Ich rede vom Abwägen? Dieses Wort habe ich eigentlich nur einmal im Sinne der Tätigkeit verwendet und es sollte eigentlich nicht das Thema meines Beitrags darstellen. Wie auch immer...
Etwas realistisch abzuwägen hat nichts mit den mentalen Schwächen der Selbstfindungsphase zu tun. Es ist genaugenommen eine Fähigkeit, die dir mehr oder weniger einfache Entscheidungen erleichtert.
Du siehst, der Graben ist zwei Meter breit und wägst deine Chancen zuerst einmal gründlich ab um später dann seriöse Entscheidungen treffen zu können.
Jemand in des Selbstfindungsphase ist sich ja überhaupt nicht im klaren, dass er über den Graben, um das Beispiel nochmal auf zu greifen, drüber muss. Er hat überhaupt keine Ahnung, welche Richtung er einschlägt bevor er sich nicht bzw. seinen Weg nicht "gefunden" hat. Hat der Schüler aus deinem Beispiel seine Selbstfindungsphase erst überwunden, dann kann er auch abwägen, welchen Aufwand er betreiben muss um seine neu gesteckten Ziele zu erreichen.
Verstehst du, das sind zwei völlig verschiedene Dinge^^
Und offenbar hast du das mit den Rollen ebenfalls noch nicht so ganz verstanden. Menschen in den verschiedensten Altersstufen haben ihre Rollen, sogar dein Hund oder dein Meerschweinchen hat seine Rollen. Wie bereits gesagt, Rollen sind so etwas wie Beziehungen. Für Mutter und Vater spielt man eine Rolle, für die Kumpels, für die Lehrer und all den Menschen, denen du so auf der Straße begegnest. Oft nur passiv, aber egal...
Deine Mutter erwartet von dir, dass du staubsaugst, dein Bruder will Mathe erklärt bekommen, dein Freund will mit dir Zocken und dein Lehrer will von dir einen Aufsatz, den er dann benotet. Alles muss gleich geschehen, da du in wenigen Stunden zu einer vierstündigen Wurzelbehandlung musst und erst um 11 Uhr nachts wieder nach Hause kommst. Jetzt kommt es auf die Prioritäten an. Willst du deine Mutter enttäuschen, deinen Freund oder deinen Bruder? Den Lehrer magst du sowieso nicht, nur gibt der dir dann eine schlechte Note, wenn du nichts ablieferst. Hier kommen nun die Prioritäten ins Spiel. Schule geht freilich in solch einem Fall vor. Deinem Freund, deiner Mutter und deinem Bruder kannst du relativ gut absagen und die werden es dir auch nicht großartig übel nehmen. Trotzdem ist die Mutter nun genervt, weil du es nicht geschafft hast, deine Zeit gut einzuteilen und sie nun selbst staubsaugen muss. Wenn du deinem Freund absagst, dann entgeht dir was und das nervt dich und dein Bruder ist dann ebenfalls genervt, weil er jetzt wieder total gefrustet über den Hausaufgaben hängt.
Du wurdest vielen deiner Rollen nicht gerecht um die höher gestellten Erwartungen Anderer nicht zu enttäuschen. Selbst wenn du im Straßenverkehr vergisst, beim Abbiegen zu blinken, weil deine Freundin neben dir sitzt und dich ablenkt, dann enttäuschst du den Fahrer hinter dir, auch wenn er es zwei Sekunden später wieder vergisst und vergibt.
Wenn du deiner Rolle nicht gerecht wirst, weil du einfach unfähig bist oder die Erwartungen zu groß sind, dann nennt sich das Intrarollenkonflikt, nicht Interrollenkonflikt. In der Selbstfindungsphase ist man wohl in solch einem Zustand er Unbesonnenheit und Unsicherheit, dass viele Dinge im Leben einfach missglücken. Ein Interrollenkonflikt ist immer eine Komplikation zwischen zwei oder mehreren deiner Rollen.