Ein toller Thread. Mich beschäftigt dieses Thema schon lange und ich finde es sehr interessant wie unterschiedlich die meisten Menschen damit umgehen. Da ich mit meinem Partner zusammen sehr viele Videospiele sammle ist das Ergebnis natürlich auch ein unglaublich großer Stapel an Spielen. Wobei ich sagen muss, dass es in den letzten Jahren auch immer besser geworden ist mit unserem Konsumverhalten und dem Spielen der Spiele. Natürlich haben wir immer noch sehr viele Spiele, aber dadurch, dass wir nicht mehr alles Release kaufen (oder seltener) ist einfach auch dieser Druck weg Teil von etwas zu sein.
Die "beste Medizin" dagegen war für mich definitiv von Menschen Abstand zu nehmen, die genau diesen Einfluss verstärken. Ich tausche mich nach wie vor noch über Videospiele aus, aber auf eine ganz andere Weise als vorher. Und das tut echt gut. Außerdem habe ich generell eine größere Distanz zu Social Media und nutze das meist nur noch privat (oder mit Schloss davor). Gerade letztes Jahr hatte ich sehr unter den Einfluss von Menschen gelitten die wirklich alles immer sofort gekauft haben. Generell finde ich es bedenklich wie viel manche Gamer konsumieren. Das ist natürlich jedem selber überlassen. Wir haben ja trotzdem noch einen sehr hohen Konsum, aber ich finde es in dem Punkt bedenklich weil es sich nicht jeder leisten kann ständig aktuell zu sein und ich das Gefühl habe gerade solche Gaminginfluencer, die direkt an der Quelle sitzen und eventuell auch noch von den Firmen direkt supportet werden, vermitteln dann den Eindruck, dass es normal wäre so viel gleich zu Release zu besitzen.
Gerade das Video von YetiVin kann ich dabei sehr ans Herz legen, da dieser das Thema FOMO sehr gut thematisiert. Tatsächlich gibts gerade bei meinen Lieblings-Gamingyoutubern wohl viele die genau mit dieser Thematik am Struggeln sind.
Ich selbst hatte auch sehr lange gebraucht um überhaupt diese 'entspannte' Einstellung zu bekommen. Natürlich spreche ich mich nicht ganz davon frei. Es ärgert mich selber, dass ich so viele angefangene Open World und RPG's habe (gerade bei denen neige ich am Schnellsten dazu Spiele zu pausieren), aber ich habe immer mehr gelernt zu akzeptieren, dass man als Erwachsener nicht immer die Zeit oder Lust dazu hat.
Was noch hinzu kommt ist, dass ich halt auch andere Hobbys habe, die mich auch sehr stark einnehmen. Sei es das Geschichten schreiben, Zeichnen oder generell die Pflege um die Haustiere. Ich schaue auch gerne Anime und echte Serien, was natürlich ein zusätzlicher Zeitfresser ist. Da muss man halt wohl oder übel Prioritäten setzen, da man eine Sache (in meinen Augen) auch mehr genießen kann wenn man sich vollkommen auf diese fokussiert.
Es fühlt sich halt gerade als Erwachsener oftmals wie in einem großen Süßigkeitenladen an, wenn man so eine große Ansammlung an Videospielen hat. Ich sehe darin aber nicht nur Nachteile. Es ist ein tolles Gefühl wenn man weiß: "Hey, ich hätte so Lust auf dieses Spiel" und man muss es einfach nur einlegen und kann es spielen. Das ist ein Luxus den sich nicht jeder leisten kann. Und eigentlich befinden wir uns als Gamer gerade auch in einer wie ich finde 'goldenen Ära', da wir noch nie so viel Zugriff auf so viele verschiedene Videospiele hatten. Retro Titel, Remakes, Remaster, aber auch so viele neue Reihen und generell auf allen Plattformen verteilt. Dazu noch Indie Spiele... ich finde es ist mittlerweile wirklich für jeden etwas dabei. 💗
Mir hat es gerade bei großer Lustlosigkeit gut getan einfach Mal nichts zu zocken. Dasselbe habe ich bei meinen anderen Hobbys. Und manchmal hilfts auch ein altes Retrospiel wieder anzuschmeißen. Muss jetzt nicht für jeden funktionieren, aber ich glaube in einer Zeit wo die Spiele immer größer und länger werden können kleinere, alte RPGs oder andere Videospielgenres schneller eine Befriedigung auslösen als das Abklappern von X Aufträgen bei Open World. :)