Eure Wurzeln

  • Anlässlich von LTGs Leistungsdruck-Thread kam ich auf die Idee, mal über unsere Wurzeln und unsere Herkunft nachzudenken. Ich meine damit nicht die Herkunft unseres Volkes, sondern unsere ganz eigenen persönlichen Wurzeln. Ich finde es unglaublich intressant zu erfahren, wo die eigene Familie herkommt, in welchen Verhältnissen die Eltern und Großeltern aufgewachsen sind und was sie als Kinder erlebt haben. Ich denke ein paar könnten hier einen ganzen Roman erzählen, die einige andere wiederum sogar spannend finden könnten. Nur schon, wenn ich an meine eigene Geschichte, die meiner Familie, denke, weiß ich, dass ich mindestens vier DIN A4 Seiten damit voll bekommen würde :D


    Aber gut, irgendwie muss man wohl einen Anfang machen.
    Ich fange jetzt einfach mal mit meinen ursprünglichsten Wurzeln an und werde evtl die Geschichte dann noch weiter erzählen udn vertiefen.


    Es war einmal vor langer, langer Zeit, tatsächlich anfang des 18. Jahrhunderts, ein junger, starker Bauer. Er wohnte in Bad Mergentheim in der nähe von Würzburg. Es ist nciht ganz sicher, wer damals die Gastarbeiter rief. Entweder war es der Österreichische Kaiser, der Deutsche nach Rumänien in die Karpaten schickte um dort Pioniersarbeit zu leisten und die Ostgrenzen seines Reiches zu erschließen, oder es war die russische Zarin Katharina, mit dem selben Hintergedanken. Jedenfalls nahm dieser Bauersmann seine Sachen und reißte mit Kind und Kegel gen Osten. Er selber schaffte es nur bis ins damalige Yugoslawien, sein Sohn allerdings schaffte es bis nach Rumänien. Die Deutschen Migranten wurden damals bis heute als Siebenbürger Sachsen bezeichnet und hatten dort ein gutes Leben. Ihre von der Herrschaft garantierten Rechte gingen so weit, dass die Rumänen abends die Stadtmauern verlassen mussten und erst nach Tagesanbruch wieder kommen durften. In diesen Verhältnissen lebte meine Familie bis ins 20. Jahrhundert als Bauern in Rumänien, hauptsächlich Kronstadt/Brasov. die Generation meiner Großeltern und die meiner Eltern waren diejenigen, die dann nach und nach nach Deutschland zurück kamen.


    So weit erst mal meine Geschichte. Der Rest kommt bei gegebenem Intresse :)

  • Zitat

    Original von Mereko
    Es war einmal vor langer, langer Zeit, tatsächlich anfang des 18. Jahrhunderts, ein junger, starker Bauer. Er wohnte in Bad Mergentheim in der nähe von Würzburg. Es ist nciht ganz sicher, wer damals die Gastarbeiter rief. Entweder war es der Österreichische Kaiser, der Deutsche nach Rumänien in die Karpaten schickte um dort Pioniersarbeit zu leisten und die Ostgrenzen seines Reiches zu erschließen, oder es war die russische Zarin Katharina, mit dem selben Hintergedanken. Jedenfalls nahm dieser Bauersmann seine Sachen und reißte mit Kind und Kegel gen Osten. Er selber schaffte es nur bis ins damalige Yugoslawien, sein Sohn allerdings schaffte es bis nach Rumänien. Die Deutschen Migranten wurden damals bis heute als Siebenbürger Sachsen bezeichnet und hatten dort ein gutes Leben. Ihre von der Herrschaft garantierten Rechte gingen so weit, dass die Rumänen abends die Stadtmauern verlassen mussten und erst nach Tagesanbruch wieder kommen durften. In diesen Verhältnissen lebte meine Familie bis ins 20. Jahrhundert als Bauern in Rumänien, hauptsächlich Kronstadt/Brasov. die Generation meiner Großeltern und die meiner Eltern waren diejenigen, die dann nach und nach nach Deutschland zurück kamen.


    So weit erst mal meine Geschichte. Der Rest kommt bei gegebenem Intresse :)


    Ich bitte um eine Ausführung der Situationslage und mehr spannende Abenteuer. :D


    Persönlich finde ich solch weit rückblickende Familiengeschichten faszinierend. Mein Wissen reicht nur bis zu meinen Großeltern und sehr, sehr bedingt zu ihren Eltern. Mich würde es zwar sehr interessieren, was zuvor alles war, aber niemand hat es mir erzählt oder je großartig bei Nachfrage ausgeführt. Vermutlich, weil es selbst keiner so genau weiß. Daher wären meine Geschichten nur bis zu den Großeltern beschränkt und der darüberhinaus gäbe es höchstens vage Vermutungen.

  • Großeltern auf der einen Seite waren Landwirte, auf der anderen Seite wars die Marine. Mehr kann ich eigentlich schon nicht sagen.
    Ich hatte Lokomotivführer und auch Müller als Vorfahren, aber was sagt das schon. Halte Ahnenkunde über die Großeltern hinaus auch nicht für zweckmäßig, weil es sich in jeder früheren Generation die Vorfahren verdoppeln und sich oft nur auf die Interessanten konzentriert wird, obwohl jeder einen gleichen Anteil an meiner Person hat. Im Endeffekt sind es Menschen, die ich nicht kenne und deren Leben nichts über das meine aussagen. Nur Fremde Namen auf Papier.

  • Wie viel Sinn tatsächlich in Ahnenforschung liegt, sei dahin gestellt. Es soll Leute geben, die dadurch erfahren haben, dass sie Adelige im Ahnenstamm haben, oder dass sie über >9000 Ecken mit Arnold Schwarzenegger verwandt sind. Mit persönlich liegt deshalb daran, dass meine Vorfahren aus Deutschland ausgewandert sind und dann wiedergekehrt sind. Klar bringt es mir persönlich nichts, zu wissen, wo der Bauer der nach osten zog herkam. Es bringt mir auch nichts zu wissen, dass ich gerade mal zur vierten Generation gehöre, die nicht Bauer sind. Es ist einfach pures Interesse, Wissensdurst. Ich finde es intressant :)
    Salev: Selbst wenn deine Geschichte nicht weit zurück reicht, hast du doch bestimmt intressante Geschichten von deinen Großeltern, oder? Wie erging es deinen Großeltern im Krieg? Lebt deine Famlilie schon seit Generationen, da, wo ihr jetzt lebt? Es gibt so viel zu erfahren, auch wenn es nur bis zu den Großeltern geht :)

  • Ich weiss nur das meine Urgrosseltern aus Österreich waren und in die Schweiz eingewandert sind. Was Sie vor Beruf waren weiss ich leider nicht. Aber das es für Sie nicht leicht war Ihre Heimat zu verlassen, haben Sie aufgeschrieben. Leider sind die Berichte verschollen :(

  • I speak English, so bear with me.


    My mother's side of the family comes from Germany. Mein Großvater moved over here in 1930, and meine Großmutter somewhere between 1935 and 1940. My father's side comes from the Netherlands and England. There is not much to say about it, but let's just say my mother can be very bitter towards me when I talk about 1930s Germany...

  • Mein Vater hatte mal so eine Phase mit Stammbaumrecherche, davon weiß ich noch einiges.


    Väterlicherseits kann ich meine Wurzeln bis ins 11. Jahrhundert zurückverfolgen, auf einen Gastwirt namens Hans Houvman. Der muss wohl Däne oder dänischstämmig gewesen sein, jedenfalls schien er nicht direkt aus Deutschland zu kommen. Seitdem aber war die Familie väterlicherseits immer in oder um Marl herum angesiedelt, meist im Bereich Schmiedehandwerk oder Gastwirtschaft tätig. Einige Ausnahmen gab es, zum Beispiel einen Landschaftsmaler, einen Juristen und eine Rebellin die in der Novemberrevolution zu Tode kam. Und ich bin um eine Ecke mit Uma Thurman verwandt. Ihr Vater ist so etwas wie ein Stiefcousin meiner Großmutter. Irgendwie sowas.


    Mütterlicherseits ist meine Herkunft weniger gut belegt. Mein Großvater kam im Zuge des zweiten Weltkriegs aus Schlesien herüber und arbeitete als Fahrlehrer, seinen Eltern gehörte eine große Landwirtschaft. Ein paar belegte Vorfahren gibt es, anscheinend schwedische Seeleute, auch wenn ich darüber nichts genaueres weiß. Müsste ich vielleicht mal nachschauen.


    Nebenher: Hätte ein Onkel von mir (der sein ganzes Vermögen meinem vater und seinen Geschwistern vermachte) sein Geld besser gemanagt wäre ich heute reich. Der Mann hatte die Wahl zwischen ein paar Grundstücken und einer Investition in eine junge Firma. Er entschied sich für ersteres, die Grundstücke wurden kaputtgebombt, die junge Firma war Coca Cola. Wie das Leben so spielt.

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