Was macht einen guten Menschen aus?

  • Das Thema ist mir irgendwie durch den Kopf gegangen. Da ich nicht genau weiß wie ihr darüber denkt wollte ich mal zu dem Thema einen Thread eröffnen. Auf Yahoo gabs schon Antworten dazu und eine gefiel mir besonders gut:


    Zitat

    Was einen guten Menschen ausmacht, bestimmt sich in jeder Kultur und in jeder Zeitepoche nach anderen Kriterien. Es ist sehr schwierig, allgemeine sog. natürliche und allgemeingültige ethische Grundsätze zu finden, an denen ein "guter Mensch" zu messen ist. Hier ist die Bestimmung, was gut ist bereits sehr subjektiv geprägt.


    Nur gibt es in unserer Welt doch bestimmte Kritierien wurde ein Mensch entweder "gut" oder "böse" ist. Ich meine wenn man hört, dass derjenige seine Frau schlägt oder mal im Gefängnis war ändert sich schnell die Meinung zum Menschen, obwohl ich finde, dass man nie ein komplett reiner und guter Mensch sein kann. Ich weiß nicht mal ob es überhaupt einen Menschen gibt der ein unbeflecktes weißes Hemd hat, denn im Grunde hat jeder im Leben schon seine Fehler gemacht.


    Obwohl ich eigentlich ziemlich wohlerzogen worden bin (gute Manieren, höflich zu anderen Menschen, selbst bei schlechter Laune anderen Menschen helfen, für Tiere mal anhalten, usw.) hab ich doch so meine Macken. Bin ich deswegen gleich ein schlechter Mensch?


    Ich finde das hängt viel mit dem Gewissen zusammen. Zum Beispiel bekomme ich schnell ein schlechtes Gewissen wenn ich meine Mitmenschen um Dinge bitte, einfach weil ich weiß wie es ist ausgenutzt zu werden, auch wenn ich so etwas nie tun würde. Da spielt auch die schlechte Erfahrung eine Rolle.


    Das wars erst mal von mir. Wie denkt ihr darüber? :)
    Würde mich über viele Antworten freuen.

  • Meiner Meinung nach muss man mit den Begriffen "schlechter" und "guter" Mensch sehr vorsichtig umgehen.
    Moral und ein Gewissen sind keine Angeborenen Eigenschaften. Ob jemand so etwas entwickelt hängt hauptsächlich von den äußeren Einflüssen und Umständen ab.
    Jemand der von seinen Eltern vernachlässigt wird und schlecht behandelt entwickelt eher eine innere Wut als ein Mensch der von liebevollen und gewissenvollen Eltern erzogen wird. Natürlich spielen auch die Entscheidungen der Person eine Rolle, aber woher soll jemand, dem das nie erklärt wurde, wissen, dass es falsch ist Menschen zB. zu bestehlen.
    Sowas sollte man meiner Meinung nach berücksichtigen, wenn man über so etwas redet. Ich bin mir nicht sicher ob man Menschen wirklich als völlig schlecht bezeichnen kann.


    Und nein, jeder hat seine Macken. Deshalb ist bestimmt niemand ein schlechter Mensch.

  • "Gut" und "Böse" sind eigentlich Bewertungskategorien, die aus dem religiösen Kontext stammen, daher sollte man damit ohnehin vorsichtig sein.


    Gut und schlecht zu verwenden passt da meines Erachtens schon eher. Wie dein zitierter Post es schon sagt, gibt es gut und schlecht Menschen nicht, weil das attributive Kategorien sind.



    Insofern braucht man einen Maßstab an dem man gut und schlecht misst. Wenn ich hier jemanden darauf Hinweise, dass er zum Beispiel Papier am Schuh hängen hat und eine Spur mit sich zieht, gilt das als freundliche Tat, weil ich die Person aus gutem Willen darauf hinweisen Will. In Japan verliert die Person, die darauf hingewiesen wird ihr Gesicht und daher ist das keine gute Tat mehr sie darauf hinzuweisen.
    Selbst in einer Gesellschaft gibt es Unterschiede. In den 50er Jahren hätten Männer niemals den Kinderwagen ihres eigenen Kindes geschoben, dass war Frauensache und das war normal so, ein Mann der das nicht gemacht hat, hat in den gesellschaftlichen Normen agiert. Heutzutage ist ein Mann, der lediglich die Mutter den Wagen schieben lässt meines Erachtens ein Arsch, daher ändern sich auch hier die Werte. Der selbe Mann hat in den 50ern seinen Sohn nicht geschoben und da war es nichts schlimmes, wenn er es bei seinem Enkel nicht macht, wirkt es sehr altmodisch.
    Weiterhin hat man an Leute mit weniger Bildung, weniger Einkommen etc. auch andere Erwartungen (selbst im Grundgesetz steht, dass Eigentum verpflichtet).


    Das alles heißt im Endeffekt, dass man nicht objektiv sagen kann, ob jemand gut oder schlecht ist. Das geht entweder subjektiv oder intersubjektiv jedoch nie objektiv.


    Weiterhin kann man denke ich eine Person nie pauschal als gut oder schlecht bezeichnen. Passend dazu hatte ich ja auch was im Game of Thrones Thread geschrieben, dass Game of Thrones so toll ist, weil es genau das behandelt. Jamie schmeißt ein kleines Kind aus dem Fenster aber er riskiert sein eigenes Leben um Brienne vor dem Bären zu retten.
    Wie ist das wenn ein ehemaliger KZ-Wärter sich für arme Kinder einsetzt. Überwiegt da eine Tat? Gleicht es das aus? Was ist wenn er nur mit schlechtem Gewissen KZ-Häftling war und nur aus Todesangst kooperiert hat und es täglich bereut und sich jetzt mit vollem Herzen für arme Kinder einsetzt. Was ist wenn es umgekehrt ist, er war strammer Nationalsozialist und der jetzige Einsatz ist nur um nach außen "gut" zu wirken?


    Man sieht, dass das Thema wirklich sehr sehr schwierig ist.
    Meine persönliche Meinung:


    Wie Shohan es schon sagt sind Menschen ja Produkte ihrer Umwelt. Daher habe ich an verschiedene Menschen auch verschiedene Ansprüche. Menschen, die intelligenter und daher auch in der Lage sind ihr eigenes Handeln stärker zu reflektieren müssen auch "mehr" Erfüllen um meines Erachten als "gut" zu gelten, da sie auch mehr Möglichkeiten haben.


    Ein Mensch sollte andere Menschen und Lebensweisen gegenüber tolerant sein, mit seinem Lebensstil nicht auf Kosten anderer Leben und andere Menschen nicht ausnutzen. Weiterhin sollte man jedem Menschen mit einer gewissen Höflichkeit und einem Gewissen Respekt begegnen. Das wäre ne pauschale Antwort von mir.


    In my time we didn't depend on hi-tech gadgets like you do, we didn't need a mechanical washing unit to wash our clothes, we just used a washing machine. [Philip J. Fry]

  • Jemand der gut ist, tut etwas zum Wohle anderer ohne zu planen dadurch an gleichgroße, oder größere Vorteile zu gelangen.


    Denke ich zumindest. Schwer zu sagen wer das ist. Insbesondere wenn man ein BWL-Mensch ist wie ich, glaubt man eigentlich nicht mehr an solche Sachen.


    Ein ideal neutraler Mensch dagegen ist ein Mensch der nicht richtet, ohne zu wissen.

  • Einfachste Frage der Welt: Ein hohes Bewusstsein.


    Das größte Geschenk, das man der Welt machen kann, ist, bewusster zu werden. Jeder Mensch lebt in seinem selbst gezimmerten Goldfisch-Glas, in der Erlebniswelt seiner spezifischen Bewusstseinsebene - um so höher diese Ebene ist um so besser ist es für dich und die Menschen um dich herum. Das Bewusstsein bestimmt das Sein. Dein Bewusstsein wird durch dein Leben, durch deine Mitmenschen, durch das was du machst, konsumierst, schaust, hörst und erlebst beeinflusst - danach erzeugt dein Bewusstsein deine Realität. Um so höher dein Bewusstsein ist um so mehr stärkt es deinen Geist und unterdrückt dein Ego. Um so höher dein Bewusstsein ist um so mehr erkennst du dass dein Geist dein ICH ist und nicht dein Ego. Je umfassender das wahrnehmende Bewusstsein eines Menschen ist, desto höher ist die Entwicklung seiner Seele. Dein hohe Bewusstsein hat somit gute Auswirkungen auf die Menschen die ein niedriges Bewusstsein haben und steigert sogar fremdes Bewusstsein.


    Wenn sie vorbeigeht dann scheint es wie ein Feuerwerk, vor einem Himmel ist es sie die ich bemerk.
    Ihrer Königlichkeit ist nur ein König wert. Wenn sie tanzt dann tanzt alles - ihre Hüften und Arme.
    Alles erhellt sich im Licht dieser Dame. Sie hat den Anmut und die Reinheit die die anderen nicht haben.
    Es gibt Grenzen die man trotz Millionen von Soldaten wegwischt.
    Aber unsere überwindet man nicht.
    Man kann so vieles ändern wenn man zu kämpfen bereit ist.
    Aber nicht diese Ungerechtigkeit.

  • Gizmo:
    Wenn du so willst, ist das aber unmöglich, denn niemand kann uneigenützig handeln (außer sein Handeln bringt seinen Tod, aber das ist so ne Grauzone). Somit gilt, ob bewusst oder eben unbewusst, jeder Mensch zieht aus jeder Handlung einen Profit. Wenn jemand leidet hilft man ihm, weil man es nicht sehen kann wenn jemand leidet, also aus Mitleid. Ergo, man verhindert nur eigenes Leid und vielleicht noch Zuneigung der anderen Person. Man ist sich dessen nicht bewusst, aber so dröselt sich das auf.
    Aber das ist dir ja scheinbar schon selbst aufgefallen.


    Sönke:
    Ich geh ja auch gerne von der Freud'schen Drei-Ich-Lehre aus, dementsprechend ist deine Begründung nachvollziehbar, auch wenn ich nicht weiß was für dich "die Seele" ist. Lediglich der Punkt, dass ein hohes Bewusstsein auf andere Menschen auswirken halte ich für vage. Es kommt auf die Art an. Außerdem ist fraglich ob das wirklich gut ist, aber hier haben wir eine Grundsatzdiskussion mit der Frage "Was ist Gut und was Schlecht?". Vielleicht sollten wir das erstmal klären, bevor wir hier den Menschen auseinandernehmen.

  • Zitat

    Original von Yarion32
    Gizmo:
    Wenn du so willst, ist das aber unmöglich, denn niemand kann uneigenützig handeln (außer sein Handeln bringt seinen Tod, aber das ist so ne Grauzone). Somit gilt, ob bewusst oder eben unbewusst, jeder Mensch zieht aus jeder Handlung einen Profit. Wenn jemand leidet hilft man ihm, weil man es nicht sehen kann wenn jemand leidet, also aus Mitleid. Ergo, man verhindert nur eigenes Leid und vielleicht noch Zuneigung der anderen Person. Man ist sich dessen nicht bewusst, aber so dröselt sich das auf.
    Aber das ist dir ja scheinbar schon selbst aufgefallen.


    Das ist schon klar, das es einem immer irgendwelche Vorteile einbringt, aber das ist ja nichts Schlimmes. Schlimm ist es wenn man jemanden für diese Vorteile ausnutzt unter dem Deckmantel etwas selbstlos Gutes für denjenigen tun zu wollen. Ich glaube es kommt dabei gar nicht darauf an, wer am Ende tatsächlich "besser da steht", sondern eher, was dabei im Kopf desjenigen vorgeht, der jemand anderem etwas Gutes tut.

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