das Universum ein in sich geschlossenes System ist, gilt hier wieder der Energieerhaltungssatz der Gesetze der Thermodynamik, und es müsste tatsächlich möglich sein. Diese Ansicht ist dadurch auch wesentlich realistischer, denn es kann mehr oder minder mit den uns bekannten Mitteln erklärt werden und hat nicht die Voraussetzung, dass eine Gottvariable existiert, die uns noch unbekannt ist. Okhams Rasiermesser: Im Zweifelsfall ist die Theorie mit den wenigsten Annahmen die korrekte. Klar, es ist nur eine Hypothese, aber eine logischere als die, dass es eine übergeordnete Macht gibt.


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    1. Man geht von einer unendlichen Reihe von Dominosteinen aus, die keinen Anfang besitzt und ewig umfällt, ohne jemals ein Ende zu erreichen. Unendlichkeit, jedoch, liegt außerhalb unseres Vorstellungsvermögens, und nicht nur das, sie ist auch unmöglich durch empirische Mittel zu analysieren. Kurzes Gedankenspiel: Wie wahrscheinlich ist es, eine Millionen Mal hintereinander im Lotto zu gewinnen? Ohne genaue Zahlen zu nennen: verdammt gering, soviel ist sicher. Dennoch, wenn du unendlich viele Versuche hast, dann ist es absolut gewiss, dass du es irgendwann schaffst. Was tust du als Mensch in diesem Fall also, wenn du nicht weißt, wie die Lottozahlen ermittelt werden? Du hast an jedem Tag deines Lebens im Lotto gewonnen, ausnahmslos, also schlussfolgerst du, dass Lotto für dich eine hundertprozentige Erfolgschance hat. Stimmt aber nicht. Mit jeder neuen Ziehung sind deine Erfolgschancen wieder nur 1 zu ca. 14 Millionen. Nur weil du wahnsinniges Glück hattest, jedes deiner bisherigen Lottospiele zu gewinnen, heißt das nicht, dass du jedes folgende auch gewinnst, genau genommen sind die Wahrscheinlichkeiten dafür, dass du es tust, verschwindend gering. Dennoch, da das Universum unendlich ist, musste dieses Ereignis ja irgendwann mal eintreten. Ja, und eben genauso kann es sich mit unseren Naturgesetzen verhalten. Jeden Tag wachen wir auf, steigen aus dem Bett, alles scheint normal, schließlich kennen wir es nicht anders. Irgendein Physiker legt ein Gewicht auf die Wage, liest das Ergebnis ab und sieht, dass die Schwerkraft noch genauso ist, wie sie sein sollte. Nur leider weiß er gerade dies eben nicht. Jede Sekunde, die wir erleben, könnte von Umständen abhängig sein, die noch unwahrscheinlicher sind als Millionen von 6ern im Lotto, und doch muss es irgendwann so kommen, da das Universum unendlich ist, und im Angesicht der Unendlichkeit selbst das unwahrscheinlichste Ereignis irgendwann mit Gewissheit geschehen wird. Von heute auf morgen könnten die Naturgesetze, so wie wir sie kennen, versagen, am Himmel könnte ein gewaltiges Trollface erscheinen, ohne ersichtlichen Grund, einfach, weil es schon immer so sein sollte, wir nur stets tierisches Glück hatten, nicht davon betroffen zu sein.


    Ja, das ist möglich, aber dazu empfehle ich mein kleines Essay aus demselben Post zum Thema wissenschaftlicher Methode und der Nullhypothese. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass dieses Trollface erscheinen wird, und solange es auch tatsächlich nicht passiert, können wir davon ausgehen, dass wir uns in einer sicheren Lage befinden. Zudem gibt es die Problematik, dass das Universum nunmal nicht unendlich ist. Nach herkömmlicher Meinung weder unendlich groß, noch unendlich alt. Unendlich alt: Klar, Urknall. Auch expandiert bekanntlich noch das Universum, und damit ist es nicht unendlich groß. Nur, wenn du von der oben genannten Theorie mit dem Multiversum ausgehst trifft also die Frage der Unendlichkeit der Versuche zu, und damit die Möglichkeit, dass es nur ein Zufall ist, dass unser Universum noch so funktioniert wie er funktioniert.


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    2. Man geht von einer übergeordneten Instanz aus, die außerhalb der uns bekannten Naturgesetze steht. Man akzeptiert, dass sie keinen Anstoß braucht, um eine Reihe von Dominosteinen in Gang zu setzen, und man akzeptiert, dass man nie in der Lage sein wird, sie zu begreifen, da sie außerhalb der uns bekannten Gesetzmäßigkeiten funktioniert. Ob es sich dabei nun um einen ominösen Mann auf einer Wolke handelt, oder um den Server einer Matrix, oder schlichtweg um irgendeine Art von Alien-Kleinkind, das mit Seifenblasen spielt und eine dieser Seifenblasen zufälligerweise unser Universum ist. Was auch immer diese Übergeordnete Instanz wäre, sie besäße ihre eigene Logik, ohne Determinismus, die das zulässt, was bei uns unmöglich ist: Wahre Zufälle, aus unserer Sicht.
    Im Grunde ist es dasselbe Prinzip, wie bei der Unendlichkeit, nur eben ein wesentlich geläufigeres Konstrukt. Abstrahiert man das, dann läuft es auf das gleiche hinaus: Wir sind nicht in der Lage, 100% wahre Aussagen zu treffen. Wir sind auch nicht in der Lage, 100% falsche Aussagen zu treffen. Im Grunde sind wir nur Sklaven des Systems, in dem wir funktionieren, sei es Gottes Wille, Zufall, oder Schicksal. Wir sind Clients, die von einem Server abhängig sind... oder Lämmer, die von einem göttlichen Hirten betreut werden. Im Grunde sind wir beschränkt, sonst nichts.


    Ja, das ist im Prinzip genau das, was ich dir erklären wollte. Die Physikalischen Gesetze funktionieren nur innerhalb des Systems so, wie wir sie beobachten. Dennoch muss es keine übergeordnete Instanz geben. Wenn Aktion/Reaktion nicht mehr zutrifft, warum braucht dann das Entstehen des Systems einen Anstoß? Das ist wieder nur dein Unwille, dich auf dieses Gedankenspiel einzugehen. Warum brauchst du unbedingt dafür ein Supernatürliches etwas? Wieso reicht nicht einfach die Akzeptanz, dass unsere Kräfte, und damit der komplette Determinismus, außerhalb nicht zutreffen? :ugly: Wieder: Okhams Rasiermesser. Du hast den richtigen Ansatz, gehst aber nicht den Schritt, auch wirklich die Naturgesetze außerhalb unseres Universums aufzugeben...


    Ganz kurz: Natürlich können wir keine 100% wahren Aussagen treffen. Wir sind aber SEHR GUT in der Lage, zu 100% festzustellen, was NICHT wahr ist, da die wissenschaftliche Methode genau darauf beruht.


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    Wie du also siehst, wird die Gott-Variable immer da sein, in welcher Form man sie sich auch immer vorstellt. Zugegeben, die Vorstellung eines menschen ähnlichen Wesens ist da am natürlichsten.


    Wenn ich deine Formulierung ausleihen darf: Wie du also siehst, ist die Gott-Variable nicht nötig um das Universum zu erklären. Klar, es gibt noch vieles, das wir nicht wissen, aber man muss etwas supernatürliches nicht dazuerfinden, um es plausibel zu machen. Und hier: Wo zum Teufel (verzeih mir den Ausdruck) kommst du darauf, dass die Vorstellung eines menschenähnlichen Wesens am natürlichsten ist? Das ist doch sowas von überhaupt nicht der Fall. Ich dachte, du bist über die Vorstellung einer christlichen Gottheit längst hinweg? Diese Aussage spricht stark dagegen. Selbst wenn dein Gedankengang perfekt in sich schlüssig wäre, gibt es noch immer NICHT den Schluss, dass deine Gottvariable wahrscheinlich menschenähnlich ist. Das ist so, wie wenn ich jetzt sagen würde: Die Vorstellung eines Spaghettimonsters ist da am natürlichsten; oder auch: Die vorstellung eines furzenden pinken Einhorns ist da am natürlichsten.



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    "Ich existiere, und damit soll es mir genug sein." Du ahnst nicht, wie schwierig es ist, sich damit abzufinden. Wir Menschen wollen stets das beste, wir streben nach Effizienz. Wir bauen Häuser nach bestimmten Regeln, damit sie möglichst gut unseren Bedürfnissen entsprechen. Jeder Ziegelstein hat seinen (durch uns) zugewiesenen Platz.
    ...
    Nur wo ist unser Platz? Alles auf der Welt, die wir bewohnen, greift scheinbar perfekt ineinander, es ergibt alles seinen Sinn, von außen betrachtet. Aber wir? Wir haben die Wahl, wir können uns den Platz aussuchen, den wir haben wollen. Nur welcher ist der richtige? Wonach soll ich mich richten? Was ist gut, was ist schlecht? Wohin soll ich gehen, wie soll ich weiter? Und wozu? Warum bin ich hier, warum denke ich, was ist mein gottverdammter SINNNNNNNN???!sdagfkjzgewrläsjörjkhäARJHAÖEOJGfreargmarlgaeröäolfjbnrljenbgkjrnönerblgnr.irguhroluarkljrbg-ukrhr,kjnbr-ogihRÜPKjreäogrälQRKJNNBÖFLDTU/KBKUZJVBb


    Stack overflow error. Computer hat sich aufgehängt -> Taskmanager -> Prozess beenden.


    Man wird verrückt, wenn man zu lange darüber nachdenkt, deshalb hilft nur, die Frage zu verdrängen. Im Prinzip geht es genau um das, was du gesagt hast, man muss die Sinnlosigkeit akzeptieren. Entweder, man findet sich mit ihr ab, oder man nimmt eine Religion an und findet sich mit ihrer utopischen Endzeitfantasie ab.


    Naja, ich glaube nicht, dass dir jeder zustimmen würde, dass die komplette Welt ineinander perfekt passt. Die Natur passt sich eben – nach den Gesetzen der Evolution – perfekt an die Welt an. Es sterben andauernd Spezies aus, und das schon lange, lange vor dem Menschen, und viele können nur Leben, indem sie anderen Lebensformen unendliche Qualen zufügen... z.B. ein Parasit, der sich im Augapfel von Lämmern einnistet, sich dort fortpflanzt und ernährt, während das Lamm an den höllischsten Qualen zugrunde geht... die Welt ist in sich wirklich alles andere als schlüssig. Und beim Menschen ist das auch nicht anders; wir haben nur eben auch die Möglichkeit, die Umwelt an uns anzupassen, und das nutzen wir aus. Aber auch darin haben wir gigantische Einschränkungen – siehe die Sahara oder die Antarktis... klar, dort Leben Menschen, aber nur wenige und nur unter harten Bedingungen. Unser „Platz“ ist auch eher in gemäßigten Zonen. Und Sinn?.... Meine Güte, der Christ ist stark in dir xD Wir können erklären, warum wir da sind, d.h. wie wir uns biologisch entwickelt haben. Warum muss es auch einen Sinn dahinter geben? Das ist keine Frage, bei der man verrückt wird, wenn man rational bleibt und einsieht, dass ein Sinn nicht nötig ist. Die anderen Fragen richten sich danach, dass wir direkten Einfluss auf unsere Umgebung haben, und mit unserem „den Tieren überlegenen Intellekt“, Vernunft, Aufkärung, Rationalität etc. eine Ethik in der Welt aufbauen, mit der man gut leben kann.
    Das Abfinden damit, dass es also im Leben keinen Sinn gibt, sondern nur den Zufall (bzw. die natürliche Selektion) unserer Existenz, gehört mich zum „Erwachsenwerden“ genauso dazu wie das Abfinden damit, dass wir nicht ewig leben werden (noch ein weiterer Wahnsinn der Religion: Vorstellungen vom Leben nach dem Tod). Das ist kein Verdrängen der Frage, sondern eine sinnvolle (verzeih das schlechte Wortspiel) Lösung. Die Religion stellt in solchen Fragen für mich nur eine Flucht aus der Realität dar.


    Ich glaube, dass das Problem wirklich daran liegt, dass der Mensch sich selbst immer so ernst nehmen muss. Der Gedanke scheint hart zu sein, dass wir insignifikant sind – eben weil des Menschen Überlebenstrieb immer darauf hinausläuft, dass er sich selbst als etwas wichtiges empfinden muss. Aber so schlimm ist alles gar nicht; schließlich wird der Sinn und der Einfluss innerhalb des eigenen sozialen Umfeldes nicht dadurch kleiner, dass wir nur durch Natur und ohne größeren Sinn geboren sind. Im Gegenteil, wenn man den Gedanken fortsetzt ist es eine gesündere Einstellung zum Leben, denn man nimmt das Leben dann nicht mehr ganz so ernst, und kann damit alles mit mehr Humor nehmen.


    Zitat

    Dieser Punkt hier ist zwar Nebensache, aber im Grunde geht es doch darum, ob lebende Objekte von toten Objekten zu unterscheiden sind. Gibt es nur eine Art von Objekt, bzw. eine Art von Materie, dann ist die Einstufung von Leben wieder einmal eine Abstraktion, ein gedankliches Konstrukt, das Ergebnis menschlicher Intelligenz. Dein Körper besteht aus toter Materie, beispielsweise aus Wasser, Kohlenstoff, und anderem Zeug, mit dem ich mich nicht detailliert auskenne. Legt man all das Zeug in seiner reinen Form nebeneinander, dann hat man nur Haufen von Rohstoffen, mehr nicht, ordnet man die Bestandteile jedoch genau so an, wie du jetzt bist, dann erhält man eine funktionstüchtige biologische Maschine, einen Klon von dir, quasi. Ist dieser Klon jetzt eine Lebensform? Kann man die "Seele" mit klonen? Genau diese Diskussion hatten wir bereits im "Ethische Vertretbarkeit des Beamens"-Thread. Letzten Endes ist Leben Ansichtssache, und damit auf objektiver Ebene nicht existent, auf nichts anderen wollte ich hinaus.


    Nein, überhaupt nicht. Die Materie lässt sich in die verschiedenen Elemente unterordnen, die sich eben in Protonen-, Neutronen, und Elektronenzahlen unterscheiden, und sich je nach ihrer Art unterschiedlich zueinander verhalten. Das können wir doch alles wissenschaftlich erklären. Auch können wir erklären und sogar selbst nachstellen, wann aus Chemie Biologie wird. Natürlich können wir es noch nicht mit komplexen Lebensformen machen, weil die Technologie neu ist, und natürlich gibt es da auch die von dir angesprochenen moralischen Bedenken. Dennoch – es ist kein Mysterium, sondern Wissenschaft. Was wir aber noch NICHT wissen ist der Moment, in dem im Gehirn eines Lebewesens Bewusstsein erzeugt wird, worauf sich ja dieser Descarte-Zitat bezieht. Aber auch hier sehe ich noch lange nicht die Notwendigkeit eines Skydaddys...



    Zitat

    Ich hab keine Ahnung, ehrlich. Alles, was ich ab diesem Punkt geschrieben habe, war im Grunde nur eine Fanfiction über ein bestimmtes Gedankenexperiment.^^'


    Dann hoffe ich, dir in diesem Gedankenexperiment geholfen zu haben... :D


    Zitat

    In der Quantenphysik gilt etwas als nicht existent, sobald es mit nichts wechselwirkt. Wäre unser Universum also ein geschlossenes System, das mit nichts anderem wechselwirkt, außer mit sich selbst, dann wäre es demnach nicht existent. Ist es jedoch deterministisch, dann muss es entweder mit etwas außenstehendem wechselwirken, da es sonst keinen Antrieb findet, oooooder bereits unendlich lange schon laufen, ohne diesen Antrieb je gebraucht zu haben. Ist es unendlich, dann ist es nur auf abstrakter Ebene ein geschlossenes System, da du Unendlichkeit nirgendwo einschließen kannst.
    Anders ausgedrückt: Ist es deterministisch, jedoch endlich, dann muss es eine übergeordnete Instanz geben. Da ich mir jedoch weder Unendlichkeit, noch eine übergeordnete Instanz vorstellen kann, suche ich nach einem Weg, die Nicht-Existenz des Universums zu begreifen. Leider, jedoch, so fürchte ich, befindet sich auch Nicht-Existenz außerhalb dessen, was ein Mensch zu begreifen in der Lage ist. Verdammte scheiße...


    Naja, das ist nur eine Wiederholung. Diese Punkte habe ich oben mehr als ausreichend erläutert. Die Schlussfolgerung von dir unter Berücksichtigung der von mir genannten Punkte müsste jetzt eben münden in ein: Da die Gesetze der Physik, damit auch die der Quantenmechanik, nicht außerhalb des Universums gelten, gibt es die Notwendigkeit für die Existenz des Universums nicht mehr. Ferner ist die Wissenschaft, wie gesagt, gut darin zu sagen, was falsch ist, aber schlecht darin zu sagen, was wirklich ist. Und immer noch: Cogito, ergo sum.


    Zitat

    tl;dr: Wir werden es vermutlich nie wissen, aus weiter oben genannten Gründen.


    Aus genannten Gründen finde ich zumindest an dieser Stelle deine These unhaltbar.. :D


    Aber danke für die Diskussion! Es ist / war interessant mal wieder. Und entschuldigung für den mal wieder ellenlangen Text... :ugly:

    Zitat

    Außerdem steht in der Bibel, dass alle Menschen vor Gott gleich sind, und dass er alle liebt, und dass wir unseren Nächsten lieben sollen, wie wir selbst. Und dann wird einem eingetrichtert: Homosexuelle sind scheiße.
    Ich meine, was soll das bitte?
    Alle Menschen sind gleich, egal, wo sie herkommen, wie sie aussehen, oder wen sie lieben! Steht genauso in der Bibel, und dann das?!


    Vici,


    alles richtige und gute Ansichten. Zu der Stelle wollte ich nur kurz etwas kommentieren.


    Tatsächlich ist es leider nicht ganz so, wie du beschreibst. Menschen sind laut Bibel nicht alle gleich. Es gibt einige Stellen, in denen dazu geraten wird, Nächstenliebe auszuführen und Fremde genauso gut zu behandeln wie einen selbst (Leviticus 19,11 ff und 19, 33ff). Die moderne Theologie in Europa geht meisten negativen Stellen in der Bibel einfach meinen, man dürfe sie nicht wörtlich nehmen und man würde ein schlechtes Intellekt vorweisen, wenn man sich an diese negativen Sachen halten würde oder überhaupt darüber diskutieren würde. Andererseits nehmen sie die "guten" Dinge einfach so hin und leben danach. Sie behaupten, dass wäre Gottes echter Wille. Nur die Frage, die sie nie beantworten: Wieso? Was ist, wenn Gott das Böse meint, und nicht das Gute in der Bibel? Das ist Rosinenpflücken was die modernen Theologen machen, und damit m.E. in der Herangehensweise nach nicht viel besser als ein Fundamentalistischer Glaube an die Bibel...


    Ich kann aber nachvollziehen, warum sie das machen... die Bibel ist nunmal grausam in einigen Stellen. Dazu z.B. Genesis 19,5 ff.; die wunderbare Geschichte der Stadt Sodom und der Person Lot. Zwei Engel sollen nachschauen, ob die Stadt Sodom wirklich so verkommen ist wie Gott glaubt. Sie werden von Lot gastfreundlich aufgenommen, aber bald kommen einige Männer der Stadt und verlangen von Lot, dass er die beiden Engel zum Vergewaltigen hergibt. Lot, in seiner unendlichen weisheit und perfekten Ethik, weiß, dass Homosexuelle böse sind, und bietet ihnen deswegen als Ausgleich stattdessen seine beiden Töchter zum Vergewaltigen an. Sie lehnen aber ab, weil sie ja so böse sind, und daraufhin fliehen Lot und die Engel aus der Stadt. Sodom wird dann von Gott zerstört. Die einzige Person, die sich also zu retten lohnt, ist derjenige, der lieber seine Töchter vergewaltigt haben will, als zu sehen, wie homosexuelle Vergewaltigung verübt wird. Alles klar.


    Es gibt tausende solcher Stellen. Das ist nur eben eine der "schöneren" Beispiele dafür. Aber ich wollte in Religionsfragen eigentlich nicht auf die Ethik eingehen, also höre ich an dieser Stelle auch direkt damit auf... ich wollte nur aufzeigen, dass die Bibelethik eben nicht eindeutig gut ist, und dass deine christliche Schule sich leider näher an die Bibel hält als man es erstmal denken würde. Das Problem ist eben, dass die Bibelethik an sich schwierig ist. Falls man mir hier nicht weiter glaubt, hier einige weitere Stellen: Judas 1:7 (Anti-Homosexualität) Exodus 21,2 (Sklaverei) Levitikus 18, 22 und 20, 13 (Wieder Anti-Homosexualität)
    Und die Gesamtliste ist noch SEHR viel länger. Das hier sind nur einige Beispiele...


    Jedenfalls mein Fazit: Die Kirche preist immer gerne die Bibel hinsichtlich ihrer guten Ethik und nennt dabei z.B. die vorhin genannte Stelle in LEvitikus oder die 10 Gebote, aber wenn man sich den Kontext und das Gesamtwerk ansieht, ist es eben doch viel schwärzer als sie es gerne hätten. Dementsprechend bitte vorsicht walten lassen wenn man zu einem christlichen Leben rät...


    Aber du bist ja eh Atheistin geworden^^ hast du eigentlich meinen letzten, langen Post dazu gelesen?


    Gruß
    Tido

    Zitat

    Original von GhostBride
    Ohje, die Dicke meiner Bücher ist sehr unterschiedlich.
    Ich lese sowohl 'dünnere' Bücher, als auch gerne sehr dicke.
    Im Durchschnitt vielleicht 500 Seiten, aber wie gesagt, das variiert.
    Meine Lieblingsbücher, die Chroniken der Unterwelt, haben so etwa 600 Seiten im Durchschnitt, Harry Potter etwa 400 und die Mythica-Reihe vielleicht 300, Percy Jackson ebenso.
    Was ich allerdings nicht im Regal stehen habe, sind Bücher mit einer Seitenzahl unter 200. ^^


    Echt nicht? Wieso nicht?^^ So eine Novelle oder kurze Romane haben doch auch was schönes. Und man hat sie meistens mit einem Sitz durch, man wird also nicht dazu gedrängt bis 4 Uhr Nachts zu lesen weils so spannend ist :ugly:
    Und Dramen sind eh meistens unter 150 Seiten...

    Wir hatten vor ein paar Monaten eine Einheit "Lyrik der Romantik" in der Schule, und in diesem Zusammenhang haben wir natürlich Joseph Freiherr von Eichendorff gemacht. Dazu gefällt mir vor allem dieses Gedicht:


    Mondnacht


    Es war, als hätt der Himmel
    Die Erde still geküßt,
    Daß sie im Blütenschimmer
    Von ihm nun träumen müßt.
    Die Luft ging durch die Felder,
    Die ähren wogten sacht,
    Es rauschten leis die Wälder,
    So sternklar war die Nacht.


    Und meine Seele spannte
    Weit ihre Flügel aus,
    Flog durch die stillen Lande,
    Als flöge sie nach Haus.

    Ich achte überhaupt nicht auf die Dicke der Bücher. Ich lese alles, was mir in die Finger kommt - das heißt, ich habe außer Twilight noch nie ein Buch weggelegt, und dementsprechend achte ich auch eigentlich gar nicht darauf, wie dick ein Buch ist. Zudem lese ich immer mehrere Sachen gleichzeitig, sodass ich dann eh immer Unmengen zu bewältigen habe. Aber klar, wenn man einen "Krieg und Frieden" vor sich liegen hat, macht das schon einen etwas heftigeren Eindruck als ein "Dr Jekyll und Mr Hyde" :ugly:

    Shohan: Weil ich zu blöd war bei der Erstellung der Umfrage, und ich habe keine Ahnung wo man das noch abändern kann :ugly: sry, mein fail


    Tenza Ja, das Problem bei den Früchtetees kenne ich auch. Sie riechen genial, und man hat hohe erwartungen an den Geschmack - aber oftmals sind sie dann einfach nur fad.
    Schwarzer Tee mit Zitrone ist aber auch gut :D

    Hallo liebes Forum,


    falls es ein ähnliches Thema gab, so tut es mir leid - nur leider kann man nicht nach 3-Buchstaben-Wörtern suchen. Falls ich einen offensichtliches Thema übersehen habe, tut mir es noch mehr leid - dann bin ich einfach blind :D


    Passend zum großen Wein-Thread gibt es jetzt für diejenigen, die Wein einfach 'bäh' finden einen passenden Thread für Tees.


    Welcher Tee schmeckt euch am besten? Ist es überhaupt ein "echter" Tee, d.h. basiert er auf der Teepflanze, oder ist er "nur" ein Aufgussgetränk (Kräutertees, Kamille, Früchtetee usw. sind solche)


    Wenn ihr Liebhaber von "echten" Tees seid, welche Grundlage ist euch am liebsten? Grüner Tee? Weißer Tee? Schwarzer Tee? Oolong?


    Ich persönlich trinke gerne fast alle Sorten an Tee, Aufgussgetränke, schwarze, grüne, weiße und Oolong-Tees. Am Liebsten sind mir aber grüne Tees, da sie die beruhigenste Wirkung haben und meist den besten Geruch - und im Falle von Tees trinkt sozusagen die Nase mit. Allerdings trinke ich ihn nicht nur gerne pur, sondern auch als Jasmin Tee - d.h. Grüner Tee mit der Jasminpflanze gemischt.


    Jetzt ihr! Viel Spaß beim Diskutieren (oder eher: Erläutern) :D

    Weil zum Thema "Umgang mit Homosexualität" jetzt sehr viel gesagt wurde, werde ich mich mal nur auf das Wesentliche konzentrieren und einen eher kürzeren Post dazu machen.


    Immer, wenn ich solche Gruppierungen sehe, die grundsätzlich homophob handeln könnte ich wirklich, verzeiht bitte den Ausdruck, jedesmal kotzen. Homophobie ist eines der größten Probleme der Weltgeschichte, und dabei wird es immer stark unterschätzt. Dabei ist es heutzutage wie seit jeher unglaublich aktuell: Man denke an Russland. Oder auch das dritte Reich - man denkt meistens nur an die Juden wenn man an die Schrecken des Nazionalsozialismus denkt, aber der Umgang mit Homosexuellen war genauso schlimm. Sie wurden aufs übelste schickaniert: Man hat sie z.B. nackt und mit einem Eimer auf dem Kopf, sodass sie nichts sehen konnten, gegen Hunde kämpfen lassen. Noch schlimmer ist der berüchtigte "singende Wald" - ein Waldstück, das zum KZ gehörte und in dem man die Opfer kopfüber aufgehangen hat, bis sie gestorben sind. Warum es "singender Wald" genannt wurde kann man sich denken. Allein der Gedanke daran lässt einen das Blut in den Adern gefrieren.


    Alles Geschichte, nicht wahr? Nein, wie gesagt ist es heute aktuell in Russland. Oder auch in Brasilien, wo es zwar nicht gegen das Gesetz ist, homosexuell zu sein, aber die allgemeine Einstellung der Bevölkerung eher homophob eingestellt ist. In Russland sind 2013 3 Menschen zu Tode geprügelt worden, weil sie schwul waren. Es ist aktuell und ein Thema, was man sich immer im Gedächtnis behalten muss. Geschichtlich gesehen gibt es noch weitere Schreckensgeschichten. Einer meiner größten Vorbilder - Oscar Wilde - zum Beispiel. Er wurde wegen Homosexualität verurteilt und eingesperrt. Sein Gefängnisaufenthalt hatte ihn letztendlich soweit geschwächt, dass er nicht viel länger danach gelebt hat.


    Ich kann dazu das aktuelle, moderne Musikdrama "For a look or a touch" empfehlen, welches sich mit dieser Thematik auseinandersetzt. Es ist sehr gut gemacht und zeigt auf, wie wichtig es heutzutage tatsächlich ist.


    Das tragische ist ja, dass Homophobie in westlicher Kultur immer akzeptiert wurde - man denke nur an die großen Sexorgien der Römer und Griechen. In diesen Kulturkreisen, und auch in unseren Germanischen, war es normal, homosexuell zu sein - so wie es ja auch im Tierreich ist. Auch dort ist es absolut normal, und eine normale Alternative zur Heterosexualität. Erst mit Einführung des Christentums kam eine recht globale homophobe Haltung in das Denken der Menschen.


    Ich persönlich "glaube" aber nichtmal an Sexualitäten, egal ob homosexualität, heterosexualität usw. sondern "glaube", dass sich jeder Mensch nur in Individuen verlieben kann, d.h. man liebt nicht ein Geschlecht, sondern immer die Menschen. Durch die stärkere Ähnlichkeit zwischen zwei Personen gleichen Geschlechts im Gegensatz zur Ähnlichkeit zwischen zwei Personen unterschiedlichen Geschlechts kann es dann eben so erscheinen, als stehe diese Person "nur" auf ein Geschlecht. Dadurch lassen sich dann auch Phänommene wie Bisexualität usw. erklären.


    Außerdem bin ich ein großer Fan und Anhänger der Vorstellung der Schüler/Lehrerbeziehung nach Plato. Sie wird in den Sonetten Michelangelos und Shakespeares beschrieben und auch von Oscar Wilde verarbeitet. Es handelt sich um eine geistige Liebesbeziehung zwischen zwei Personen auf intelektueller Ebene und tritt häufig zwischen zwei Personen des gleichen Geschlechts auf. Es ist weniger eine erotisch orientierte Beziehung, und mehr eine auf dem Charakter basierende.


    Ich selbst hatte noch nie eine Freundin / einen Freund, habe mich aber auch noch nie wirklich in jemanden verliebt, also weiß ich um ehrlich nicht, welche Sexualität ich selbst habe, obwohl ich schon einschätzen kann, wen ich attraktiv finde und wen nicht.


    Ok, war jetzt doch nicht so kurz... :ugly:
    LG
    Tido

    Sry, du hattest nur die Hälfte gelesen - die Spoilerfunktion löscht Teile der Nachricht! Ist mir erst jetzt aufgefallen. Habe es aber neu geschrieben und editiert...


    (Dieser Post kann von einem Mod vielleicht gelöscht werden, es diente nur als Hinweis)

    Ach du meine Güte! Wie konnte ich nur diesen Thread übersehen! So ein unendlich wichtiges Thema; kaum etwas hat unsere Kultur so dermaßen beeinflusst, ja beeinflusst es sogar heutzutage noch so sehr, wie das Thema der Religion. Natürlich möchte ich auch hier meinen Senf dazugeben, denn es gibt hierzu, denke ich, noch soviel mehr zu sagen.


    Zunächst einmal möchte ich aber 2 Sachen zum Thread selbst anmerken. Erstmal das Wichtigere: „Welches ist deine religiöse Gesinnung“ suggestiert auch beim Atheismus eine Religion. Das ist eine krasse Missrepräsentation dessen, was Atheismus eigentlich bedeutet. Atheismus erfüllt nicht die substantialistischen und funktionalistischen Definitionen einer Religion und ist damit auch selbst keine; es handelt sich dabei nicht einmal um eine Weltanschauung; dazu die Begriffserklärung: Theismus ist der Glaube an Götter im Allgemeinen (Monotheismus= Glaube an einen Gott; Polytheismus = Glaube an viele Götter). Die Vorsilbe A heißt nicht: Atheismus – Nicht an Götter glauben. Es ist damit nur, und wirklich nur, die Ablehnung einer Vorstellung eines Gottesbildes. Im weiteren Sinne verwendet man es aber auch als Ablehnung jeglicher religiösen Vorstellung, ohne, dass man selbst eine auf die Beine stellt. Der Eingangspost lässt vermuten, dass dem Threadersteller dies nicht bekannt war; deshalb empfehle ich eine Umbenennung des Threadtitels in z.B.: „Wie stehst du zum Thema Religion?“, da diese Formulierung neutraler ist und den Atheismus auch Atheismus sein lässt.


    Zweitens ist die extra-Auflistung des Punktes Agnostiker ebenfalls irreführend, da es hier falsch verwendet wird. Hier wird es dargestellt, als sei es einfach eine schwächere Form des Atheismus; ein Atheist meine zu wissen, dass man die Nichtexistenz Gottes beweisen kann, der Agnostiker hingegen sei einfach der Meinung, man habe nicht genug Beweise um Theist oder Atheist zu sein. Tatsächlich ist aber die Definition eine ganz andere: Gnostiker kommt vom Wort „gnosis“ und bedeutet „Erkenntnis“. Ein Gnostiker ist also ein Wissender; im Zusammenang mit Religion also einer, der über religiöses Wissen verfügt. Ein Agnostiker ist also einer, der das nicht hat – ein nicht wissender also. Damit ist es aber keine religiöse Ansicht, sondern eine reine Feststellung, ob man etwas weiß oder nicht weiß. Ob man religiös ist oder nicht ist eine Glaubenssache – keine Wissenssache. Damit kann man auch z.B. ein agnostischer Theist, oder aber ein agnostischer Atheist sein – also einer, der den Glauben an Götter ablehnt, obwohl er einsieht, dass es weder genug Beweise für oder gegen diese Ansicht gibt. Menschen, die Agnostiker angeben missverstehen meist die Verwendung dieses Wortes und halten es für den „vernünftigen Mittelweg“, wenn man eigentlich auf dem Weg ist, sich dem Atheismus zuzuwenden, da Atheisten oft als radikal angesehen werden.
    Dementsprechend würde ich empfehlen, diesen Punkt – der Richtigkeit halber – aus der Liste der Auswahlmöglichkeiten zu entfernen.


    Bevor ich jetzt eigentlich erst mit meiner Antwort loslege (ach du meine Güte) möchte ich darauf hinweisen, dass nichts, was ich schreibe, persönlich gemeint ist, sondern nur sachlich um der Diskussion willen erläutert wird. Ich schreibe das hier extra dazu, weil ich mit Religion oftmals die Erfahrung gemacht habe, dass viele, viele Menschen sehr empfindlich darauf reagieren. Das ist auch weiter nicht verwunderlich – schließlich geht es um das Weltbild des Menschen.


    Und bevor ich zu meiner eigenen religiösen Einstellung komme, wollte ich erst auf Nusma antworten :)


    Zitat

    Ich schrieb damals, ich wäre der Ansicht, unser Universum würde deterministisch ablaufen. Auf eine Aktion folgt eine Reaktion, nach fest definierten Regeln. Dadurch schloss ich aus, dass Gott einen direkten Einfluss auf die Welt ausüben würde, außerdem stellte ich in Frage, ob es sich bei ihm überhaupt um ein intelligentes Wesen handelt, und behandelte ihn schlussendlich als Variable, die den Rand unserer Erkenntnis darstellt und für das steht, was dahinter liegt.


    Das ist durchaus keine schlechte Ansicht. Wir können physikalische Gesetze bis zu einem gewissen Grad bevolgen; sicherlich wissen wir noch lange nicht alles, aber das, was wir wissen, deutet darauf hin, dass sich auf diese physikalische Weise früher oder später alles wird erklären lassen, und ja, dadurch wird ein eigenständig handelnder Gott unwahrscheinlich. Allerdings empfinde ich an dieser Stelle bei dir ganz stark den christlich erzogenen: Bei deiner Überlegung, wie das Universum funktionieren könnte, verspührst du das Bedürfnis, einen Gott irgendwo einzubauen. Du machst das Vernünftige: Gott passt nicht so recht ins Bild, also stellst du ihn als die Figur dar, die das Unwissbare repräsentiert. Aber: Warum? Wozu? Wenn du nicht erst von der Bedigung ausgegangen wärst: Irgendwo und in irgendeiner Form muss es Gott geben, wärst du nie zu diesem Schluss gekommen. Wenn du rein auf vernunfbasierter Grundlage argumentierst und keine Annahmen machst (Gott muss es irgendwie geben), sondern rein auf deine Gedanken basiert deine Schlüsse ziehst, wird es nicht nötig zu sagen: Das was dahinter ist, ist Gott. Auch funktioniert deine Ansicht an dieser Stelle auch wunderbar, wenn man Gott nicht noch mit einbaut.


    Zitat

    Zu dieser Meinung stehe ich bis heute, bisher ist mir nichts begegnet, was mir plausibler erschienen wäre.
    Wie sollte ich also damit umgehen? Ohne Gott, ohne objektive Moral, sogar ohne freien Willen verbrachte ich viel Zeit damit, in meinem Leben einen Sinn zu suchen. Irgendwann kam ich dahinter, dass Sinn nichts als eine abstrakte Form der Wertschätzung ist, subjektiver Natur, zweifellos.
    Ich folgerte, meine Leben habe keinen höheren Sinn, nur jenen, den ich ihm eigenständig zuweise, auch wenn dies keineswegs meine souveräne Existenz rechtfertigt, da es unmöglich ist, sich selbst zu definieren und zu legitimieren. Nun, da jedoch im Grunde alles, wenn man es weit genug abstrahiert, als einzelne Existenz betrachtet werden kann, ist nichts legitim. Die Welt ist nicht legitim, das Universum hat keinen Sinn, so meine Schlussfolgerung.


    Das ist eine sehr richtige, erwachsene und gesunde Ansicht. Statt davon auszugehen, dass es eine objektive Moral einer übersinnlichen Gottheit gibt, sodass man Ethik (wieso kommen wir immer auf dieses Thema zu sprechen? :ugly: ), die auf Vernunft und Empathie basiert möglicherweise aufrund einer religiösen Schrift ablehnt, gehst du hier davon aus, dass Ethik subjektiv ist und wir dementsprechend durch geistiges Voranschreiten und durch Aufklärung in der Lage sind, selbstständig eine Welt der guten Moral zu bauen.
    Allerdings ist die Folgerung mit der Legitimierung des Menschen als Unmöglichkeit aufgrund fehlendem vorangegangenen Sinn nicht unbedingt die logische Konsequenz aus den vorangegangenen Gedanken. Vielmehr schätze ich es als gesünder zu sagen: Ich existiere, und damit soll es mir genug sein. Ich existiere aus dem reinen Zufall heraus, aber ich beeinflusse direkt und auf ganz starke Art meine direkte Umwelt, und jenachdem, was ich aus meinem Leben mache, vielleicht auch die menschliche Gesellschaft an sich. Die Frage nach einer Legitimierung finde ich hier nicht nötig.


    Zitat

    Aufgrund meiner vielen Abstraktionen war ich außerdem an dem Punkt angelangt, zu glauben, Leben generell würde nicht existieren, da es sich dabei im Grunde ebenfalls nur um eine menschlich-abstrakte Einordnung handelte.


    Auch hier fehlt mir die Verbindung zum vorangegangenen; die bisherigen Gedanken lassen einen zwar fragen: Was ist Existenz? Es bietet mehr Raum für weitere Überlegungen und für eine tiefere Philosophie, aber die Aussage, Leben würde nicht existieren, scheint hier ein wenig aus der Luft gegriffen. Und bei der Existenzfrage allgemein würde ich mich immer nach Descartes richten: Cogito ergo sum. Die Existenz können wir, soweit es geht, wissenschaftlich nachweisen. Ob es dabei natürlich jetzt nur eine Illusion ist oder tatsächliche Existenz, das können wir einfach nicht wissen. Aber von „nicht wissen“ zu „gibt es nicht“ ist es noch ein langer Weg.


    Zitat

    So, und jetzt bin ich an dem Punkt angelangt, an dem ich darüber nachdenke, ob die Existenz des Universums nicht sogar nichtig ist. Natürlich im physikalischen Sinne, nicht im rationalen Sinne. Offensichtlich existiert da doch irgendwas, sonst würde ich hier nicht annähernd so munter vor mich hin texten. Dennoch, in der Quantenphysik gibt es einen Grundsatz, der lautet: Wenn etwas sein Umfeld nicht beeinflusst, dann existiert es nicht.


    Eigentlich genau dasselbe wie eben. Wir wissen nicht, wie real tatsächlich alles ist, aber wieso sollte man deswegen die Existenz davon anzweifeln? Aber hier gehst du langsam in die Naturwissenschaften über...


    Zitat

    Gehen wir das Ganze mathematisch an: Unser Universum ist 0. Null bedeutet, es ist nichts, allerdings kann man 0 auf verschiedene Arten ausdrücken. 2 + (-2) = 0. Demnach ist Null die Bilanz eines Prozesses, der sich schlussendlich perfekt ausgleicht. Darstellen kann man das auch anhand zwei entgegengesetzt voneinander verlaufender Vektoren bzw. Kraftpfeile <------x------> , die sich somit gegenseitig aufheben. Vektor - Gegenvektor, Kraft - Gegenkraft. Baum - Gegenbaum? Antibaum? Antimaterie?


    Ok, hier werde ich versuchen vorsichtig zu sein, denn wir bewegen uns jetzt in einem Bereich, in dem ich gar keine Ahnung habe und nicht mit reiner Logik arbeiten kann xD
    Klingt bisher recht verständlich, nur: Wieso ist Universum 0? Meinst du im Sinne von: Das Universum „sei“ 0? Oder worauf basiert die Überlegung, das Universum sei 0?



    Zitat

    Mir kam die Idee, man könnte den Punkt x, von dem die Vektoren weg laufen, als Ort des Urknalls festsetzen. Demnach gäbe es für jedes Subatomare Teilchen ein identisches Gegenteilchen, direkt auf der gegenüberliegenden Seite des Universums, nur eben punktsymmetrisch gespiegelt. Wenn man das mit den Gesichtspunkten des Determinismus verbindet, dann wäre auf der gegenüberliegenden Seite des Universums genau dieselbe Erde mit genau denselben Leuten und genau dem gleichen Nusma, der gerade über verrücktes Zeug nachdenkt, da dort ja alles identisch entwickelt sein muss.
    Gruselig wird es dann, wenn ein Mensch nun in ein Raumschiff steigt und zum Zentrum des Universums fliegt, zum Punkt x, dort wo der Urknall stattgefunden hat. Wenn man rein aus Spaß annimmt, dass dort keine Hindernisse wären, dann müsste dieser Mensch dort seinem punktsymmetrischen Doppelgänger begegnen, da dieser nach den Gesetzen des Determinismus am anderen Ende des Universums ebenfalls zur gleichen Zeit auf die Idee gek...ste, geben sich ein punktsymmetrisches High-Five und ziehen wieder ihrer Wege. Leider haben beide, durch das viele drehen und fliegen bei dem Versuch, die Punktsymmetrie zu überwinden, den Überblick verloren, welches Raumschiff nun das ihre ist, und da nicht nur die Raumschiffe, die Funkfrequenz der Raumschiffe, der Asteroid, neben dem sie es geparkt haben, sowie der gesamte Sternenhimmel dahinter gleich ist, gibt es auch keinen Weg für sie, das herauszufinden. Also ziehen beide wieder ab, gleichzeitig, versteht sich, und fliegen zurück auf ihren Planeten, auf dem noch alles genauso ist, wie gehabt (*Relativitätstheorie ignorier*), und sie werden nie erfahren, ob sie nun richtig sind, oder ob ihr richtiger Planet doch am anderen Ende des Universums liegt. Dafür haben sie jedoch ein ziemlich stichhaltiges Indiz für die Existenz von Determinismus herausgefunden, nur ein empirisches, aber dafür ein ziemlich überzeugendes. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann gibt es sie noch doppelt.


    Ok, doch nicht so wahnsinnig stark von Wissenschaft geprägt, also doch nicht so schlimm :ugly:
    Zwar interessante Überlegungen, aber ich halte sie trotzdem für nicht ganz schlüssig.
    Lassen wir das Universum tatsächlich 0 sein, so muss es natürlich in der Rechnung auf beiden Seiten klar aufgehen. Aber wie du schon sagtest: 2-2=50-50 (wow bin ich einfallsreich) ergibt auch eine richtige Aussage, zeigt aber auch direkt wo das Problem liegt: Man kann auf verschiedenste Art und Weise die 0 erreichen, und so muss das Universum an sich nicht zwangsläufig punktsymmetrisch sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass die gegenüberliegende Seite auch nur annähernd so aussieht wie hier ist unendlich klein; lediglich die Bilanz aus dem Ganzen würde sich gleichen – also die Menge an Energie, Raum, Masse usw.


    Zudem halte ich es für sehr unwahrscheinlich, weil ich die Idee des Determinismus nicht für sonderlich haltbar befinde. Es ist eine Idee, die sich insbesondere aus den Gesetzen der Thermodynamik gebildet hat – Es kann keine Energie erzeugt oder zerstört werden, und die Umwandlung muss eine Ursache haben – Aktion und Reaktion. Unabhängig davon, ob wir einen echten freien Willen haben oder nicht – das können wir wann anders ausdiskutieren – ignoriert die strikte Annahme, dass der Determinismus überall anwendbar sei, leider die Realität der Probabilität – der Stochastik. Es ist nunmal so, dass viele Sachen zu einer bestimmten Wahrscheinlichkeit zufällig auftreten, und es kann so determiniert sein, wie man will, den Einfluss des Zufalls kann keiner bestreiten. Und bei gleicher Wahrscheinlichkeit kann man nicht davon ausgehen, dass sich auf beiden Enden des Universums – sofern wir vorherigen Punkt außer Acht lassen – zufällig immer dasselbe Ergebnis gibt. Tatsächlich gibt es auch Wissenschaft-Philosophische Ansätze, die von Paralleluniversen sprechen – es gibt unendlich viele Universen, in jedem Universum ist ein bestimmtes Ereignis zufällig verlaufen. Entscheidest du dich morgen z.B., mit einem blauen Hut aus dem Haus zu treten, hast du damit ein neues Paralleluniversum geschaffen, da du in einem anderen mit einem roten Hut das Haus verlassen hast, in einem anderen wiederum gar keinen Hut usw. – denn die Realität ist im Endeffekt nur eine Summe aller Wahrscheinlichkeiten lt. dieser Theorie. Du hast vorhin Quantenmechanik erwähnt – auch dort wird diese Aussage gemacht.


    Okay! Damit bin ich mit diesem Punkt fertig, und ich komme abschließend zu meiner persönlichen Meinung bzgl. Religion.


    Es war denke ich nicht schwer herauszulesen (wer bis hierhin mitgelesen hat), dass ich Atheist bin. Ich bin generell bei der Frage, ob es Gottheiten gibt oder nicht, ein agnostischer Atheist: Ich schließe die Möglichkeit nicht aus, da wir es einfach nicht wissen können, aber ich sehe keinen Grund darin, an irgendwelche Götter zu glauben. Im Hinblick auf Götter der gängisten Religionen heutzutage – ich denke dabei vor allem an die abrahamitischen Religionen, aber auch an den Hinduismus – bin ich aber der Meinung zu wissen, dass es sie nicht gibt. Man kann zwar keine Beweise dagegen aufzeigen – man kann nämlich NIEMALS ein Negativ ent-weisen (sucht mal Beweise gegen Einhörner...) – aber man kann Fehler in ihrer Definition anhand ihrer heiligen Schriften entdecken – und derer gibt es jede Menge, z.B. einem alles-vergebenden Gott, der aber die komplette Welt überflutet und damit fast alle Menschen und Tiere der Welt zerstört – das ist ein Paradox, und demnach muss die Definition dieser Gottheit falsch sein, ergo, es gibt ihn nicht.


    Bei der Frage, ob man jetzt allgemein an eine übersinnliche Macht glaubt oder nicht, werde ich oft gefragt, warum ich denn so überzeugt sei, es müsse doch mehr geben als das, was wir bisher wissen usw. – dazu kommt jetzt meine Erklärung.


    In der Welt kann man allgemein nur schwierig absolute Wahrheiten feststellen, weil es eben soviel gibt, was wir noch nicht wissen. Allerdings arbeitet unsere moderne Wissenschaft mittlerweile mit der Wissenschaftlichen Methode und der Nullhypothese, und an die halte ich mich wenn es darum geht, Wahrheiten zu erfassen:


    Man legt eine Nullhypothese fest. Diese Nullhypothese ist die als wahr anzuerkennende Position. Sie muss leicht widerlegbar sein, d.h. ein kleiner Beweis muss ausreichen, umd es als falsch anzuerkennen – dann wird die Alternative als Wahr angenommen und als neue Nullhypothese definiert. Solange die Nullhypothese nicht widerlegt wird, wird sie als wahr anerkannt, denn es gibt keinen vernünftigen Grund davon auszugehen, sie sei nicht wahr – außer man hat eben entsprechende Beweise, und dann wird die Nullhypothese ja auch direkt als falsch eingestuft.


    Wenden wir diese Methode also auf die Wahrheit der Gottesfrage an, sieht es ähnlich aus. Die Aussage „Es gibt keinen Gott“ muss die Nullhypothese sein, weil „Es gibt Gott“ nicht zu ent-beweisen ist – nicht weil die Gottesposition so überzeugend ist, sondern weil man wie oben schon gesagt einen Negativ nicht beweisen kann. Man kann genauso wenig beweisen, dass es Einhörner, Trolle oder sonstwas in der Realität gibt. Also: „Es gibt Gott“ kann nicht Nullhypothese sein, weil es unmöglich ist das Gegenteil zu beweisen. Dementsprechend muss „Es gibt keinen Gott“ unsere Nullhypothese sein; es passt auch deshalb, weil es einfach ist das Gegenteil zu beweisen: Ein kleiner Beweis für die Existenz Gottes reicht aus.


    Also: Ich halte an die Nullhypothese fest, dass es keine Gottheit gibt, und das solange, bis ich einen Grund habe diese Überzeugung aufzugeben. Natürlich kann es Gottheiten geben, aber ich habe keinen Grund solch eine Annahme zu machen. Wozu auch?


    Ein anderer, weniger methodisch basierter Grund wäre aber auch die folgende Überlegung:
    Jede Religion, jede Fraktion dieser Religionen, und jede Sekte macht den Anspruch, den richtigen Weg innezuhalten. Jede dieser Religionen usw. hat massenhaft Menschen, die behaupten, dass sie mit ihrer Gottheit oder sonstwas sprechen können oder Erfahrungen gemacht haben, die sie absolut überzeugt haben (Unfall knapp überlebt oder eine schlimme Krankheit überwunden o.Ä.) und sind deswegen absolut davon überzeugt, ihr Weg sei der richtige. Wo ist aber bitte der Unterschied? Wieso ist Religion A besser als Religion B, wenn beide dieselben „Beweise“ an den Tag Bringen? Man kann es mit folgendem Gedankenspiel beschreiben: Stell dir vor, du stehst in einem kreisförmigen Raum; es gibt allerdings im Raum tausende Türen, die aus den Raum hinausführen. Du nimmst die erste Tür und läufst eine Weile einen Gang entlang. Immer mal wieder taucht eine Person auf, die dir sagt „Ja, du befindest dich auf dem richtigen Weg! Nur weiter so!“ Irgendwann überlegst du dir aber „Ach, das war vielleicht doch die falsche Tür“, gehst zurück und probierst eine andere. Auch hier triffst du in regelmäßigen Abständen eine Person, die dich dazu ermutigt weiterzumachen. Irgendwann kommt dann hoffentlich die Überlegung: Egal, welchen Weg ich nehme, überall treffe ich auf andere Leute, die von der Richtigkeit dieses Weges überzeugt sind. Ich kann unmöglich alle Wege ausprobieren; dazu fehlt mir die Lebenszeit. Ich muss also entweder hoffen, dass mein Weg der richtige ist, denn ich habe nur noch für diesen Weg genug Zeit.“
    Wenn die Überlegungen sogar noch besser und weiter gehen, stellt man irgendwann fest, dass dieses Spiel UNMÖGLICH zu gewinnen ist. Man könnte meinen Atheismus also so definieren:
    Die Ablehnung, ein unmögliches Spiel zu spielen, und mich stattdessen auf rationale Sachen zu konzentrieren.


    Sooooooo
    Ich bin endlich fertig :ugly:
    Ich hoffe, dass ich für den einen oder anderen einige interessante Punkte erläutert habe, und für den einen oder anderen ist jetzt hoffentlich die Position des Atheisten etwas logischer nachvollziehbar. Ich habe jetzt absichtlich die Ethik (fast) komplett außen vor gelassen, denn bisher haben wir uns nur damit befasst, warum es unnötig ist eine Religion zu haben. Mit der Ethik kommen wir dann in einen etwas kontroverseren und schwierigeren Bereich hinein, den ich hier wenn möglich eher vermeiden möchte.


    Sry für den langen Text, und auch viel Spaß beim Lesen (falls es lesbar ist).


    LG
    Tido


    Edit: Morgen geht die Schule wieder los, und ich schreibe hier Romane...

    Seid ihr so, wie ihr sein wollt?


    Eine ungeheuer wichtige Frage. Und was soll man darauf antworten? Eigentlich nein, natürlich nicht, ich möchte noch so viel mehr aus meinem Leben machen, es gibt so viele Ziele, die ich noch erreichen möchte. Und dabei weiß ich noch gar nicht wirklich, was ich eigentlich studieren möchte!


    Wie ein Vorposter sagte, gibt es eben tatsächlich auch die Frage: Ist es denn sinnvoll, als Mensch die Person zu sein, die man gerne sein möchte? Wird dadurch nicht der eigene Drang, sich weiterzuentwickeln, gedämpft? Ist es denn nicht gesünder, ständig nicht komplett die Person zu sein, die man gerne wäre, damit man sich auch ständig verbessert? War es denn nicht Sokrates, der Urvater der Philosophie, der einst sagte: Wer glaubt etwas zu sein, hört auf etwas zu werden?


    Aber bevor ich hier anfange von Philosopie, von der ich sowieso nicht wirklich etwas verstehe, zu quatschen, komme ich auf die Frage zu sprechen, um die es hier eigentlich geht:


    Seid ihr mit euch zum gegenwärtigen Zeitpunkt zufrieden?


    Diese Frage ist wesentlich einfacher, wenn auch wesentlich schmerzvoller zu beantworten. Denn hier bedeutet "Nein", nicht wie bei der anderen Frage, dass man einfach dabei ist sich zu verändern, sondern, dass man sein Leben nicht genießt und sich möglicherweise auf eine Art entwickelt, die man eigentlich gar nicht haben möchte.


    Also: Bin ich mit mir zum gegenwärtigen Zeitpunkt zufrieden? Ich weiß es nicht. Ich weiß, dass ich es lange, lange Zeit nicht war; darauf komme ich gleich zu sprechen. Ich weiß auch, dass ich derzeit aber weiterleben will, weil es so vieles gibt, für das es sich zu leben lohnt. Trotz der Absurdität unseres Zeitalters. Trotz der Sinnlosigkeit unseres Handelns und dem baldigen Tod, der jeden Menschen früher oder später trifft. Spielt es eine Rolle, ob man früher oder später stirbt? Ich glaube nicht.


    Früher (niedliches Wort, wenn ich mir überlege, dass ich - dass fast alle in diesem Forum - noch recht jung sind) war ich unendlich unglücklich. Ich hatte die ersten Jahre eine recht normale Entwicklung; zumindes schätze ich, dass ich recht nahe an das herankam, was man als "normal" bezeichnen würde. Ich war im Kindergarten aber wohl etwas voreilig; ich wollte nie basteln, sondern schon recht früh lernen - die Vorstellung zur Schule zu gehen war einfach zu verlockend. So hat man letztendlich nachgegeben und mich ein Jahr früher eingeschult, als es eigentlich normal ist.


    In der Schule selbst kam ich ebenfalls gut zurecht. Ich glaube, es liegt daran, dass ich damals schon die Fähigkeit hatte mich gut zu konzentrieren. Ja, in der Tat halte ich das für die größte Schwierigkeit bei jungen Menschen - Konzentrationsmangel. Das ist der Grund, warum sie scheinbar soviel langsamer lernen als Studenten - sie konzentrieren sich einfach nicht so gut. Gerade als Kind.
    Wie gesagt hatte ich aber dieses Problem nicht, und ich kam mit dem Stoff so gut klar, dass mir angeboten wurde die dritte Klasse zu überspringen und direkt in die Vierte zu kommen. Wir haben viel darüber diskutiert, und meine Eltern haben mir angeraten es nicht zu tun - allerdings sind sie sehr liberal, und so wollten sie mir letztendlich die Entscheidung überlassen. Auch wenn ich eine liberale Einstellung bei Eltern gut finde, finde ich es inzwischen in einer solchen Situation eher nicht gut - denn der Gedanke, bei den "Großen" zu sein und besseren Stoff zu lernen war zu verlockend, und so entschied ich mich dazu, den Sprung zu machen; wahrscheinlich der größte Fehler meines Lebens, wie sich herausstellte.


    Das Problem war jetzt, dass ich 2-3 jünger war als meine Klassenkameraden. 1-2 Jahre ist nicht so schlimm, aber als 7-8-Jähriger bei 9-10-Jährigen? Das war etwas krass. Anfangs war es aber gar nicht mal so schlimm, aber ab der fünften Klasse und schließlich in der sechsten Klasse war es richtig mies. NIcht nur, dass ich so viel kleiner war als die anderen, aber dazu kam noch, dass ich damals schon gerne las, Klassische Musik mochte und ziemlich friedliebend war und bin - da Jungs in dem Alter eher aggressiv sind und sich mit Kraft messen, kam ich wohl nicht so gut an. Ich wurde als Weichei wahrgenommen und nach und nach immer mehr gemobbt.


    Dementsprechend kam auch mit der 7ten Klasse der Schulwechsel auf ein reines Gymnasium in der Hoffnung, dort besser zurechtzukommen. Allerdings wurde es im Gegenteil noch schlimmer, weil zwar Kinder grausam sein können, Teenager aber noch grausamer. Anfang der 8ten sprach ich nochmal mit meinen Eltern über einen Schulwechsel, aber ich entschied mich lieber zu verweilen - die Oberstufe rückte ja schon langsam näher. Außerdem fing ich an das Mobben zu ignoreren, floh mich in die Spielwelt von SC2 und suchte dort Freude zu empfinden, und so langsam fand ich mich damit ab und lebte einfach vor mich hin. Ich kam zu dem Schluss, dass ich einfach anders bin.


    Auch konnte ich mit meinem ältesten Bruder gut reden; er zeigte immer viel Verständnis für meine Situation und bot sich, trotz des 6-Jährigen Altersunterschiedes, als toller Gesprächspartner an, im gegensatz zu meinen 3 anderen Brüdern (ja, das kann hart sein :ugly: ). Diese hingegen fanden es eher lustig, mich noch weiter zu piesacken. Es war aber trotzdem gut auszuhalten.


    Glücklicherweise wurden meine schulischen Leistungen – trotz des Mobbens – nicht schlechter, und somit kam ich letztes Jahr (G8 sei dank) aufs Oberstufengymnasium. Hier machte ich die Erfahrung, dass – obwohl sie nicht freundlicher werden – zumindest die Klassenkameraden einen in Ruhe lassen, und hier lernte ich auch einige anderen „Außenseiter“ kennen. Ich brauchte lange mich mit ihnen anzufreunden – durch mein vergleichsweise junges Alter und meine für Schülerverhältnisse doch fast vernünftige Weise mich zu artikulieren werde ich mittlerweile sogar als arroganter Snob abgestempelt, obwohl ich mich niemals über jemand anderen erheben wollen würde – aber nach und nach habe ich mich mit einigen angefreundet, und seit Anfang diesen Schuljahres treffen wir uns sogar regelmäßig zu Spieleabenden, die richtig lustig sind.


    Heute - gerade mal ein paar Monate später – bin ich viel selbstbewusster. Ich weiß, was meine Interessen sind und ich stehe dahinter. Ich weiß, dass ich etwas mit meinen Interessen machen möchte, und ich habe kein Problem mehr damit, wenn man mich als Sonderling oder Snob empfindet – das ist nicht meine Schuld, und es ist nicht meine Verantwortung damit umzugehen. Wenn ich Leute finde, die mich so akzeptieren können wie ich bin, bin ich natürlich überglücklich – mehr Leute mit denen man interessante Gespräche führen kann – aber wenn nicht, stört es mich auch nicht, gerade deshalb, weil ich auch bald Student bin (Abi 2015) und dann endlich richtig und auf „professioneller“ Basis diskutieren kann und darf. Und mit den anderen Schülern komme ich sowieso besser zurecht mittlerweile – sie haben sich damit abgefunden, dass ich ich bin, und mobben passiert in der Oberstufe – so wie ich das bisher empfunden habe – sowieso nicht in dem Maße vor, wie es noch in der schrecklichen Mittelstufe der Fall ist.


    Also – bin ich zufrieden? Bis vor nicht allzu langer Zeit – garantiert nicht. Das Leben war furchtbar. Jetzt? Nachdem ich jetzt diesen langen Post geschrieben habe: Ja, ich glaube schon. Die letzten 2 Jahre sind auf jeden Fall wesentlich besser als die vorherigen, und ich freue mich darauf, dass die weiter Zukunft noch besser werden kann.


    Meine Güte, ist ja furchtbar wie persönlich ich hier geworden bin
    LG
    Tido


    P.S.: Ich habe die Details meiner Vergangenheit als Spoiler versteckt, weil es eher die Frage beantwortet: Wie erging es mir früher, und nicht: Wie ergeht es mir jetzt
    Edit: Wow, Spoiler löschen Teile der Nachricht. So ist nur die Hälfte des Textes hier geblieben -.- Habe also den Teil im Spoiler neu geschrieben...


    Naja der Schritt von Dr. Frank N Furter zu Cinderella ist jetzt nicht so groß :ugly: :ugly:
    Trotzdem... Neee :D


    Aber auch Film/Buchcharaktere benutzen zu dürfen macht es NOCH schwieriger! Damit gibt es eine unendlich große Liste an guten Sachen :(


    Naja, mal schaun wann sich die Gelegenheit dazu bietet :engel:

    Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand ist ein geniales Werk. Ich habe es auf englisch gelesen, und ich fand es zum Schieflachen. Klar, es ist kein tiefes, emotionales, schwieriges Werk, aber dafür unglaublich humorvoll und voll von Witz.


    Derzeit lese ich einen richtig alten und fetten Schinken: Ovids "Metamorphosen", einem Werk aus der Antike :ugly:


    Es ist aber recht angenehm und einfach zu lesen, liegt aber natürlich an der sauberen Übersetzung ins Deutsche, die eben nicht wörtlich, sondern poetisch angelehnt ist. Dadurch ist es auf jeden Fall verständlicher und schöner als meine merkwürdigen Übersetzungen im Lateinunterricht :ugly:


    Inhaltlich handelt es, wie der Name vermuten lässt, von allerlei Geschichten über Verwandlung. Es ist richtig spannend und einige der Geschichten sind richtig toll.