Beiträge von Erolatilon

    Die Thematik um Religion, Glauben, Weltanschauung und Ethik sind wahnsinnig spannend und unglaublich vielschichtig, so dass es mir immer genauso schwer fällt konkret festzuhalten, ob, was und woran ich glaube wie dies auch entsprechend wiederzugeben.

    Zunächst einmal fühle ich mich in keiner der großen Religion wirklich heimisch. Kulturell hat mich sicherlich das Christentum und darin gerade die katholische Kirche geprägt, bin ich als Kleinkind katholisch getauft und bis dato nicht aus der Kirche ausgetreten. Ich habe die erte Buße getan, die erste heilige Kommunion erhalten und fühle mich in Kirchen auch immer dazu verpflichtet, mir mit Weihwasser das Kreuzzeichen zu bezeichnen und in Gedanken "Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes" zu rezitieren. Grundsätzlich habe ich in Kirchen, kirchlichen Einrichtungen oder unter katholisch-gläubigen Menschen ein starkes Zugehörigkeitsgefühl, dass sich mehr aus dem Anhaften kindlicher Erfahrungen speist als aus der Überzeugung zu diesem Glauben hin.

    Diesen habe ich nämlich mitnichten. Ich studiere eine Naturwissenschaft, welche mir das rationale Denken, den Gedanken der Aufklärung und die analytische Denkweise nahelegt. Dementsprechend habe ich ein sehr nüchternes Weltbild, wenn es um die Frage nach Entstehung der Welt oder dem Einfluss eines Gottes oder einer sonstigen übernatürlichen Macht geht. Ich weiß es nicht, deswegen kann ich mit dieser Methodik nichts darüber aussagen.

    Denoch unterscheide ich zwischen meiner rationalen, den Naturgesetzen unterworfenen Sichtweise und einer eher seelisch-emotional aufgefassten Weltsicht. Ich würde das mit verschiedenen Brillen vergleichen. Die Wirklichkeit als solche ist für mich weder mit der Naturwissenschaft noch mit dem Glauben zu erkennen. Wir haben nur verschiedene Möglichkeiten, die ein oder andere Sache zu betrachten. Das ganze Modell der Naturwissenschaften basiert auf einfachen Annahmen, Beobachtungen, Experimenten und Hypothesen. Wahrheit und Wirklichkeit sind nur im Rahmen gewisser Vorraussetzungen zu bestimmen, die wiederum durch neue Erkenntnisse verändert werden und demnach nie die ‚letzte Wahrheit' darstellen.

    Ergo, geht es mir in meiner Hinwendung zum Glauben gar nicht darum, eine klare Erklärung für die Welt und die Vorgänge darin zu finden, sondern eher um gedankliche Konstrukte, die mir Bereicherung in meinem seelischen und emotionalen und zu Teilen auch im sozialen Leben bieten.

    Für mich sind die meisten Religionen und Glaubenssysteme, genau das: Konstrukte einer Wirklichkeit, die es so gar nicht gibt. Aber genau daraus speist sich deren Kraft. Ich weiß nicht, ob jemand von euch das Zitat vom Tod aus Terry Pratchets Roman „Schweisgalopp“ kennt:

    "Man muss an Dinge glauben, auch wenn sie nicht wahr sind, wie sollten sie sonst wahr werden?"

    In gewisser Weise ist das der Kern meiner eigenen Anschauung. Ich möchte an Dinge glauben, an die es sich lohnt zu glauben: Liebe, Treue, Freundschaft, Loyalität, Gerechtigkeit, Aufrichtigkeit, Weisheit, Hoffnung, Freundlichkeit, Toleranz, Frieden und Freiheit.

    All diese Dinge kann keine Maschine der Welt messen, dennoch messe ich ihnen gewaltige Bedeutsamkeit in meinem Leben zu. Auch wenn die Welt ein trostloser, ungerechter von Kriegen und Lügen verwitterter Ort sein mag, so möchte ich an Hoffnung, Gerechtigkeit, Frieden und Aufrichtigkeit glauben. Einfach aus dem selbstsüchtigen Anspruch heraus, dass ich es anders wohl nicht ertragen könnte.

    Und um den Wert dieser Dinge greifbarer zu machen, so glaube ich, dienen letztlich viele Religionen. Der Mensch denkt in Bildern, liebt Geschichten mehr als trockene Theorien und versteht Beispiele, Vergleiche besser als analytische Verallgemeinerungen. Ich denke, dass der Ursprung der Religion darin liegt, diese Werte zu vermitteln, um ein allgemeines Miteinander zu fördern, das Idealen folgt, die so nicht der Wirklichkeit entsprechen.

    Was gar nicht negativ gemeint ist. Im Gegenteil, ich halte es wichtig, eine Vorstellung von einer besseren Welt zu haben, einer zukünftigen Welt in der wir gedenken zu leben. Auch die Rituale, die häufig mit Religionen einhergehen will ich nicht verteufeln sondern sehe deren Nutzen. Gemeinsame Zeichen und Bräuche geben ein Zusammenhörigkeitsgefühl, welches für den Zusammenhalt solcher Gruppierungen notwendig ist. Gemeinhin halte ich viel von Ritualen, nicht jener Art, wo Menschen oder Tiere geopfert werden sondern eher Gesten, Sprüche und Handlungen, die einer festgelegten Handlung folgen und einen hohen Symbolgehalt innehaben.

    Auch Symbole haben in meinem Glaubensbild einen hohen Stellenwert, da sie grundlegende Zusammenhänge abstrahieren und in vielschichtiger Weise miteinander in Kombination bringen. Das führt mich zur Hochachtung vor allen Arten von Schrift, bildender Kunst und Musik, die in meinen Augen sowohl Teil dieses seelisch-emotionalen Glaubensprozess sind, als auch der Meinung, dass sich Inhalte des Glaubens durch diese darstellen lassen.

    Wie und in welcher Form sich das realisiert hat, ist glaube ich maßgeblich von der Umwelt und den daraus resultierenden Faktoren bestimmt. Die Ursprünge solcher vielgestaltiger Religionen sehe ich in unterschiedlich kulturell geprägten Gegenden dieser Welt. Die Ausübungen, Bilder und Rituale sind somit von Volk zu Volk unterschiedlich, was letztlich zu genau der Entfremdung und den Grenzen führt, in welchem die verschiedenen Religionen einander als unüberwindbar sehen.

    @ Yunavi:

    Komme auch gerade aus dem Kino, allerdings hatte sich bei mir die Wahl gestellt zwischen The LEGO Movie und Der Hundertjährige der aus dem Fenster stieg und verschwand. Obwohl der Titel so lang ist, habe ich letzteren gewählt, einfach weil ich im Hinterkopf irgendetwas von guten Kritiken behalten hatte.

    Handlung+Bewertung

    Dieser Film fängt gleich schon mit einer, seinen Humor ausmachenden Szene an. Die Katze des Protagonisten, dem Hundertjährigen "Allan Karlsson" (nicht „Ällen“, sondern „Allan“, der Film und auch das Buch stammen aus Schweden), namens Molotov wird von einem Fuchs getötet, welchen der alte Mann mit Dynamit in die Luft jagt. So krass und furios die Knalleffekte in diesem Film gewählt sind, so liebevoll gestaltet sind auch die Charaktere, allesamt gescheiterte Existenzen, die sich im Laufe des Films als doch nicht ganz gescheitert erwiesen.

    Noch bevor Allan zu seinem hundertsten Geburtstag im Altersheim gefeiert werden soll, steigt dieser aus seinem Fenster, stapft über das Blumenbeet und mit seiner leicht bis stark senilen, aber doch liebenswerten Art schaff er es direkt die Sympathie des Zuschauers zu gewinnen. Seine Abenteuerreise, die hier beginnt ist nur die Fortsetzung seines schon immer recht turbulenten Lebens, dass retrospektiv sowohl viele Schicksalsschläge, aber im allgemeinen eine faszinierende mit Charm und Naivität gespickte Weltsicht beinhaltet, die stark an „Forest Gump“ erinnert.

    Nachdem er früh seine Liebe für Sprengstoff entdeckt hat, den reichsten Industriellen des Ortes bei einer Probesprengung (das Motiv zieht sich durch den ganzen Film) und daraufhin in eine psychatrische Klinik gesteckt wurde, hat ihn ein Rassen-Biologe, der negroide Anlagen an ihm gefunden hat, kastriert. Während er die Tragweite der Ereignisse um sich herum gar nicht begreift, sprengt er spanische Brücken, feiert er mit dem Diktator Franco, hilft beim Bau der Atombombe im Manhattan-Projekt, wird vor Stalin geladen und in ein Arbeitslager gesteckt, wo ihm Albert Einsteins (fiktiver) Idioten-Bruder Herbert Einstein beim Ausbruch hilft. Daraufhin wird er Doppelagent in Amerika und Russland, trägt somit seinen Teil zum kalten Krieg bei, um schließlich den Mauerfall herbeizuführen.

    Parallel zu seiner Lebensgeschichte läuft ein kurioser Kriminalfall, in dem er teils Täter teils Opfer ist, aber doch eher Täter. Einen Koffer voller Geld (50 Millionen schwedische Kronen, das sind ungefähr 5 Millionen Euro) schleppt er unwissentlich durch Schweden, trifft unterwegs auf einen alten Bahnhofswärter, einen Dauerstudenten, der fast Zoologe, fast Tierarzt, fast Betriebswirt, aber voll und ganz single ist, eine Frau, die mit ihrem entführten Zirkus-Elfanten Sonja ein kleines Blockhaus in der schwedischen Pampa besitzt. Dieses Kleeblatt hat es mit einer Rockerbande zu tun, die hinter dem Geld und somit hinter den Vieren her ist, wobei Zufall und eine gehörige Portion Querverknüpfungen unter den Charakteren immer wieder zu ungeahnten Ausflüchten, Verfolgungsjagden und Verwechslungsspielchen führt.

    Alles in allem ein sehr lustiger Film, der allein druch seine Situationskomik, die skurrilen Charaktere und den zwar morbiden Humor, der allerdings nie verletztend, sondern höchstens durch pointierte Explosionen (sowohl verbal, inhaltlich oder auch echtes BUMM), zu überzeugen weiß. Mir gefiel vor allem die Leichtigkeit und die charmante Erzählweise, die durch den fast komödienhaften Verlauf der Geschichte führte. Sowohl die Geschichte des etwas tattrigen, aber stets rüstigen Allans, als auch die Geschichte der letzten Hundert Jahre.

    Dieser Film ist definitiv für alle Leute zu empfehlen, die Forest Gump mögen, sich gerne auf Filme einlassen, die nicht immer voller Aktion sind, sondern Geschichten erzählen, die wunderbar, komisch aber auch wunderbar komisch sind.

    Von mir gibt es 9 von 10 Patronenhülsen in Elefantenkot :D

    Yliane:

    Du kannst Dich von außen mit dem Fanghaken über einen Schornstein ziehen und landest dann sozusagen im "Abluftsystem" der Wolkenhort-Schule. Dort kannst Du dann sowohl den Bürgermeister bespannen oder auch in Zeldas Zimmer kriechen, wo Du ihr Tagebuch lesen und Dir die Bilder anschauen kannst :)

    In diesem Video siehst Du etwa bei 10:25, wie man genau hineinkommt :)

    Zitat

    Original von Evelyn Jade
    [...] Da muss ich an Erolation, unser Urgesteingorone denken, der einmal die Geschichten mit seinem Schreibpartner Mereko als Buch gebunden hat

    [SIZE=7]Selbst nach acht Jahren noch, Jadilein, man schreibt mich mit L :ugly: [/SIZE]

    Wie auch immer :D Ich hatte tatsächlich mal vor, diese Geschichte zu vertonen. Habe mitlerweile ein ordentliches Mikrofon und würde, wenn Mereko damit einverstanden ist (hab den Kerl seit Wochen nicht mehr geschrieben, alter F-Fisch...) auch gerne damit fortfahren. Wenn wir das über Youtube laufen lassen könnten, wäre das auch ziemlich lustig, hab zwar nur einen kleinen Abonennten-Kreis, aber das wäre dann zumindest direkt aus dem RPG. Schließe mich da LadyThumperGirl an, dass Youtube immer gut für das "Werben" für Websites genutzt werden kann :)

    Andererseits hatte ich auch schonmal darüber nachgedacht, die Chroniktexte zu vertonen, da ich für meinen Teil finde, dass sich gerade das ziemlich gut umsetzen ließe und auch spannend zum Anhören wäre. Aber besser wir diskutieren in dem RPG-Hörspiel-Thread von Schleifi weiter darüber :D

    @ Yunavi:

    Ich finde ja Kästners Gedichte haben ähnlich wie die von z.B. Wilhelm Busch alle so einen schmunzlelnden Unterton, der ein bisschen augenzwinkernd ein bisschen oberlehrerartig große Wahrheiten in kleine Anekdoten verpackt. Auch hier ist dem Thema des Mordes mit der kindlichen Spielwelt der Kinder so verknüpft, dass dieser groteske Eindruck entsteht.

    Ich muss zugeben ich habe dieses Gedicht heute zum ersten Mal gelesen und bin erschüttert und gleichzeitig fasziniert. Es scheint so einfach, so unbekümmert daherzukommen. Ein Spiel, einen kleinen Jungen so aufzuhängen, wie man das bei den Großen gesehen hat, ohne die Folgen wirklich und wahrhaftig zu begreifen. Es ist eine Art Abkehr von der Sinnhaftigkeit dieses Unterfangens, die sich gleichsam in die Erwachsenenwelt übertragen lässt.

    Auf alle Fälle große Lyrik und Sprachgewalt in der Einfachheit der Worte und der Eindringlichkeit der Botschaft.

    @: Tido

    Obwohl ich mich mit englischen Gedichten häufig schwer tue, einfach weil mir Muttersprache in Gedichten viel kräftiger und von Bedeutungen schwerer klingt, muss ich sagen, dass mir das Gedicht von Yeats gefällt.

    Es ist kurz knapp und voller schöner Bilder. Eine Homage an die Träume und die Vertrautheit, diese mit anderen zu teilen. So schön der Himmel ist, so viel wertvoller und zugleich viel verletzlicher sind die eigenen Träume und das eigene Innere, dass man anderen ausliefert. Egal, wie viel Gold, Silber und wie viel Prunk man einem anderen darbieten kann, ein Zugeständnis der eigenen Seele einem anderen Menschen gegenüber ist von höherem Wert als all dies. Sehr schön :D

    ________________________________________


    Eines meiner Lieblingsgedichte ist der Panther von Rainer Maria Rilke:

    Zunächst einmal möchte ich erzählen, wie ich das allererste Mal mit diesem Gedicht in Kontakt gekommen bin, denn dies trägt mit Sicherheit dazu bei, weswegen es mich so berührte.

    Ich saß nach einem Kinobesuch mit meiner Freundin am Bahnhof und wir warteten auf den Zug nach Hause. Während wir warteten, kam zu uns ein Mann, gekleidet in grau-staubiger, zerfledderter Montur mit einer grobporigen, rötlichen Nase und dem ungepfelgten Gesicht einer armen Seele, die man gemeinhin Bettler oder Obdachloser oder gar noch verachtenswerter nennt.

    Doch anstatt uns um Geld zu bitten, begann er damit, ein Gedicht vorzutragen. Eben genau jenes. Und während er sprach begann meine Freundin, welche dieses Gedicht ebenfalls zu ihrem Lieblingsgedicht erkoren hatte, einzusetzen und die kratzende, etwas lallende Stimme des Mannes vermischte sich mit der durch Gesang geschulten, dunklen Stimme des Mädchens an meiner Seite.

    Und nun dem Inhalt dieser trüben, gefühlsleeren und dennoch so kraftvollen Wortgewalt zu lauschen, erfasste meine eigenen Gefühle und ich vermochte nicht zu sagen, weswegen ich letztlich diese Tiefe und Melancholie verspürte.

    Entsprechend wurde auch mir dieses Gedicht wichtig und ich erkannte die Wahrheit hinter den Worten, so klar und so eindeutig, dass es mir zu einem Schatz wurde.

    Vor zwei Sommern war ich sogar in der Stadt, in welchem der Käfig des Panthers stand, der Rilke dazu bewegt dieses Gedicht zu schreiben. Ich besuchte den Jardin des Plantes, besah mir die Gitterstäbe, sag die Raubtiere hinter ihnen, verspürte das gleiche aufwühlende und innerlich zermalmende Gefühl und vernahm einen kalten Hauch, als ich an den betäubten Willen, an der Glieder angespannten Stille und an das Herz des Panthers dachte.

    Ein Thema, zu welchem ich mich auch äußern möchte.

    Óras Post von weiter oben fasst schon ganz gut zusammen, was für grundsätzliche Diskussionspunkte bei einer Befassung mit dem Thema der Homosexualität zu beachten sind.

    Ich selbst bin weitestgehend heterosexuell orientiert und hatte bisher auch ausschließlich Beziehungen mit dem anderen Geschlecht. Eine jugendliche Phase des Experimentierens und Austestens meiner eigenen Neigungen führte mich auch in den Genuss am „anderen Ufer“ zu fischen und sogar in gewisser Weise auch an polyamurösen Erfahrungen teilzuhaben. Letztlich bin ich allerdings für mich übereingekommen, dass meine Neigung definitiv bei Mädchen/Frauen liegen, was allerdings nicht ausschließen soll, dass nicht ein entsprechender Mann mit solch ansprechendem Charakter und Äußerlichem mich dazu bewegen könnte, mich nicht doch der Liebe zu diesem Menschen als lediglich zu einem biologisch vorgegebenen Geschlecht zuzuwenden. Zurzeit bin ich in einer sehr erfüllenden und glücklichen Beziehung mit meiner Liebsten und dementsprechend kommt für mich weder eine andere Frau, noch ein Mann in Frage. Treue halte ich neben Aufrichtigkeit für eine der wichtigsten Tugenden damit eine Beziehung zwischen zwei Menschen überhaut funktioniert.

    Nun zum eigentlichem Thema. Ich finde Homosexualität ist eine von Geburt gegebene oder möglicherweise auch durch frühkindliche Erfahrungen gesteuerte Neigung, die in erster Linie nichts mit der Ausübung gewisser sexueller Praktiken noch dem Protest gegen gegebenen Normen zu tun hat. Vielmehr ist es das Aufbegehren der eigenen Wünsche nach Liebe, Anerkennung und körperlicher Nähe zu Personen des gleichen statt des anderen Geschlechts.

    Ich will das ganze jetzt gar nicht wertend, sondern genauso objektiv betrachten, wie die Pro-Seite. Ich kann gut verstehen, warum historisch gesehen Homosexualität so ein heikles Thema ist. Allein, wenn jede Form sexuellen Verhaltens, die nicht der Fortpflanzung dient, als etwas grudsätzlich „böses“ verurteilt wird, hat das sicher seine Gründe.

    Sowohl bei traditionell geprägter Wertevermittlung als auch aus einigen stammesbiologischen Standpunkten könnte man Homosexualität als kontra-produktives Verhalten in der Aufrechterhaltung einer funktionierenden Gesellschaftsstruktur erachten. Menschen, deren Wunsch nicht darauf abzielt, Nachkommen zu zeugen, sondern lediglich der Lust (sei sie auch noch so voller zärtlicher und wohlwollender Liebe) zu frönen, und die Tatsache, dass sie keine Kinder zeugen, trägt dazu bei, dass es weniger Menschen zur Aufrechterhaltung des Bevölkerungswachstums und der Versorgung der Alten innerhalb der sozialen Gruppe gibt. In seiner Zeit und unter diesen Umständen muss ein Mensch mit homosexuellen Neigungen entweder genügend Macht besessen haben, sich diesen Normen nicht zu fügen, oder sich wortlos und leidvoll in ein Rollenbild gefügt haben, dass nicht seinem Lebenswunsch entspricht.

    Durch den Wandel der Zeit gab es weniger das Problem der Unter- denn eher der Überbevölkerung (zumindes global gesehen). Die traditionellen Institutionen wie beispielsweise die Kirche verloren an Macht und durch aufgeklärtere wissenschaftliche Methoden ist auch das klassische Fortpflanzungsverhalten wesentlich umgeprägt worden. Auch im traditionellen Bild der Familie mit Vater-Mutter-Kind gibt es heute viel weniger Wertlegung auf viele, als auf gesunde und freidenkende Kinder, die zu mündigen Menschen heranwachsen und ihre eigenen Wege suchen, statt als Feldarbeiter, Steinmetze etc. den Berufen ihres Vaters nachgehen.

    Natürlich ist dadurch das gegebene System schon in gewisser Weise bedroht. Dass dann auch noch Familien auftauchen, die Vater-Vater-Kind oder Mutter-Mutter-Kind darstellen gibt dem ganzen den entscheidenden Punkt. Entweder muss das System umstrukturiert werden, was hier im Westen vielleicht nicht unbedingt immer Vorteilhaft funktionert (siehe La Manif pour tous) aber dennoch wesentlich den Gesichtspunkten von Humanität, Würde, Gleichberechtigung und somit „Brüderlichkeit“(Fraternité) entspricht, oder die Homosexualität als Sünde innerhalb eines traditionellen Systems stehen zu lassen und Strafen darüber zu verhängen.

    Letztlich ist auch hier die Frage nach einem Richtig und Falsch immer auch eine Frage der gegebenen Umstände. Genauso lassen sich aber auch die Umstände ändern, so dass gesellschaftliche Normen abgeändert und im Sinne der Vernunft, Freiheit und Brüderlichkeit ausgelegt werden können. Dass das große Schritte und noch viel größeren Mut verlangt, steht außer Frage. Ebenso halte ich die Diskussion über solche Thematik viel Wichtiger als das Thema an sich. Erst druch die Auseinandersetzung mit zu meinem Lebensstil alternativen Lebensstilen erfahre ich doch erst eine Vielfalt und Reichhaltigkeit der menschlichen Kultur und Natur. Die Liebe zwischen Menschen ist umfassender, als die korrumpierbaren gesellschaftlichen Systeme, die für sich einen unwiderlegbaren Nutzen innerhalb der Gesellschaft haben. Dennoch halte ich es für angebracht, in kleinen Schritten einer Zukunft entgegenzuschreiten, die gewisse universale ethische Prinzipien als Grundlage einer Zivilisation beschreibt, die über Probleme wie Homo oder Hetero nur noch müde lächeln kann.

    Zitat

    Original von Jeanne
    [...]
    Nun interessiert es mich jedenfalls, ob man den Auftakt der Trilogie das erste Mal unbedingt im Kino sehen sollte, aufgrund der visuellen Effekte und ähnliches - oder ob es seiner Wirkung insgesamt keinen großen Abbruch tut, sich mit einer DVD auf dem heimischen Fernseher zu begnügen? Ich mag Tolkiens Werke und oft genauso die Art, wie Peter Jackson sie in Filme verwandelt, daher will ich beides so gut wie möglich auskosten. :3

    Um hierauf nocheinmal ein bisschen einzugehen. Die Filme sind das reinste Popkorn-Kino: Malerische Landschaften, bombastischer Sound, klasse Soundtrack, tolle Effekte und eine Star-Besetzung. Dennoch muss ich von mir behaupten, dass ich aus den beiden bisherigen Filmen ein wenig mit einem unbefriediegten Gefühl gegangen bin, deren Ursprung mir selber noch nicht ganz klar ist.

    Das Buch "Der kleine Hobbit" habe ich, ähnlich wie Du, auch vor Ewigkeiten mal zur Hälfte gelesen und dann irgendwann vor etwa einem Jahr wieder als Hörbuch entdeckt und erneut angefangen, so dass mir der Teil, der im ersten Film wiedergegeben wird, also noch ziemlich präsent war.

    Ich finde, das Buch ist in seiner Erzählweise wesentlich märchenhafter und "kindlicher" gehalten. Nicht in dem Sinne, dass ich es als "Kinderbuch" bezeichnen wollen würde, aber dennoch von der Aufmachung her wesentlich ruhiger und herzerwärmender als die "Herr Der Ringe"-Trilogie, die ungemein viel Epik und speziell sehr viele Schlachten, Konflikte und Komplikationen unter den Handelnden Charakteren enthält. So wirkt "der kleine Hobbit" auf mich mehr wie eine gut erzählte Geschichte und der "Herr der Ringe" wie ein Monumentalwerk literarischen Schaffens.

    Und ich glaube da liegt für mich das Problem bei der Verfilmung vom "kleinen Hobbit". Das "kleine", herzliche, liebenswerte wird zugunsten einer malerischen, bombastischen und epischeren Version hintenangestellt. Es wirkt für mich, als hätte man den Fans der "Herr der Ringe"-Filme wieder etwas gleichwertiges bieten wollen, wobei die Fans der "der kleine Hobbit"-Bücher ein wenig auf der Strecke bleiben. Verständlich, denn gerade im Kino zeigen sich Bilder, Töne und Effekte wesentlich spektakulärer als die etwas "abgespecktere" Vorlage.

    Letztlich wirst Du bei beiden Arten der Herangehensweise ein unvergessliches Erlebnis mit Bilbo und seinen Zwergen-Gefährten machen. Ob dir die literarische, etwas kindlichere, oder die cineastische, eher epischere, beim ersten Erleben mehr zusagt, solltest Du da dann selbst entscheiden. Es ist ein schönes Buch aber auch ein schönes Filmwerk.

    Ich glaube, so wie ich Dich einschätze, würde ich Dir zunächst empfehlen, die Filme zu sehen (da hat Nusma schon schön was zu gesagt), dich berieseln zu lassen, und im Nachhinein die Bücher zu lesen, wo du noch mal ganz persönlich auf die Reise gehen und Dir die Hobbits und Zwerge in ihrem von Tolkien angedachten Sinne zu gemüte führen kannst.

    Zitat

    Original von Bereth

    [...]

    Kann aber immer noch nicht die Kritik nachvollziehen, die so viele an dem Spiel üben, die Nebencharaktere wären nicht vernünftig eingebracht. Ich hab eine sehr enge emotionale Bindung zu – allen? Gri wird von allen Seiten vermisst, die Gespräche, die man vorher mit ihm führt (Waldlichtung), sind dermaßen herzig, dass ich ihn am liebsten abknutschen würde; Irene – na, über die müssen wir nicht reden, das Mädchen fetzt einfach – ist einem auch eine große Hilfe, ehe sie entführt wird; Impa als Amme und Ratgeberin am Anfang… Ich versteh nicht, wie da keine Bindung entstehen kann. Ich meine – wat. Wann gab es das letzte Mal so viele liebenswerte Figuren? Ich finde alle prima umgesetzt, einfach weil das Umfeld in meinen Augen dicke ausreicht, um sich Sorgen zu machen.
    Also – großes "Hä?!" an alle, die das anders sehen. :XD: [...]

    Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Die Charaktere sind super toll designt und auch die Charakterzüge gefallen mir. Sie sind zeldatypisch ein bisschen schräg und unglaublich liebenswert. Was mir allerdings fehlte war, dass man bei einem Palast/Tempel nie genau wusste, wen man da jetzt rettet. Ich habe auch nachempfinden können, dass ich Gri wiederfinden muss und auch, dass Rosso fort ist oder auch Osfala habe ich mitbekommen. Doch außer in der (ziemlich rasch ablaufenden) Cutscene im Schloss Lorule sieht man die Bilder der Weisen vor den Tempeln ja nicht und weiß auch nicht, welcher Weisennachfahre in welchem Tempel verborgen ist.

    Aus diesem Grund war mir dieses Gefühl der Willkür ein wenig ein Dorn im Auge. Hätte es jetzt am Todesberg Goronen Gegeben, die sich gefragt haben, warum Rosso denn nicht mehr wiederkommt und dass sie einen Mann mit einem Gemälde von ihm in jenen Tempel haben laufen sehen, wäre mir die Motivation gerade "für ihn" das Dungeon zu überstehen wesentlich größer gewesen. Genauso, dass Gri im Schattenpalast und Irene im Wüstenpalast zu finden waren war zwar überraschend aber teilweise echt unnötig dies als "Überraschung" zu machen. Es gab keine Story vor dem Tempel oder um den Tempel herum mit Ausnahme des Diebesverstecks.

    Auch wenn Du mich schlagen wirst, wenn ich wieder OoT heranziehe *duck*, war das in diesem Punkt wesentlich stärker. Ich mein, Salia, die Freundin der Kindheit und diese emotionale Trennung am Ende der Wälder und die Angst, die sie im Waldtempel verspürt. Darunia, Dein Blutsbruder, der auszieht sein Volk zu retten und im Kampf mit Volvagia (möglicherweise) stirbt. Ruto, die Deine Verlobte ist und sich als letzte nicht eingefrorene Zora auf den Weg macht, den Fluch zu brechen der über Zoras Reich liegt. Impa, die starke Heldin, die in der von ihr gegründeten Stadt den Dämon aus den Brunnen zu bekämpfen versucht. Und letztlich Naboru, die als Anführerin der Kultur Deines größten Feindes gegen ihn wetteifert.

    Da steckten verständliche Antriebe hinter. Nicht einfach dieses "Hui, das wird ein schönes Bild geben. Ich muss die ganze Welt schön machen", was Yuga von sich gibt. Ich finde, so frei das Spiel auch in seinen Entscheidungen, welchem Dungeon man sich als erstes widmet ist, so frei ist es auch an gehaltvoller Story um die einzelnen Weisen, deren Gefühle und deren Völker.

    Zitat

    Original von Evelyn Jade
    [...] Im Zweifelsfall waren es nicht die Schweizer, sondern irgendein ZE'ler der frühen Generation.

    Ich war's schonmal nicht^^ Aber das würde mich echt mal interessieren. Habe da so ganz schwach "Weise Salia", "Little Marin" und "Suzuki" im Verdacht. Allerdings ohne Gewähr ;)

    Ich habe das Spiel gleich am Release-Tag geholt. Da ich mich im Vorfeld wenig mit Spoilern belastet habe, war mir außer der Nähe zu A Link to the Past und dem Itemshop so gut wie gar nichts über das Spiel bekannt.

    Habe das Spiel vor zwei Tagen durchgespielt und musste meine Meinung noch eine Weile reifen lassen, denn diese tendiert gerade zwischen Meisterwerk und Tja...

    Versteht mich nicht falsch, es ist ein Zeldaspiel, dem ich nicht so entgegenfeierte wie SS oder damals PH. Durch die vorigen DS-Teile war meine Erwartung ohnehin schon ein wenig magerer, was dieses Spiel zu bieten hat.

    Zunächst einmal muss ich wie viele in diesem Thread betonen, dass Graphik sowie Soundtrack und Gameplay mich ungeheuer gepackt haben. Der 3D-Effekt ist optimal umgesetzt, die Musik zeldagemäß einprägsam und wunderschön in ihrem Arrangement. Die Steuerung ist dank Slide Pad absolut flüssig und die Bewegungen absolut schön animiert. Auch, dass wieder auf eine 2D-Vogelperspektive eingesetzt wurde feiere ich. Die zeldatypischen Rätsel wie in LA oder den Oracle-Teilen kamen mir in den Sinn. Auch wenn ich aLttP nur einmal wirklich komplett durchgespielt habe, so sehe ich dennoch die große Homage von aLbW an dieses Spiel. Es wirkt auf den ersten Blick wie eine Neuauflage des Klassikers, überrascht dann aber durch die vollkommen andere Handlung und viele liebenswerte Charaktere.

    Und genau diese Handlung ist es, die mich nicht ganz packen konnte:

    Spoiler anzeigen

    Ich meine, dem Spieler eine große Spielwelt zu geben, in der ihm viele Freiheiten gegeben sind, ist nichts schlechtes. Im Gegenteil, gerade das erforschen der Karte hat mir sehr viel Spaß gemacht, wenn auch durch mein Spielerlebnis von aLttP die Welt, außer in Details, nicht wirklich neu war. Aber gerade darin liegt meiner Meinung nach das größte Manko dieses Spiels. Der Anfang hat mich gepackt. Link liegt mal wieder schlafend im Bett, muss ein Schwert zum Hauptmann bringen und so fort. Das hat mich sehr an TMC erinnert, ein Spiel was ich sehr gefeiert habe. Auch, dass Boris wieder auftaucht, einer meiner Lieblingscharaktere, hat mich sofort damit in seinen Bann gezogen. Ich, als kleiner Entdecker, hab mich gleich Kakariko angschaut, bevor ich zur Kirche gegangen bin und musste feststellen, dass alles noch in Vorbereitung lag. Das fand ich einigermaßen Schade. Dadurch bekam ich irgendwie den Eindruck, das Spiel seie hier wieder ganz auf meine Geschichte in dieser Welt eingestellt und nicht umgekehrt.

    Jedenfalls nach dieser kleinen Geschichte um Yuga und der Gefangennahme der Priesterin Seres und dem Abstecher in das Schloss, begann die Beliebigkeit der Story. Wo vorher ein sehr strikter Weg war, zeigten sich nun (auch dadurch, dass man einfach alle Gegenstände bei Ravio leihen konnte) eine Freiheit, die mich einfach storytechnisch nicht erreicht hat. Es waren zwar herrlich designte Dungeons, die vielleicht etwas kurz aber in ihrer Grundidee fabelhaft strukturiert waren und auch das sehr schnelle Kampfsystem mit dem B-Spamming haben Spaß gemacht. Die Rätsel waren teilweise viel zu leicht aber gerade durch das Wandschleichen gabe es einige Kopfnüsse, die ein wenig gebraucht haben (Ich erinnere mich an dieses Metallgitter im Diebesversteck, wo man als Wandbild hinter dem Gitter aus der Wand austreten musste, um das Gitter über den Abgrund zu befördern).

    Leider war es ab dem Zeitpunkt, wo man Lorule (Ich mag ja Wortspiele, auch gerne stumpfe Wortspiele, aber Lorule<-->Highrule? Ernsthaft?) erreicht hat, der Rest des Spiel nur noch abklappern der Dungeons. Was mir fehlte waren da kleine Storys Rund um das öffnen der Tempel. Irgendwie trat hier die große Schwäche des Itemshops zutage. Mit genug Rubinen (und die wurden einem in dem Spiel ja wirklich hinterhergeschmissen) kam man einfach überall hinein. Ich hätte so gerne mehr mit den Weisen interagiert oder mit Charakteren, die mich von mir aus auch gerne wieder von A nach B und C geschickt hätten, damit ich einen Gegenstand erhielt, der mich erst weiterbrachte. War ja auch in der Quest um die Zoraflossen dabei (Mensch, ich feiere ja Oreen: Ninininininini), aber es erschien dann doch irgendwie viel zu emotionslos. Ich hatte bei vielen Dungeons einfach nicht den Antrieb, die Weise zu retten. Gri hatte einen geweckt und zur Schmiede begleitet, aber mehr Interaktion war da nicht. Impa kam in einer Cutscene vor, mehr auch nicht. Seres war noch nichteinmal als "nicht-Gemälde" anzutreffen. Rosso hat einem die Krafthandschuhe gegeben, mehr aber auch nicht. Es war weniger die mangelnde Interaktion mit den Leuten, als vielmehr die flachen, vorhersehbaren Dialoge, die Eindimensionalität der Charaktere und die ungenaue Vorstellung, weshalb diese Menschen Weisen sein sollten.

    Vielleicht bin ich auch einfach nur aus dem Alter raus, wo ich das Zeldaspielen noch entdeckt habe und mir die Idee mit den Weisen viel interessanter und tiefgreifender vorkam (in OoT zum Beispiel).

    Unabhängig davon wurde die Story dann erst gegen Ende wieder aufgegriffen. Hilda (schon wieder so ein stumpfes Wortspiel :D) hat sich letzlich als finaler Bösewicht offenbart, was mich dann doch ein klein wenig überrascht hat. Auch fand ich es ziemlich cool, das Ravio sich als Links Pendant von Lorule enttart hat. Link mit dunklen Haaren hat was.

    Das Ende wiederum hat mich stark an TP erinnert. Die beiden Welten trennen sich voneinander und der Zugang wird versiegelt. Mir fehlte im Gesamten einfach ein bisschen mehr ich nenne es mal 'theretische Story'. Das Hilda das Triforce wollte und so weiter kann ich ja noch verstehen, aber warum gibt es überaupt zweimal das Triforce? Gibt es in Lorule auch die drei Göttinen, auf die in diesem Spiel gar nicht eingegangen wurde? Steht Hilda für das Weisheitsfragment, Ravio für das Mutfragment und Yuga für das Stärkefragment des dunklen Triforce? Gibt es das dunkle Triforce überhaupt und wofür stehen die einzelnen Fragmente?

    Das sind Fragen, die sich mir das ganze Spiel über gestellt haben, und zu denen es nirgends eine Antwort gab. Es hieß nur: Oh ja, das Triforce hat uns beschützt, dann wurde es zerstört und jetzt sind wir arm dran und brauchen eures. In welcher Relation die Welten stehen, woher die Verbindungen kamen, welche Rolle Ravio letztlich gespielt hat, wird nicht geklärt. Natürlich ist auch das wieder zeldatypisch, doch lässt es auch einen unbefriedigten Eindruck zurück. Aber wofür gibt es das Forum zum diskutieren :D

    Alles in Allem ein abschließendes Fazit:

    Herrlich desingt, sowohl Graphik als auch Ton. Eine Spielwelt voller Nostalgie und Anspielungen an andere Teile der Serie. Doch storymäßig sehr flach und viel zu kurz.

    goro

    Nunja, es gibt ja auch neben den Gegensätzen der Tugenden Mut, Weisheit und Kraft auch entsprechende Überspitzungen dieser. Also Übermut im Sinne von Unvorsichtigkeit oder Tollkühnheit, die mehr aus dem Wunsch entsteht, sich zu beweisen, als der edleren Gesinnung, Mut zu haben, das zu tun, was getan werden muss. Letzteres unterstelle ich einfach mal Link als Träger des Triforce-Teils des Mutes. Weisheit könnte in seiner Übersteigerung zu einer toleranzlosen, feststehenden Weltsicht führen, also eher im Sinne des reinen Intellekts und des Wissens. Dort werden dann andere Meinungen oder Ansichten aufgrund der eigenen überschätzten Wissensfülle als nichtig abgetan. Und das Kraft sowohl schöpferische als auch zerstörerische Aspekte beinhaltet ist ja allen Zeldaspielern klar.

    Also insofern kann ich mir vorstellen, dass die Teile des Dunklen Triforce eine Art Perversion sein könnte und nicht unbedingt ein Gegenstück des Triforce des Lichts, das die Göttinnen geschaffen haben, sein muss. Möglicherweise erfüllt es innerhalb der Schattenwelt oder des "goldenen Landes" eine ähnliche Rolle wie das Triforce des Lichts in der "lichten Welt". Also ich kann mir vorstellen, dass ein ähnliches Konzept zu aLttP aufgegriffen wird. Die Wesen und Orte der Schattenwelt waren ja auch keine Gegenteile; das Gebirge war auch in der Schattenwelt ein Gebirge und kein Tal oder See. Demnach sehe ich das dunkle Triforce als etwas übersteigertes, ja vielleicht auf die egoistischen Wünsche eingestelltes Relikt der Götter. Heißt es nicht, dass jeder mit eigensinnigen Wünschen und unreinem Herzen das Lichte Triforce zerbricht, Wie es auch in OoT geschehen ist. Möglich, dass dieses Dunkle Triforce jetzt genau für diese finsteren Gestalten unreinen Herzens eine Macht bereithält, die unglaublich böse und kräftig ist.

    Was allerdings letztlich davon im Spiel erscheinen wird, darüber kann ich wie jeder andere auch nur spekulieren. Es bleibt wohl nur abzuwarten und dem Spiel die Chance zu geben, uns zu zeigen, was es mit dieser schwarzen Spiegelung auf sich hat.

    Da es in diesem Thread ja allgemein um Symbole und Bedeutungen geht und er seit etwa 2 Jahren brach liegt, fände ich es mal ganz intessant zu untersuchen, was die anderen Symbole der Zelda-Welt bedeuten könnten. Ich habe mir mal erlaubt, etwas zu den Symbolen der einzelnen Völker zu schreiben.


    Das Goronen-Symbol

    Bei der Form des Symbols muss ich augenblicklich an einen Hand- oder Fußabdruck denken. Es scheint mir als wäre das ein - für die Goronen als eher stammeskulturell angehauchtes Volk - primitives Symbol um die Kraft und Stärke der Goronen anzudeuten. Die Dreiecke sind, denke ich, auch Symbol für Feuer und Flammen oder stehen mit dem Triforce in Verbindung. Und vor allem ist es nur aus geraden Linien gemacht, also perfekt um es in Stein zu hauen.


    Das Zora-Symbol

    Hier sehen wir drei Monde. Eine auffallende Ähnlichkeit zum Symbol von Nayru ist allein durch die Form gegeben. Und da alle Blau enthalten liegt die Vermutung dass Wasser oder Himmel hier eine wichtige Rolle spielen. Der Mond ist mit seiner Anziehungskraft Herr der Gezeiten, lässt Ebbe und Flut entstehen und es gibt viele Geschichten von der Spiegelung des Mondes auf dem Wasser. Auch sieht das Symbol ein wenig nach Flossen aus. Wie die Schwanzflosse eines Fisches oder Wals vielleicht.



    Das Shiekah-Symbol

    Offiziell habe ich hier keine Information von Nintendo, doch im Manga zu OoT findet sich immerhin eine Erklärung für die Träne. Dem Auge als Symbol haftet seit jeher etwas göttlich-überwachendes an. Auch ein Bezug zum »Auge der Wahrheit« ist ganz klar zu sehen. Auch kann das geschlossene Auge für Schlaf oder den Traum stehen. Illusion und Wirklichkeit zu vermischen ist das Spezialgebiet der Shiekah, also das Auge zu täuschen. Die Träne kam laut Manga nach dem Verrat der Königsfamilie an den Shiekah zum ursprünglichen Symbol hinzu, verdeutlicht also die Trauer um den Verlust ihrer verstorbenen Angehörigen.



    Das Gerudo-Symbol

    Hier bin ich ziemlich ratlos. Da es ja vorher noch der Halbmond mit dem Stern war, welcher der Zensur zum Opfer fiel, denke ich dass dieses Symbol ohne großen Hintergrund eingefügt wurde. Dennoch finde ich es interessant. Es erinnert mich ein wenig an eine Eule. Und der Geister-Tempel in OoT hat auch noch einige Szenen mit der Eule als Erwachsener vorzuweisen. Ansonsten entdecke ich zwar einige Details, aber es wäre eher eine sehr weit hergeholte Interpretation als eine klare Deutung.


    Das Kokiri-Symbol

    Es sah für mich auf den ersten Blick aus wie eine 9. Das Kokiri-Schild und der Kokiri-Smaragd sind die einzigen Gegenstände, wo man das Symbol sieht. Eine Bedeutung kann ich mir jetzt nicht ganz erschließen. Es könnte einen wachsenden Baum symbolisieren oder auch ein Blatt oder eine Deku-Nuss stilisiert wiedergeben. [SIZE=7]Vielleicht sind auch alle Kokiri 9 Jahre alt[/SIZE]


    Das Deku-Symbol

    Auch wenn es nicht offiziell als Deku-Symbol ausgeschrieben ist, habe ich es mal so benannt, da wir es im Forum auch so nutzen. Hier ist die Deutung wieder einfacher, wenngleich auch etwas umständlicher. Das Symbol stellt entweder eine Blüte dar oder rotierende Blätter einer Windmaschine. Da es in OoT mehrere Anhaltspunkte gibt, dass der Waldtempel ehemals das Wind-Element beherbergt (Siegelräume/Bogen), sehe ich hier eine Verbindung dazu. Ansonsten ist es auch hier schwierig konkret zu sagen, was es bedeutet. Interessant ist noch, dass es für die 3DS version zu drei statt vier Blättern wurde. Wahrscheinlich um eine Assoziation mit dem Swastika-Symbol beziehungsweise dem Hakenkreuz zu verhindern. Dort sieht es sogar noch mehr nach Blättern aus.

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    Es gibt noch viele weitere Symbole, wenn man nur an die Amulette aus OoT , die verschiedenen Göttinnensymbole auf den Diamonds in TWW, die Amulette aus aLttP oder die Elemente des Schwertes der Vier aus TMC denkt. Ich wollte jetzt noch nicht alles mit einbinden, da sonst die Diskussion über die Volk-Symbole möglicherweise verloren gehen könnte.

    Ich finde Genres ohnehin nur der Übersichtlichkeit halber nützlich. Ein Spiel ist letztlich ein Spiel. Es hat eine Spielmechanik, die sich an bereits erschienenen Spielen orientiert. Wenn ich also in einem Spiel als Spielziel habe einen bestimmten Ort zu erreichen, dabei massig Zeug einsammeln muss und die Spielmechanik mir vorgibt viel zu Hüpfen, Abgründe zu überwinden und so weiter, so wird das Jump 'n' Run beziehungsweise Platformer genannt. Mir geht es da weniger um die breite Masse an Spielen, die sich als Strategie-, Action-, "Baller"-Spiel oder nun Adventure bezeichnen, sondern mehr um den Mehrwert des Spiels.

    Ich finde jedes gute Spiel sollte, wie auch jeder gute Film ein Mischwerk all dieser Faktoren sein. Als Beispiel ist Minecraft vielleicht ohne konkrete Story, hat dabei aber eine unglaubliche reizende Spielmechanik, indem man einfach alles ab- und anbauen kann. Unabhängig davon, dass man da hüpfen kann und Gegner bekämpfen würde ich das weder als Jump 'n' Run, noch als Action-Game bezeichnen. Und wenn man ganz erhlich ist, schafft man sich selbst ja eine Art Geschichte in diesem Spiel. SimCity oder Die Sims sind Simulationen und leben davon, sich einfach in all diese Elemente hineinzufinden, die das Spiel beitet. Auch Point and Click Adventures besitzen durch viel Story, massig Humor und Rätselspaß-Elemente aus anderen Genres.

    Ich weiß noch, wie ich früher (zu OoT-Zeiten) davon ausgegangen war, dass Zelda ein Rollenspiel ist. Was mir als 7-Jährigen völlig logisch erschien. Immerhin schlüpfte man in die Rolle des jungen Link und rettete die Welt. Für mich gab es da also damals fast nur Rollenspiele und Rennspiele (und Tetris!). Selbst Mario 64 war einfach »Mario« und keinem Genre unterworfen.

    Was also die Benennung eines Genres für einen Titel bedeutet, kann ich nur im Zusammenhang mit anderen Spielen dieser Kategorie sehen. Für mich wirkt das heutzutage ein wenig wie bei den Amazon-Käufen: »Benutzer, die dieses Spiel gespielt haben, spielten auch folgende Titel [...]«.

    Und konkrete Grenzen gibt es da seit ich Kid Icarus (1986) kenne, für mich auch nicht mehr. Dazu ein Zitat der Nintendo-Power-Ausgabe 204:

    »Jump like Mario, collect items like Link, and shoot enemies like in Metroid«

    Um es mal vorweg zu sagen: Ich mag E-Book-Reader nicht. Für mich ist das geschriebene, gedruckte Buch noch immer einer der letzten Rückzugspunkte in meiner sehr durch elektronische Medien geprägten Welt. Und ich finde E-Book-Reader wirken wie eine Perversion all der schönen tollen Erfahrungen, die ich mit Büchern gemacht habe.

    Zunächst muss ich sagen, dass ich ein großer Liebhaber von Büchern in Regalen bin. Ich finde die vielen Farben, die Schriftzüge, die Texturen und die unterschiedlichen Größen der einzelnen Bücher schaffen eine wunderbare Wandbekleidung. Also allein der optische Aspekt gibt mir ein Gefühl von Zufriedenheit und auch Sicherheit. Bei E-Book-Readern habe ich wohl das Gefühl der fehlenden Übersichtlichkeit, wie auch der ziemlichen Willkür, was das Design eines einzelnen Buches angeht. Ich bin ein Mensch mit einem - zwar nicht besonders stark ausgeprägten - fotographischen Gedächtnis. Ich merke mir Beispielsweise, dass bestimmte Sätze in einem Buch oben links im dritten Absatz oder fünf Seiten nach dem Kapitelanfang zu finden sind. Durch die verschiedene Darstellungsmethode und das unhandliche "schnelle" Blättern ist mir bei E-Books genau dies verwehrt. Seitenzahlen merke ich mir genausowenig, sondern eher das "Bild", das Schrift, Absätze und andere Elemente der Seiten mir geben. So dass ich auch hier durch ein schnelles Durchblättern, rasch zu der Textstelle komme, die ich finden möchte. All das sind Vorteile, die mir beim E-Book-Reader fehlen und die ich missen würde.

    Eine weitere unschöne Begebenheit ist die, dass E-Books mit der Zeit nicht altern. Ich bin ein großer Liebhaber alter Bücher, deren Rand sich langsam Gelb verfärbt oder wo Luffeuchtigkeit und eine gewisse Raumatmosphäre das Buch geprägt haben. Also leichte kleine Schimmelflecken an den Buchrändern oder dem Buchrücken empfinde ich nicht als störend, sondern betrachte sie mit einem Gefühl von Achtung und Respekt. Auch der Geruch dieser etwas älteren Bücher ist etwas, dass für mich riecht, wie für den Morgenmuffel eine heiße Tasse Kaffee oder für den Hungrigen seine Leibspeise. Mittlerweile kann ich sogar bei vielen Büchern allein des Geruches nach sagen, in welchem Jahr(-zehnt) es gedruckt wurde.

    Wie man bereits merken dürfte, bin ich Sammler. Da verwundert es sicherlich, dass ich kaum neue Bücher in meinen drei Regalen und auf der etwa drei Meter langen Regalleiste oberhalb meines Bettes, stehen habe. Ich mache mir nicht viel aus Neuerscheinungen, beziehungsweise deren Besitz. Viele Bücher die ich wirklich mein Eigen nenne sind aus meiner Kindheit, habe ich auf dem Flohmarkt gefunden, aus der Bibliothek für meist weniger als 1 € im Büchertrödel gekauft, bei einer Hausauflösung erhalten und geschenkt bekommen. Neue Bücher lese ich natürlich auch mit Leidenschaft, doch ist deren Besitz mir da fast bis gänzlich unwichtig. Ich bin ein großer Freund der öffentlichen Bibliothek unserer Stadt. Mit mehr als 350.000 Medien (neben Büchern auch CDs, DVDs, Hörbücher etc.) allein in der Zentralbibliothek und der Möglichkeit sich aus 13 Stadtteil-Bibliotheken Medien zukommen zu lassen, bin ich mit 12 € im Jahr (meist mehr, da ich einen leichten Hang zum Überschreiten des Rückgabedatums habe. Aber ich seh das als freiwillige Spende) rundum versorgt mit Büchern, die ich lese, deren Inhalt ich erfahre und die ich danach wieder guten Gewissens zurückgeben kann. Auch hier ist das Stöbern, das Optische und Haptische der wesentliche Punkt. Zusätzlich kommt hier noch der Umweltfaktor hinzu, der so groß bei den E-Books gelobt wird. Ich weiß, dass die Technik verdammt wenig Strom verbraucht und das Abholzen von Bäumen dadurch verrringert wird, halte diese Argumentation allerdings eher für eine moralische Ausflucht. Wenn man wirklich gegen das Problem der Entwaldung vorgehen möchte, sehe ich im Kauf nachhaltiger Produkte und dem Verzicht auf ein Übermaß an Fleisch, ein wesentlich schonenderes Verhalten, als in der Anschaffung eines technischen Gerätes.

    Letztenendes muss ich auch sagen, dass mir weder die Handhabung noch das Gefühl des Lesens besonders behagen. Auch der Vorwand, es sei leichter und praktischer ist für mich nicht relevant. Einen Platz für ein Buch war in meiner Tasche immer noch zu finden und wenn dafür andere, unwichtigere Dinge weichen mussten. Auch habe ich noch so gute Augen, dass mir kleine Schriften nicht viel bis gar nichts ausmachen.

    Dann frage ich mich zusätzlich noch, was passiert, sollte mal ein technischer Defekt am Reader auftauchen. Ich muss zugeben, dass mir auch mal ein Buch nass geworden, eines in den Dreck gefallen, eines durch unpflegsamen Gebrauch zerknittert und sehr stark eingedellt wurde und weitere unschöne Dinge mit ihnen passiert sind. Dennoch haben gerade jene Bücher einen hohen Stellenwert in meiner kleinen Bibliothek. Als Opfer meiner Unachtsamkeit sind sie danach aus Schuldgefühlen wesentlich pfleglicher behandelt worden. Aber auch der Aspekt, warum gerade jene Bücher in diesen Situationen zugegen waren, in denen ihnen solch schlimme Dinge zustoßen könnten, lässt zu denken übrig. Sie waren mir so wichtig und hatten es mir so angetan, dass ich sie selbst bei Gefahr für ihre Unversehrtheit stets nahe bei mir hatte. Hier zitiere ich auch gerne diesen utopischen Satz, den ich einer Freundin vor gar nicht langer Zeit sagte:

    »Sollte ich mal irgendwann bedeutender Autor sein und jemand wolle ein Autogramm von mir in der Signierstunde haben wollen. Und würde dieser Jemand mir ein total zerfetztes, zerfledertes, ja zerlesenes Buch hinhalten, auf dem mein Name stünde: Ich würde das so dermaßen feiern. Einfach weil ich wüsste, wie sehr man ein Buch lieben muss, um so mit ihm umgehen zu können.«

    Ah, ich freue mich, dass die Rubingeschichte endlich einen Einzug ins Forum gefunden hat.

    Mal schauen, in wieweit ihr euch hier etwas dazu ausgedacht habet und ob Aki das auch alles wieder toll umsetzen konnte.

    Wäre ja über einen Itemshop und tauschbare Items (mit anderen Schreiberlingen) höchst erfreut. Gibt es dann auch eine Liste, wo man sehen kann, wer der Reichste hier im Forum ist?

    Schade, dass da rückwirkend nichts ausgezahlt wird... hätte dann schon fast sechzentausend Rubine auf meinem Konto zu verbuchen. Aber was solls. Fangen wir an mit dem sparen - was sehr leicht werden sollte, wenn man noch nichts ausgeben kann.