• Vermutlich verstehen die meisten nur Bahnhof wenn sie das lesen. Oder gehts nur mir so?


    Jedenfalls bin ich schon lange am Überlegen - jetzt mal nicht psychologisch erklärt - wie komplex das menschliche Wesen ist. Wobei es hier nicht um den Menschen allgemein geht, sondern natürlich auch Tiere und Natur. Auch wenn viele behaupten würden ein Blatt hätte keine Emotionen, aber wenn mans rauszupft verdürrt es. Das ist ja auch eine natürliche Reaktion darauf.


    Ich weiß nicht. Manchmal stell ich mir einfach die Frage was sind denn nun Gefühle? Die meisten denken da an eine Reaktion von unserem Körper, unserem Gehirn. Ich finde man sollte es sich mit dem Thema nicht zu einfach machen. Man kann Gefühle beherrschen, aber auch in ihrer Kontrolle stehen, aber ich würde nicht sagen, dass eine Reaktion von unserem Bewusstsein (mal abgesehen davon, dass auch das noch im Unklaren liegt) ist.


    Und ab wann sterben Gefühle ab?
    Können Gefühle überhaupt 'sterben'?
    Ist das nicht einfach eine Illusion, etwas was wir uns einreden?


    Damit meine ich die gefühlskalten Menschen, die andere ohne Wimperzucken töten und dabei total krank im Hirn sind. Ist das nicht auch eine Form von Emotion? Wenn man schon so fertig ist, dass man sich von all dem steuern lässt. Mir bleiben da so viele Fragen offen und irgendwo erhoffe ich mir durch diesen Thread eine Antwort darauf.


    Gefühle sind so etwas komplexes, was man nicht mit Fingerspitzen berühren kann. Etwas total unmaterialistisches... doch können sie genau durch diese Fingerspitzen auch ausgelöst werden.


    Das ist echt kompliziert.


    Wie denkt ihr über dieses Thema Gefühle? ?(

  • Zitat

    Auch wenn viele behaupten würden ein Blatt hätte keine Emotionen, aber wenn mans rauszupft verdürrt es.


    Also wegen einer Emotion stirbt das Blatt nicht. Wenn ich dir einen Arm abschneide, stirbt der Arm auch nicht ab weil er traurig ist, sondern weil kein Blut mehr reinkommt.



    Gefühle sind die persönliche Wahrnehmung biologischer Signale des Körpers, die einem in irgendeiner Weise helfen oder allgemein nützlich sind. Angst schützt uns davor, uns in Gefahr zu bringen. Liebe bringt uns dazu, uns einen beständigen Partner zur Fortpflanzung zu halten.

  • Mhm... das hast du natürlich Recht. Schade, dass hier so wenig kommt. Na ja, erst mal abwarten und Tee trinken. :nick:


    Der Arm ist vielleicht nicht traurig, aber würdest du deinen Arm verlieren würdest du das auch mit Schmerz empfinden. Ein Baum hingegen würde ein fehlendes Blatt wohl nicht stören, jedoch reagiert auch ein 'totes' Lebewesen darauf. Das ist ja trotzdem eine Empfindung, auch wenn dahinter keine Psyche steckt wie bei uns Menschen.


    Nehmen wir mal das Beispiel Licht. Wären wir wochenlanger Dunkelheit ausgesetzt gehen wir irgendwann ein. Genauso wie eine Pflanze. Trotzdem haben Pflanzen keine Gefühle. Wie du so schön sagst ist das biologisch, aber wir brauchen genauso Licht zum Leben wie eine Pflanze und sind trotzdem nicht 'tot'. Ich beton das Wort 'tot' nur so, da für mich Bäume, Wiese und auch das Meer immer noch Lebewesen sind.


    In Zusammenhang mit Gefühle hat das vielleicht weniger was zu tun, aber wie du so schön sagtest sind das 'Signale' und diese Signale sendet natürlich auch Natur aus. Nehmen wir mal an ein See wird verschmutzt. Früher oder später geht er ein, vertrocknet oder verliert einfach seine... sagen wir mal... Lebensgeister (zudem sterben dadurch auch Lebewesen).


    Da ist auch wieder die Frage wie Tiere reagieren, denn manche behaupten ja Tiere hätten keine Emotionen, wobei ich dem widersprechen muss. Denn Tiere haben ganz eindeutig Emotionen, auch wenn sie immer noch als 'Möbel' gelten.


    Bei mir ist mal das Geschwisterchen und die Freundin eines Kaninchens gestorben. Beide Kaninchen haben gleich reagiert. Sie sind nicht an Altersschwäche gestorben (wie einige annehmen würden), sondern an die Trauer und Verlust des anderen. Tiere können also sehr wohl Trauer empfinden, die sogar tödlich sein kann (fast schon wie eine Depression, die zu Suizid führt).


    Mich faszinieren Gefühle einfach. Auch wie sie mit Gedanken zusammenhänge, denn wir empfinden und denken zugleich und unser Hirn ist ein komplexes System. Ich weiß nicht... für mich ist das ein schwieriges Thema, wo man nicht weiß wie man herangehen soll. Man kanns natürlich auch kurz erklären so wie du, doch ich möchte ja darüber diskutieren und philosophieren. :nick:


    Gefühle sind etwas was sich auch erst im Laufe der Zeit entwickelt hat. Wie du sagst früher galt Liebe nur der Fortpflanzung. Mittlerweile haben wir einen Partner, den wir auch unser ganzes Leben lang an unserer Seite wollen oder zumindest eine lange Zeit. Doch allein Liebe ist ein Begriff, den man nicht in wenigen Worten schildern kann. Dieses Thema kann man wirklich unendlich ausweiten wenn man will. Ich für meinen Teil versuche eher herauszufinden was denn nun genau Gefühle sind (und zwar nicht biologisch erklärt - trotzdem danke für die Antwort).


    Ich will wissen wie andere Menschen auf das Wort Gefühle reagieren und empfinden. Und auch wie wichtig Menschen Gefühle sind, da wir ja ein Teil von ihnen sind und sie von wir.


    Damit schließe ich erst mal ab. [SIZE=7]Der Beitrag ist länger als gewollt geworden. ^^[/SIZE]

  • Im Grunde genommen vermengst du Biologie, mit Psychologie, Neurologie und Esoterik und wirfst das eine in den Topf des anderen. Das kann natürlich zu Diskussionen anregen, doch gleichzeitig ist vieles auch einfach faktisch falsch. Da keiner von uns Biologe, Neurologe und Psychologe gleichzeitig ist kann keiner deine Sachen zu 100% ausdifferenzieren und daher halten sich die Leute wohl zurück, auch wenn sie wissen, dass vieles nicht stimmt. So geht es mir zumindest. Hinzu kommt dann auch noch, dass du dich schnell bei sowas angegriffen fühlst.


    Schmerz wenn einem einer einen Arm abschneidet und Schmerz wenn man vom Partner verlassen wird ist nicht das gleiche. Physischer Schmerz und lebenserhaltende Maßnahmen (wie massiver Blutverlust) sind wieder was anderes. Das alles vermengst du.


    Zu deinem Licht Argument. Frag mal die Gefangenen in Guantanamo Bay, ob sie Licht haben, und trotzdem leben sie. Natürlich sind Bäume und "Wiese" Lebewesen, wenn du "das Meer" jedoch damit gleichsetzt ist das Nonsenz. Das Meer als Tiere und Pflanzen im Meer sind bewiesen Lebewesen. Während Wasser das nicht ist. Pflanzen haben einen anderen Stoffwechsel und nehmen durch Photosynthese Energie aus dem Licht aus. Wir nicht, wir Atmen, Essen und Drinken. Das Pflanzen Lebewesen und lebendig sind und nicht tot (ohne "") ist auch erwiesen. Es gibt sogar Diskussionen ob sie Schmerzen empfinden.


    Wer ist denn "Manche", es ist doch erwiesen und eigentlich für jeden Idioten sichtbar, dass Tiere Emotionen haben. Das sieht man ja schon an der Bindung des Hundes zum Menschen. Ich kenne keinen, der das behauptet. Das Tiere an Trauer sterben ist daher nichts angewöhnliches.


    Wie du argumentierst, das erinnert mich sehr stark an die ganzen Diskussionen Atheisten gegen Religion. Dann kommen die Pfarrer fast immer mit dem Argument (Gott ist wie die Liebe) der Liebe. Sie ist da und man kann sie nicht erkären. Dann kontert der Atheist (meistens Mitglied der GBS), dass man das kann und zwar sehr einfach. Es sind Hormone die ausgeschüttet werden und dadurch entsteht Liebe (zum Zwecke der Fortplfanzung). In dem Moment nutzt der Pfarrer die Antwort um den Atheisten als "gefühlskalten Roboter" darzustellen. Er sagt ob der Atheist zu seiner Frau Abends auch statt "Ich liebe dich", "Zwecks Fortpflanzung werden Hormone ausgeschüttet durch die ich mich zu dir hingezogen fühle" sagt. Doch nur weil man nicht blind die Liebe sagt heißt es doch nicht, dass man es nicht genauso schön findet. Man weiß halt wie es entsteht, doch das ändert doch nichts an der persönlichen Empfindung und macht das Gefühl doch nicht weniger schön.


    Da ich kein Neurologe bin kann ich nur meien Laienantwort zu Gefühlen geben. Diese wurde jedoch schon perfekt gegeben:


    Zitat

    Original von Areßeus
    Gefühle sind die persönliche Wahrnehmung biologischer Signale des Körpers, die einem in irgendeiner Weise helfen oder allgemein nützlich sind. Angst schützt uns davor, uns in Gefahr zu bringen. Liebe bringt uns dazu, uns einen beständigen Partner zur Fortpflanzung zu halten.


    Das sagt ja schon alles. Wir reden uns das natürlich nicht ein, das ist alles nachmessbar.Ein Gefühl stirbt ab wenn die Hormone und Signale nicht mehr da sind. Einzelne Gefühle sterben dauernd ab bestimmt 1000 am Tag. Die Fähigkeit zu Fühlen kann man bestimmt verlieren. Gefühlskalte Menschen (ob Mörder oder nicht) haben durch Genetik, Misshandlung etc. "Schäden" die dann zu biologischen Schäden übergehen und dann dafür sorgen, dass man Gefühlskalt ist. Wie da die Misshandlung über Psysche in die Biologie übergeht kann ich nicht erklären, das ist aber das einzig interessante hier.


    Hormonausschüttungen sowohl elektrische Pulse kann man beide messen und sind somit materialistisch. Nur weil du sie nicht greifen kannst heißt es nicht, dass sie nicht unmaterialistisch sind.


    In my time we didn't depend on hi-tech gadgets like you do, we didn't need a mechanical washing unit to wash our clothes, we just used a washing machine. [Philip J. Fry]

  • Und manch Religiöser/Spiritueller würde sagen, diese biologischen Vorgänge bestünden nur zum Zweck dieser Emotionen. Hormone ließen uns nicht, quasi als evolutionärer Zufall, Liebe empfinden, sondern wirken nur dem Ziel entgegen, Liebe zu ermöglichen - weil es so von einer höheren Macht vorbestimmt ist.


    Die Idee ist zwar unwahrscheinlich, mir aber sehr viel sympathischer, da vollkommener Atheismus sich nach eigener Logik relativiert und es somit und jedem Fall unnötig ist an nichts zu glauben. Entweder es gibt eine höhere Macht / einen höheren Sinn, oder es hat keinen Sinn darüber zu reden.


    Es ist, für mich, angenehmer zu hoffen, dass die Dinge einen Grund haben, so zu sein wie sie sind, und nicht nur Zufall oder das logisches Ergebnis von etwas Vorangehendem sind.

  • Auch wenn das schon ins Off-Topic geht will ich darauf was erwiedern.


    Zitat

    Original von Areßeus
    Und manch Religiöser/Spiritueller würde sagen, diese biologischen Vorgänge bestünden nur zum Zweck dieser Emotionen. Hormone ließen uns nicht, quasi als evolutionärer Zufall, Liebe empfinden, sondern wirken nur dem Ziel entgegen, Liebe zu ermöglichen - weil es so von einer höheren Macht vorbestimmt ist.


    Naja das kann man auch behaupten. Als Atheist und würde ich dein eigenes Argument von eben aufgreifen und sagen der Zweck ist die Fortpflanzung. Jede Lebensform ist auf Arterhaltung sprich überleben und Fortpflanzung programmiert. Das hat sich evolutionär su durchgesetzt. Die Menschen sind in der Lage das ganze zu reflektieren und da all diese Vorgänge "technisch" und "kalt" erklärt werden, tendieren die Menschen das ganze mit einer anderen Erklärung zu verschmücken. Das ist meine Meinung.


    Zitat

    Original von Areßeus
    Die Idee ist zwar unwahrscheinlich, mir aber sehr viel sympathischer, da vollkommener Atheismus sich nach eigener Logik relativiert und es somit und jedem Fall unnötig ist an nichts zu glauben. Entweder es gibt eine höhere Macht / einen höheren Sinn, oder es hat keinen Sinn darüber zu reden.


    Würden wir in einer Welt leben, die schon immer zu 100% atheistisch war und in der diese Sichtweise bewiesen ist wär das auch so. Als Atheist hat die Diskussion über Glaube jedoch sehr wohl Sinn und es ist auch sehr nötig darüber zu reden. Zur Diskussion mit den Gläubigen. Zur Auferarbeitung unserer Geschichte. Zur Kritik der religiösen Institutionen. Und vor allem ist unsere Sicht ja auch nicht bewiesen und wenn der Atheist Recht hat ist ja gleichzeitig unmöglich es zu beweisen. Daher sollte man sich philosophisch damit außeinenadersetzen, da es empirisch die Nichtexistenz nicht beweisbar ist. Wenn keiner Atheist wäre hätte keiner den Drang darüber zu reden, aber so ist das ein Interesantes Thema für die Philosophie, Gesellschaft etc.


    Zitat

    Original von Areßeus
    Es ist, für mich, angenehmer zu hoffen, dass die Dinge einen Grund haben, so zu sein wie sie sind, und nicht nur Zufall oder das logisches Ergebnis von etwas Vorangehendem sind.


    Jeder kann da glauben und hoffen was er will und das spreche jetzt ich als sich angesprochen fühlender Atheist dir auch nicht ab. Für mich selbst ist das auch ein sehr angenehmer und tröstlicher Gedanke genauso wie der Himmel und weitere religiöse Konstrulte. Jedoch ist daran zu glauben nur weil es schöner ist für mich persönlich Selbsttäuschung und daher kann und will ich das nicht.


    In my time we didn't depend on hi-tech gadgets like you do, we didn't need a mechanical washing unit to wash our clothes, we just used a washing machine. [Philip J. Fry]

  • Ich mag Gefühle. Besonders Liebe. Weil Liebe sich schön anfühlt.



    Und weiter mit OT ;(


    Ich bin jetzt auch erst vor kurzem auf den Trichter gekommen, der Meinung zu sein, das es nur logisch ist, an etwas Übernatürliches zu glauben. Die Rechnung ist eigentlich schlüssig.


    Atheismus = nichts Übernatürliches, kein Leben nach dem Tod, kein höheres Lebenssinn = kein Karma, kein göttliches Urteil = Egal was wir tun - es ist alles egal. Wenn wir tot sind endet unsere Existenz und unser Denken. Was wir auch getan, gedacht oder an Dingen angehäuft haben, wo wir recht hatten, was wir gelernt haben - ist völlig irrelevant, denn es endet in der Nichtexistenz.


    Demnach ist es auch völlig egal, ob wir an Götter oder sonst irgendetwas glauben - unsere Gedanken und Hoffnungen verschwinden mit dem Tod und wir erfahren nie, dass wir recht hatten. Atheismus heißt also auch, entweder du erfährst nie, dass du recht hast (und alles was dich zu diesem Glauben gebracht hast war sinnlos), oder du liegst falsch. Das sind die Optionen.


    Der Gläubige hat zumindest die winzige Aussicht darauf recht gehabt zu haben und kann leichtfüßiger und sinnerfüllter (welchen höheren Lebenssinn er sich auch immer auswählt) durchs Leben gehen.


    Aus Vernunft muss ich daher glauben, dass es etwas Höheres gibt - auch wenn ich diese optimistische Weltsicht noch nicht verinnerlicht habe und aktuell unterm Strich Agnostiker bin.

  • Zitat

    Original von Areßeus
    Der Gläubige hat zumindest die winzige Aussicht darauf recht gehabt zu haben und kann leichtfüßiger und sinnerfüllter (welchen höheren Lebenssinn er sich auch immer auswählt) durchs Leben gehen.


    Naja, das kommt dann immer noch darauf an, woran man glaubt. Wenn ich erwarte, sozial bessergestellt wiedergeboren zu werden oder für alle Ewigkeit im Paradies mit den Engeln zu tanzen, dann mag das zutreffen.
    Pack ich dann aber das Fegefeuer hinzu oder die Option auf Widergeburt mit nicht so guter Ausgangslage, dann seh ich da von Entspanntheit eigentlich nix.


    In dem Fall wäre ein atheistisches Denken befreiter, weil ich mir um mein Karma oder das Fortbestehen meiner Seele nach meinem Ableben keine Sorgen machen muss.


    Kann man also so und so sehen.



    Zum Thema: Ich versuch eigentlich immer, sämtliche (Natur-)Ereignisse ganz rational und wissenschaftlich zu betrachten. Gefühle sind nur Signale und Hormone in unseren Nerven- und Gehirnzellen, damit kann ich mich abfinden.


    In der Realität find ich Empfindungen wie Liebe und Mitgefühl aber viel zu toll, als mir die von irgendwelchen wissenschaftlichen Erkenntnissen kaputtreden zu lassen.

  • Da alle es machen, aus Alibigründen was zum Thema : Ich FÜHLE mich gut wenn ich ein Erfolgserlebnis habe.


    OT:


    Zitat

    Original von Areßeus
    Atheismus heißt also auch, entweder du erfährst nie, dass du recht hast (und alles was dich zu diesem Glauben gebracht hast war sinnlos), oder du liegst falsch. Das sind die Optionen.


    Der Gläubige hat zumindest die winzige Aussicht darauf recht gehabt zu haben und kann leichtfüßiger und sinnerfüllter (welchen höheren Lebenssinn er sich auch immer auswählt) durchs Leben gehen.


    Da lässt du einen sehr wichtigen Punkt weg. Sowohl Atheisten auch als Gläubige Menschen müssen "Recht Haben" doch nicht nur auf eine spirituelle Figur reduzieren, die einem sagt du hast so gelebt wie ich es dir befohlen habe und kommst in den Himmel oder du kommst ins Fegefeuer.
    Wenn man unbedingt jemanden braucht der einem von oben herab sagt man soll auf eine bestimmte Art Leben, da man sonst bestraft wird, kann man auch auf andere Art haben, Sekten oder autoritäre Staaten.


    Gleichzeitig hat man (nicht nur) als Atheist meiner Meinung nach 2 viel attraktivere Alternativen:


    -Ich werde Nihilist. Alles was passiert ist sowieso egal. Meiner Existenz wird enden und danach kommt konsequenzlos das Nichts und daher kann mir alles egal sein. Ich lebe nach dem Credo des Anarchismus gepaart mit Hedonismus und richte mein ganzes Leben danach so viel Spaß, Glück und Lust wie möglich zu empfinden, egal was es auch kostet.


    -Ich gebe meinem Leben selbst einen Sinn. Nur weil mir niemand von oben vorschreibt, was Gut und Rechtens sowie der Sinn des Lebens ist, heißt es doch nicht, dass ich ohne das Gute, das Rechte sowie einen Sinn Leben muss. Als vernunftbegabtes Wesen bin ich in der Lage meiner Existens Selbst einen Sinn zu geben und in meinem Weltbild zu definieren was Gut und was Rechtens ist.


    Ich selbst habe mich für das zweite Entschieden. Ich will ein glückliches und erfülltes Leben führen. Das heißt für mich selbst innerhalb meines kurzen Lebens eben Spaß, Lust und Glück erfahren sowie so viel Kenntnis und Wissen wie möglich zu erlangen.
    Gleichzeitig will ich nach dem Leben was für mich Humanismus bedeutet. Ich will, das jeder Mensch die Chance hat ein glückliches und erfülltes Leben zu leben ohne Leid ertragen zu müssen. Dazu brauch die Welt meiner Meinung nach sehr viel mehr Gerechtigkeit und müsste auf Lange Sicht keine Kriege mehr kennen. Gleichzeitig sollte die Menschheit nicht mehr auf Kosten der Umwelt leben.
    Dies mache ich (auch aber) nicht nur, weil ich nicht will, dass meine Kinder und Enkelkinder auf einem kaputten, verpesteten Planeten in einer Gesellschaft leben die autoritär und dikatorisch ist und in der die Wenigen auf Kosten der Vielen leben.
    Das alles sind Sachen, die mir wichtig sind, obwohl ich weiß, das die Menschheit, der Erde und wahrscheinlich auch das ganze Universum in sich zusammen fallen. Es sind Werte die ich mir selbst gegeben habe ohne eine Instanz die mir sagt ich muss so leben sonst bin ich ein schlechter Mensch und ich werde bestraft.


    Natürlich ist für einen jungen Menschen wie mich der Tod keine schöne Sache und keine perspektive auf einen Himmel, Wiedergeburt etc. sind sehr tröstlich. Doch ich will mein Leben so leben, dass ich am Ende glücklich und erfüllt in das Nichts abtreten kann, denn das wird meiner Meinung nach so oder so passieren.


    Wenn Religion und Spiritualität Halt verleihen ist das was Gutes und da freue ich mich für jeden Menschen wenn er dadurch Halt findet. Wenn er durch die guten Aspekte und Vorschriften der Religionen dann noch für die Gesellschaft Gutes tut freut mich das umso mehr.
    Doch in der heutigen Gesellschaft ist der Glaube was, das meiner Meinung nach privat sein sollte (natürlich kann man Glaube auch mit meheren Ausüben wie Fussball in Vereinen ja auch trotzdem privat ist). Im Religions-Thread habe ich schon geschrieben was die religiösen Institutionen alles negatives Bewirken, daher sollte Religion (bis auf den Privatglauben) zurückgedrängt werden, denn dies wird meines Erachtens nach zu einer besseren Gesellschaft führen.


    EDIT:


    Wenn du politisch links bist und vegan lebst sind das beide keine Sachen die so von einer Religion oder Glaubensrichtung vereinnahmt werden. Das heißt du machst das aus deiner eigenen Weltsicht, wie ich auch aus meiner eigenen Weltansicht meine Weltanschauung und Lebensweise definiere. Der einzige Unterschied zwischen uns ist nur, dass du denkst, dass eine höhere Macht dich später nach deiner eigenen Weltsicht beurteilt.


    Ich respektiere ja jeden Glauben (und habe gelesen, dass du Agnostiker bist, da du trotzdem zweifelst obwohl du diese Position verteidigst), aber trotzdem will ich inhaltliche Kritik üben.
    Zu Glauben Gott richtet einen nach Maßstäben die man selbst weiß und erfassen kann ist für mich persönlich irrsinnig. Denn ist gibt keine offensichtlichen Maßstäbe die alle Zeiten überstanden haben und nach denen es fair ist, dass Gott einen danach beeurteilt.
    Daher denke ich ja entweder Gott beurteilt einen aufgrund der Maßstäbe die ich für richtig halte. Das ist ja schon fast Größenwahn zu behaupten Gott hält genau das für falsch bzw. richtig was ich auch für falsch und richtig erachte, also Gott hat genau die Ansichten wie ich auch und alle anderen liegen falsch, weil Gott wie ich denkt.
    Oder man geht den anderen Weg und glaubt was eine der Religionen sagen. Das heißt zum Beispiel man glaubt Gott hat vor über 2000 Jahre eine Frau befruchet und wurde gleichzeitig als sein eigener Sohn in Menschenform geboren um einen primitiven Hirtenvolk seine Maßstäbe zu nennen, die dann auf alle Ewigkeit gültig sein sollen. Mit anderen Religionen ist es genauso abwegig.


    [Caution]Yarion32 hat zum Glück das Thema wieder gefunden. Bitte bleibt beim Thema[/Caution]
    Wenn ihr über Religion, Glauben, Atheismus und den Sinn dahinter diskutieren wollt, tut das bitte im Religion-Thread. Und bitte tut das wirklich, ich finde eure Diskussion echt gut :)
    ~Mereko


    In my time we didn't depend on hi-tech gadgets like you do, we didn't need a mechanical washing unit to wash our clothes, we just used a washing machine. [Philip J. Fry]

    Einmal editiert, zuletzt von _Antiheld ()

  • Gefühle sind nervig, schön und ziemlich unpraktisch.
    Wie würde man leben wenn man keine Gefühle mehr hätte? Als Gefühlsloser ist man zu reinen Objektivität gezwungen, wie ein Computer. Doch wenn man sich wünscht keine Gefühle mehr zu haben, wird man sich ja niemals freuen, etc. können wenn man es ist.
    So viel zum philosophischen Ansatz, ist mir grad nur so durch den Kopf geschwirrt.


    Letzten Endes sind alle Gefühle irgendwie evolutionär bedingt. Manche Menschen haben eine andere Gefühlwelt,-dichte oder -weise und somit sind sie alle verschieden. Der Schmerz nach Verlusten ist für den Menschen ziemlich unschön, aber an sich ist es nur ein Hinweis des Körpers, dass was einen Lieb ist zu beschützen. So lässt Liebe und Freundschaft das Gemeinschaftsgefüge der Menschen und vieler Tierarten zusammenhalten. Aggression hingegen ist etwas, was ich nicht einschätzen kann.


    Komplett zusammenhaltslos reingeschmissen:
    Ich meinte gehört zu haben, dass der Panter das einzige Tier (ausgenommen Menschen) ist, dass zum Spaß andere Tiere tötet und dies nicht zur Nahrungsaufnahme tut. Inwieweit das mit Gefühlen zu tun hat, kann ich nicht sagen.

  • Gefühle können unterschiedlichster Art sein. Bei manchen bist du traurig und wütend so das dir Tränen kommen. Du kannst wiederum aber auch soo glücklich sein das dir auch Tränen kommen. Ich glaube Gefühle sind nicht bei jedem gleich. Vielleicht jetzt mal abgesehen von diesem typischen verliebt sein - Gefühl mit Schmetterlingen im Bauch und so. Was ich meine, Gefühle sind auch stark abhängig von deiner Umgebung und den Menschen mit denen du zusammen lebst. Deswegen sind sie auch schwer zu kontrollieren. Ich bin der Meinung, jeder Mensch reagiert anders auf Dinge und das hängt davon ab wo, wie und mit wem er aufgewachsen ist. Denn dadurch prägen sich auch all unserer unterschiedlichen Charakter aus.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!