Ein Geben und Nehmen?

  • Ich merke es immer wieder. Ich mache etwas für jemanden und habe das Gefühl, dass es nicht beachtet wird.


    Sei es nun eine Kleinigkeit, indem ich jemanden etwas aufhebe, oder aber einem Komolitonen Aufzeichnungen einer Vorlesung überreiche. Oft ist es so, als wenn es umsonst ist.


    Da stelle ich mir folgende Fragen. Kann man auf so etwas eine Gegenleistng erwarten? Damit meine ich nicht, ob ich dafür bezahlt werde, aber ein freundliches Lächeln, wo vorher keines war oder ein netter Gruß könnte man doch verlangen, oder?


    Ich habe mich für einen Komilitonen hingesetzt und ihm meine Aufzeichungen auf den PC niedergeschrieben und ihn bezüglich des Kurses auf den laufenden gehalten, habe aber eine lange Zeitlang kein Lebenszeichen gehört. Als wenn ich es umsonst geschrieben haben. Bin ich da zu kleinlich? Verlange ich zu viel von anderen? Kann ich davon ausgehen, dass das was ich mache auch andere machen sollten? Oder muss man bei sowas zurückhaltend sein?


    Generell soll jetzt nicht mein Problem auseinandergenommen werden, dies soll allgemein zur Diskussion dienen. Dennoch wäre ich sehr froh, wenn man auf meine Sachen eingeht.

  • Ich habe schon häufig erlebt, dass man mich einfach übergangen hat, indem man sich mir gegenüber wegen etwas erkenntlich gezeigt hat, eigentlich war das schon mein ganzes Leben so.


    Während ich wohl eher der Typ bin, der sich zu viel bedankt^^


    Ich würde hier auf das gesamte Umfeld schließen, also ersteinmal die Eltern.
    Irgendwie wird bei der Erzeihung nicht mehr darauf geachtet, auch zu lehren, dass eigentlich keine noch so kleine Kleinigkeit an Freundlichkeit keine Selbstverständlichkeit ist. Woher weiß ich nicht, aber werden ejne, die das noch gelernt haben schnell mal ausgenutzt, weil sie dann meistens auch sehr freundlich sind. Was uns direkt zu etwas anderem bringt:


    Der Freundeskreis besteht eigentlich nur aus demselben festen Band, in dem bestimmte Hierachien herrschen und dementsprechend auch nichts wahrgenommen wird.


    Die Medien haben auch schon (Wohl besonders früher) ein Bild des obercoolen angesagten Typs gezeichnet, der alles von den anderen bekommt und bestaunt wird, während er nichts macht.


    Dazu der Wettbewerbsdruck unserer heutigen Gesellschaft, wo jeder Feind und Rivale ist, das schenkt man sich nichts.


    Das war meine eben eingeworfene Meinung, daraus können sich Diskussionen entwickeln, also macht was draus :xugly:
    Nein Scherz, ich trage gerne meinen Teil dazu bei.


    KB Ende.

  • Diese "sich nicht bedanken" hängt von der jeweiligen Person ab. Ist es ein guter Freund, der im Fall der Fälle euch was abdrückt, wenn ihr etwas braucht?
    Oder ist es ein Bekannter, von dem ihr jedes halbe Jahr mal was hört?
    Den dazu fällt mir die Werbung mit dem Engel ein und dem Spruch: "Es ist nicht einfach, ein guter Mensch zu sein"


    Ich gebe meistens den leuten etwas, von denen ich weiß, dass ich auch etwas zurückbkeomme, egal in welcher Form, hauptsache der Gedanke ist ernsthaft da.
    Gibt es nichts von der anderen Seite, bekommt sie zukünftig nichts mehr von mir, wieso auch? Heutzutage ist ja kaum noch etwas umsonst. Traurig, aber wahr...

  • Ich denke es ist nicht zu viel erwartet, wenn man wenigstens ein kleines Danke, oder eine ähnliche Aufmerksamkeit erwartet. Alles als selbstverständlich zu erachten, ist der falsche Weg und man kann dabei böse auf die Nase fliegen. Ich persönlich gebe gern, viel, erwarte dann aber auch, dass da auch was zurückkommt. menschen, bei denen ich schnell merke, dass da ncihts kommt, die mich also praktisch einfach nur ausnutzen, dürfen von mir auch nichts mehr erwarten, wobei es sowas wie skripte und HAs von mir grundsätzlich nicht gibt, weil meine Skripte qualitativ mies sind und ich HAs und Übungen (ich weiß ich sollte es tun) nicht mache. verdammte faulheit.


    Wir leben in einer Welt, in der alles auf Leistung und Gegenleistung basiert. Schon bei Pavianen gibt es Sex gegen entlausung, also ist das kein rein menschliches Verhalten. Was allerdings Menschlich ist, ist, dass manche wirklich glauben, Nettigkeit und höflichkeit sei selbstverständlich. wie Sib schon sagte: ziemlich schade.
    Ich biete alten leuten in der Bahn gerne meinen platz an, aber ich scheiß sie auch ordentlich zusammen, wenn sie einfach zu mir kommen un mich unfreundlich mit "lass mich hinsitzen" anmotzen. Höflichkeit gerne, aber nicht bei leuten, die unhöflich sind :)

  • Da kann ich mich den vorherigen Meinungen nur anschließen.


    Es ist schade zu sehen, dass der Großteil der Menschen der "Ellenbogengesellschaft" zugehörig ist, ganz nach dem Motto "Ich nehme mir was ich brauche und gebe nichts von mir aus her." Bei Menschen denen ich geholfen habe, ist es wohl selbstverständlich, jedenfalls sollte es so sein, dass diese sich bedanken und sei es einfach nur ein "Danke", was normalerweise doch jedem über die Lippen gehen sollte.
    Immer häuftiger wird man auch blöd angeschnauzt, wenn man in der Bahn oder im Bus oder sonst wo nicht sofort aufspringt, sobald sich jemand älteres nähert, wie Mereko schon angemerkt hat, sehe ich es nicht ein für solche Leute aufzustehen.
    Oder auch wenn jemand einen anrempelt, kommt da kein oder nur noch selten ein "Entschuldigung", sondern nur allzu häufig ein "Pass doch mal besser auf, du Idiot!" O.o Sehr sehr traurig.


    Den einzigen Leuten denen man also wirklich noch gerne etwas gibt, auch ohne Gegenleistung, sind die eigenen guten Freunde. Wie könnte das auch anders sein in einer Welt, in der jede Art von Fehlern, jede Schwäche, knallhart ausgenutzt wird, ohne Rücksicht auf Verluste?


    "Es liegt an dir, niemand anderer zu sein als du selbst,
    in einer Welt, die ihr bestes tut,
    Tag und Nacht,
    dich zum Mittel aller Anderen machen,
    den härtesten Kampf zu kämpfen,
    welchen jegliches menschliche Wesen kämpfen kann
    und nie aufhören zu kämpfen."

  • [SIZE=7]Schicker Ava Miyu![/SIZE]



    Die Frage die ich mir allerdings gerade stelle, ist schon etwas seltsam. Ich stehe auch da und bin der Meinung alles sollte auf Gegenseitigkeit beruhen. Doch inwiefern nimmt man das wahr was andere tun? Oder ist es selbstverständlich.


    Ich mag darauf hinaus, dass es schlecht ist, dass man anstatt eine Entschuldigen, ne Beleidigung an Kopf geknallt bekommt, weil etwas geschehen ist. Oder dass die Jugend nicht für ältere aufsteht (Das ist aber noch ein anderes Thema, dazu später). Jedoch sind das, cogito, Situationen, welche eher selten sind, dafür aber einprägsam.


    Wie man sieht denken viele auch genauso. Deshalb nocheinmal die Frage. Kann es sein, dass wir selber auch die Taten anderer für selbstverständlich nehmen? Wann habt ihr euch mal bei euren Eltern bedankt, dass das Frühstück gemacht wurde? Oder bei euren Mitarbeiter während einer Gruppenarbeit, wenn dieser den Löwenanteil übernommen hat?


  • [SIZE=7]Danke! ^^[/SIZE]


    Hm die Frage was meine Eltern an Arbeit für mich übernehmen und wie selbstverständlich das ist, lässt sich in meinem relativ einfach beantworten. Beim Essen machen ist das relativ einfach, mein Essen mache ich mir selbst, was aber andere Gründe hat, wie auch immer. Hmh gut im sonstigen Haushalt kann ich mir vorstellen, dass man da vieles als selbstverständlich nimmt und das Ausmaß der Arbeit erst richtig wahrnimmt, wenn man eine eigene Wohnung hat oder halt nach und nach auch mal mit anpacken muss, was ich aber ehrlich gesagt auch nicht schlimm finde, im gegenteil, wenn man aus der eigenen Stufe hört wie sich manche darüber aufregen wenn sie mal mit anpacken müssen und sei es nur Wäsche waschen, was einen heutzutage ja nicht überfordern sollte. In diesem Sinne Selbstständigkeit ftw. ^^


    Bei Gruppenarbeiten wird häufig die Leistung des einzelnen am Ende übersehen, meistens sind die Leute einfach nur froh wenn sie den "Löwenanteil" an jemanden abschieben konnten.


    "Es liegt an dir, niemand anderer zu sein als du selbst,
    in einer Welt, die ihr bestes tut,
    Tag und Nacht,
    dich zum Mittel aller Anderen machen,
    den härtesten Kampf zu kämpfen,
    welchen jegliches menschliche Wesen kämpfen kann
    und nie aufhören zu kämpfen."

  • Gut, in einer Familie ist es etwas anders. Den da bekommt man das eigentlich beigebracht, jeder hat seien Aufgaben im Haushalt, sodass es zur Selbstverstädnlichkeit wird. Klar, hier und da ein Danke kommt zwar schon, aber das ist dann nicht mehr so von belangen im gegensatz auf der Arbeit oder in der freizeit, indem man es nur mit Bekannten oder Kollegen zu tun hat^^

  • Warum ist es bei "Fremden" wichtiger als bei der Familie sich zu bedanken? De konnte ich nicht so ganz folgen. Generell würde ich mal behaupten, dass man die eigene Familie doch lieber hat (ja, manchmal denkt man es zwar nicht, aber wenn man ganz genau darüber nachdenkt..) als irgendwelche Kollegen oder Semi-Freunde.
    Ich finde nicht, dass ein Danke nur ein einschleimmittel sein sollte. Nein, dahinter sollte etwas ehrlich gemeintes stecken. Und wenn man sich bedankt, dass die Mama das Frühstück macht. Irgendwie muss man es doc zeigen, dass man weiß woran man ist.


    Was andere Leute betrifft... ja, manchmal wünsche ich mir einfach jemanden der auch nur ansatzweise meine Gedankenwelt teilt, jedoch findet man sowas nicht in einer egoistischen Welt, in der die meisten nur an sich selbst denken. Naja... ändern kann man das ehe nicht, aber man kann versuchen nicht genauso zu verrohen wie die anderen...


    @Miyu: Sicher ist es nicht schlimm, selber arbeiten zu müssen, aber da siehst du doch vor eigenen Augen, wie undankbar manche sind...

  • Ich erzähle Euch jetzt eine kleine Geschichte:


    Es war einmal eine Frau, die jeden Tag mit dem ÖV zur Arbeit musste. Auf dem Heimweg kam es öfters vor, das sie böse angeschaut wird, wenn sie nicht sofort einen Platz frei macht. Auch ein Danke hörte diese Frau selten, wenn sie einem Passanten die Zugtüre noch aufdrückt.
    Auch auf der Arbeit hält die Frau die Türen auf, hält den Lift an, wenn noch jemand mit will, hilft den Leuten beim aufräumen und sagt immer brav Danke, wenn Jemand das gleiche für sie macht.


    Jetzt fragt Ihr Euch, warum das sie das macht? Will sie sich bei den Leuten einschmeicheln? Oder lässt sie sich nur ausnutzten?


    Die Antwort ist ganz einfach: Diese Frau hat seid sie ein kleines Mädchen war nichts anderes gelernt. Das man den Leuten hilf, ohne zu aufdringlich zu sein. Das man automatisch Danke sagt oder wenigstens jemanden zum Dank zunickt.

  • Das muss aber eine strenge Erzeihung gewesen sein, den selbst ich wurde zwar so erzogen, kann aber auch mal pampig werden und die nette "Höfliche Hilfe" verwehren, wenn es städnig die gleichen Leute sind, die undankbar sind.


    @ Vys
    Das mit Eltern ist bei etwas anders. Bei uns läuft das immer nach dem motto "Bitte. - Danke." ab, es schon zum Alltag geworden, sodass ich es eigentlich gar nicht mehr richtig wahrnehme^^

  • Natürlich kann ich auch mal Nein sagen. Aber, das gebe ich zu, nur schwer. Irgendwie tut mir es immer Leid, einer Person nicht zu helfen.


    Das hat aber nichts mit meiner Erziehung zu tun (puh, mein Vater kann manchmal ein eiskaltes A***loch sein und meine Mutter hat mir immer gesagt, ich soll mich nicht immer für alle aufopfern), sondern mit meiner Kindheit.
    Da dies aber eine andere Geschichte ist, gehe ich nicht weiter darauf ein.

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