Hip Hop Kultur

  • Die SuFu hat gar nix ergeben, da dachte ich mir, ich erstelle einfach mal einen Thread dazu. Es gibt zwar einen Thread von Tenza, aber in dem geht es nur um die Musik an sich. Ich will aber über die gesamte Kultur reden.


    Bevor ich aber anfange, will ich ein paar Begriffe erklären. Wenn ich einfach so drauf los schreibe, wird so gut wie niemand was damit anfangen können. Deswegen schreibe ich vorsichtshalber die Begriffe hin.


    Original – Mediale Erfindung
    Hopper – Hip Hopper
    MC – Rapper
    MCing - rappen
    B Boy, B Girl – Breakdancer
    B Boying, B Girling – Breakdance
    Writer – Graffiti Sprayer
    Writing – Graffiti sprayen


    Im Nachfolgenden werde ich nur noch die originalen Begriffe benutzen.


    Die Hip Hop Kultur ist an sich sehr vielschichtig. Die meisten verbinden aber meist nur den Hopper und den MC damit. Es gibt aber noch viel mehr. Wenn man sich die Liste oben ansieht, gibt es auch noch die Tänzer und diejenigen die die Graffitis anbringen. Den DJ hab ich nicht in die Liste aufgenommen, weil der Begriff komischerweise nicht verändert wurde. Als Hip Hop populärer wurde, haben die Medien viele Begriff einfach genommen und für die breiter Bevölkerung verändert, damit sich jeder was darunter vorstellen kann. Das wurde von den Medien einfach durchgezogen, ohne sich mit der Hip Hop Kultur vorher abzusprechen. Das hatte zur Folge, dass die ganzen Leute, die nix mit der Hip Hop Kultur zu tun hatten, fortan nur noch diese Begriffe kannten und wenn man mit den tatsächlichen Begriffen kam, wusste keiner was damit anzufangen. Innerhalb der Hip Hop Kultur werden natürlich immer noch die richtigen Begriffe benutzt. Das einzige, was sich auch in der Hip Hop Kultur etabliert hat, ist der Rapper und das rappen.


    Der Hopper ist eigentlich die zentrale Figur in der Hip Hop Kultur. Er beschäftig sich hauptsächlich mit dem, was die MCs, B Boys, B Girls und Writer machen. Aus ihm können dann einer oder mehrere der vier werden. Umgekehrt sind MCs, B Boys, B Girls und Writer immer Hopper. Nun will ich zu einem Punkt kommen, der mir sehr am Herzen liegt und gegen das ich die ganze Zeit ankämpfe. Leider bisher meist vergebens. Es geht darum, dass die meisten denken, Hopper wären aggressiv und müssten jeden anpöbeln, der sie nur anschaut. Das ist leider ein weit verbreiteter Irrglaube, der bei den Meisten nur schwer auszuräumen ist. Dieser Irrglaube wurde erzeugt durch „Fake Hopper“. Das ist ein Begriff, den ich erfunden habe. Damit meine ich diejenigen, die sich im Baggy Style anziehen, weil sies cool finden, aber ansonsten haben sie keine Ahnung von der Hip Hop Kultur. Sie hören vielleicht noch die Musik, aber das wars auch schon. Diese Fake Hopper könnte man auch als Mitläufer bezeichnen. Sie wollen einfach nur cool sein, wissen aber nix über die Materie, in der sie sich bewegen. Die meisten von ihnen sind es dann auch, die dann so aggressiv sind und rumpöbeln. Die Leute können die Fake Hopper nicht von den echten Hoppern unterscheiden, sodass es dann zu diesem Irrglauben kam. Ich will jetzt nicht sagen, dass nur die Fake Hopper aggressiv sind. Es gibt auch aggressive bei den Hoppern. Diese sind aber nur ein sehr kleiner Prozentsatz. Leider kann man das den Meisten nicht begreiflich machen. Ich habs schon so oft versucht. Bei ein paar hab ichs zum Glück geschafft, ihr denken zu verändern. Wenn ich aber so durch die Straße laufe und mir die Blicke so ansehen, merke ich erst richtig, wie tief das in den meisten Köpfen verankert ist. An sich störts mich nicht. Ich kann damit umgehen. Ich finds nur mist, dass sich eine falsche Tatsache so tief verankert hat.


    Ich hoffe, ich konnte bei einigen von euch ein bisschen was über die Hip Hop Kultur verändern und ihr seht das nun in einem anderen, nicht mehr ganz so schlechten Licht. Wenn ihr irgendwelche Fragen habt, bezüglich der Hip Hop Kultur, dann scheut euch nicht, sie zu stellen. Egal was es ist. Ich werde euch Rede und Antwort stehen und ich beiße nicht :D

    Ingus. Der am meisten vergewaltigte Nick ever


    (Ignus, Ignus Eisbär, Ignaz, Winnie Pooh, Ingo und Rollkeks) xD


    Rap Music is Life Music

  • Ich applaudiere es sehr, dass Du diesen Thread hier erstellt hast, Ingus. Finde ich eine feine Sache, denn ich bin ja im allgemeinen ein großer Fan davon, mehr über gewisse (Sub-)Kulturen, Lebensweisen, Kunstformen usw. zu erfahren. Und zwar von Leuten, die wirklich eine Verbindung dazu haben und nicht von den Medien oder Schlaumeier-Bekannten. :D
    Gerade die Hip Hop Kultur sieht sich ja häufig mit unschönen Vorurteilen konfrontiert. Das ist bedauerlich, denn auch mir ist bereits aufgefallen, dass die Leute ihre Meinung an haltlosen Oberflächlichkeiten festmachen. Sätze wie "Das ist so 'n Hopper, so 'n Gangsta-Kind, damit kann ich gar nix anfangen." oder "Der denkt ja auch, er wäre voll Ghetto mit seinen weiten Hosen." höre ich andauernd. Und gerade nach dem einen oder anderen Gespräch über Hip Hop mit Dir, Ingus, geht mir dieses Gerede mehr denn je auf den Keks. Früher habe ich zu diesem Thema eher geschwiegen, dachte mir, ja, rede doch, was Du willst, mir egal. Doch heute kann ich meine (manchmal doch ziemlich lockere) Klappe in diesem Punkt nicht mehr halten. Ist die Ignoranz und das Desinteresse mancher Leute nicht manchmal zum Heulen? ;(


    Ich selbst gebe zu, dass ich bisher wenig Berührung mit der Hip Hop Kultur hatte. Der eine oder andere Hip Hop-angehauchte Song befindet sich auf meinem mp3-Player (jedoch nicht in allzu beachtlicher Anzahl) und im Alter von ca. 13 Jahren habe ich mal einige B Girling (wie es ja richtig heißt) Kurse besucht. Das war cool, doch mit mehr kann ich bisher wohl leider nicht dienen. Das bedeutet aber nicht, dass mich das Thema nicht interessiert. Im Gegenteil. Ich bin bei so etwas ja - wie gesagt - immer sehr neugierig. =)
    Gerade eine Kultur wie die Hip Hop Kultur hält für den Laien ja häufig einige Überraschungen bereit, mit welchen man vielleicht so einfach nicht rechnen würde. Außerdem hast Du mir erzählt, Ingus, dass Dich Hip Hop und alles, was dazu gehört schon durch viele Zeiten begleitet hat. Das ist es vielleicht auch, was den sogenannten "Fake Hopper" wahrlich von jenen Hoppern unterscheidet, die mit ganzem Herzen dabei sind. Einfach die Liebe zu einer Sache und nicht das vermeintliche Trendbewusstsein.

  • Ich finde es wirklich sehr gut von dir, Ingus, dass du durch diesen Thread mit den Vorurteilen gegenüber "echtem" Hip-Hop aufklären willst. :) Das ist eine feine Geste und überhaupt bist du ja auch das direkte Beispiel, dass es im Rap-Bereich eben doch sehr liebenswerte Menschen gibt. :) Zum Glück bin ich schon lange darüber aufgeklärt, dass es unter dem mainstreamigen HipHop-Gangsta-Wahn auch viel vielschichtiges und tiefgründiges Untergrundzeugs gibt, aber persönlich habe ich leider keinen Bezug zu der Kultur. Das begint bei mir eigentlich erst bei experimentellerem Hip-Hop, Marke RJD2, DJ Shadow oder frühe Beastie Boys Sachen, was aber ja schon nicht mehr "klassisch" ist und geht dann weiter rüber zur Trip-Hop bei mir. ^^ Nichtsdestotrotz - gute Idee mit dem Thread, was ich auch so unterschreiben möchte. Mach weiter so o/ Ich finds auch toll, wie du dahinterstehst. Man sollte seine musikalischen Leidenschaften wahrlich immer ausleben x3~

  • Zitat

    Original von Ingus
    Ich hoffe, ich konnte bei einigen von euch ein bisschen was über die Hip Hop Kultur verändern und ihr seht das nun in einem anderen, nicht mehr ganz so schlechten Licht.


    Nein, ehrlich gesagt konntest du überhaupt nichts in meinem Denken verändern. Das liegt aber nicht daran, dass ich ein Schubladendenken über Hopper (da hätte ich beinahe "Hip Hopper" geschrieben, weil das der Begriff ist, den ich am meisten mitkriege...) vertreten würde, sondern dass mir bereits vor Jahren ein Licht aufgegangen ist. ;)


    Deinen Text könnte man 1:1 auf jede noch so kleine Subkultur in den Musikszenen übertragen, leider.
    Viele Leute denken durch ein paar Negativbeispiele, Hopper seien alle aggressive Pöbler, Metaller seien alle Satanisten, Emocore-Hörer seien alle Weicheier die sich ritzen, Gothics seien alle depressiv, Pop-Hörer seien alle gleich (weil Mainstream), etc. etc.
    Ich finde es nahezu schlimm, wie sich Leute zwanghaft in diese Klischees und Vorurteile eingliedern und nicht selbst reflektieren. Aber gut, hier soll es ja um Hip Hop gehen.


    Als mir mein Lichtchen aufgegangen ist, war das der Moment, als ich mal über den Tellerrand geschaut habe und zum ersten Mal einen Text zu einem richtigen Hip Hop Lied gesehen habe - und ich war begeistert. Ich bin allgemein Fan von sinnvollen Texten, daher kam mir früher Hip Hop immer etwas "dümmlich" vor, weil das meiste, was ich aktiv mitbekam, sämtliches Zeug war, in dem es nur um "den Block", "Schlampen" und ähnliches ging. (Soll jetzt natürlich keine Verallgemeinerung sein; aber ehrlich: sonderlich sinnvoll sind diese Texte meist einfach nicht.)
    Tja, wie gesagt bin ich dann über einen Forenbeitrag über schöne Lyrics gestoßen, die einfach toll waren, sodass ich meine Meinung bezüglich Hip Hop ändern musste.
    Die Musikrichtung an sich gefällt mir nicht, aber die Texte können wirklich toll sein.


    In dem Moment war mir dann auch klar, dass diejenigen, die ich als Hopper kennenlernte, zu 80% solche waren, die du als Fake Hopper bezeichnest. Aber ich möchte auch gar nicht erwähnen, wie viele Fake Metaller oder Fake Gothics mir im meinem Leben schon begegnet sind... Das sind meistens einfach die, die einfach "cool" sein wollen und sich damit zwanghaft in diese Schublade stecken.


    Netter Fakt am Rande: Die einzigen, die sich nie in eine Schublade schieben ließen, waren bisher die verpöhnten "Mainstreamer", die es wagen, Chartmusik zu hören und sich nicht in eine Schublade zu stecken. ;)


    Ich bin daher auch froh, dass ich mich keiner Subkultur (mehr) zugehörig fühle. Ich höre alles, was mir gefällt, damit lebe ich perfekt (und glücklich).



    Aber jetzt genug von mir, ich hätte nämlich sogar wirklich eine Frage zur Hip Hop Kultur, da ich meinen Horizont darüber gerne erweitern würde:
    Was genau macht die Hip Hop Kultur denn aus? Du sagst ja, dass die Medien den Begriff für ihre Zwecke verändert haben. Gibt es dann quasi eine Mentalität, die Hopper an den Tag legen, geht es nur um die Musik oder spielt die Kleidung wirklich eine Rolle?
    Und ganz interessant: Was ist die Bedeutung der Kleidung?
    Ich hoffe ich war jetzt nicht tölpelhaft mit meinen Formulierungen - ich hoffe ich bin dir nicht auf den Schlips getreten und die Fragen sind nicht allzu dämlich. ;)

  • Auch ich freue mich über den Thread.
    Der Großteil der von mir gehörten Musik ist (erst) seit acht Jahren Rapmusik und ich würde mich auch selbst als Hopper bezeichnen, allerdings trage ich nicht mehr unbedingt weite Hosen (auch wenn mir klar ist, dass das natürlich keine zwingende Voraussetzung für die Zugehörigkeit zu dieser Subkultur ist) und interessiere mich zwar auch für Graffiti und Breakdance im HipHop-Kontext, jedoch nur am Rande. Mein Hauptaugenmerk gilt der daraus entstehenden Musik. In den ersten Jahren, in denen ich Rap gehört habe, war mir dieser ganze Kulturbegriff und dessen Elemente noch nicht einmal bewusst. Ich bin erst durch die Musik und die Fachzeitschriften (hauptnamentlich die JUICE) als "Hopper" sozialisiert worden. Meiner Ansicht nach ist es nicht mal unbedingt notwenig, sich für alle Aspekte einer (Sub-)Kultur zu interessieren, um ihr zugehörig zu sein, sondern vielmehr, ihre Philosophie zu teilen, womit wir bei den "Fake-Hoppern" sind.


    Zitat


    Dieser Irrglaube wurde erzeugt durch „Fake Hopper“. Das ist ein Begriff, den ich erfunden habe. Damit meine ich diejenigen, die sich im Baggy Style anziehen, weil sies cool finden, aber ansonsten haben sie keine Ahnung von der Hip Hop Kultur. Sie hören vielleicht noch die Musik, aber das wars auch schon. Diese Fake Hopper könnte man auch als Mitläufer bezeichnen. Sie wollen einfach nur cool sein, wissen aber nix über die Materie, in der sie sich bewegen. Die meisten von ihnen sind es dann auch, die dann so aggressiv sind und rumpöbeln. Die Leute können die Fake Hopper nicht von den echten Hoppern unterscheiden, sodass es dann zu diesem Irrglauben kam.


    Ich finde es nicht einmal schlimm, dass sich solche Leute (wenn ich sie mir deiner Beschreibung nach entsprechend korrekt vorstelle) nur für eine Facette von Rapmusik (nämlich dem Gangsta- oder Straßenrap) interessieren, man kann ja niemanden dazu zwingen, sich für experimentellen oder (sog.) Consciousness-Rap zu begeistern.
    Womit du meiner Meinung nach aber recht hast, ist, dass sie HipHop und seine Philosophie nicht verstanden haben. Ein Rapper macht etwas neues, experimentelles und schon behaupten viele, dass das kein HipHop (oder Rap) mehr sei (Beispiel: Caspers "XOXO"), weil es ja nicht mit den üblichen Elementen arbeite. Die Idee hinter Rapmusik waren aber schon immer, sich Elemente aus anderen Musikstilen zu nehmen und im eigenen Kulturkontext neu zu verwerten (Sampling oder auch Remixe). Warum sollte man sich nicht an Indierock oder Dubstep orientieren dürfen, bloß weil man sich bisher an Jazz, Blues, Elektro etc. orientiert hat?
    ( Madoka: Das ist zum Beispiel etwas, das HipHop ausmacht)


    Dann muss ich aber auch wieder eine Lanze für Gangsta- und Straßenrap brechen (und denke auch, dass mir einige hier zustimmen können). Natürlich gehört diese Stilrichtung zu den kommerziell erfolgreichsten und am stärksten nach außen getragenen, allerdings sollte man auch hier über Klischees hinweg sehen.
    Ich begeistere mich auch für solche Musik (und das nicht mal wenig), natürlich unter der Betrachtung, dass das für mich das gleiche ist, wie einen Action- oder Gangsterfilm anzusehen. Ich nehme das als reine Unterhaltung wahr, vielleicht auch manchmal mit einem Schuss - wie man das so schön sagt - Sozialkritik.
    Ich bin auch erst durch Gangstarap mit Rap wirklich in Kontakt gekommen (zuerst Snoop Dogg, später dann Aggro Berlin), ich habe mir allerdings nie ein ernsthaftes Beispiel daran genommen. Es ist für mich wie gesagt nur ein Teilaspekt in einem großen Spektrum unterschiedlicher Musikstile.
    Ich will jetzt hier auch nicht die Diskussion zu sehr in Richtung der Musik drücken, aber dem gilt wie gesagt nun mal mein Hauptintersse an HipHop ^^


    Zitat


    In dem Moment war mir dann auch klar, dass diejenigen, die ich als Hopper kennenlernte, zu 80% solche waren, die du als Fake Hopper bezeichnest.


    Das mag vielleicht daran liegen, dass man viele Nicht-Fake-Hopper nicht immer als solche erkennt. Wenn ich Leuten erzähle, dass ich hauptsächlich Rap höre, sind die meisten auch erst einmal überrascht. ^^

  • Oh. Das Thema hat ja doch noch Anklang gefunden. Das Freut mich doch. :D


    Ihr könnt hier über alles diskutieren, was mit der Hip Hop Kultur zu tun hat, auch über die Musik, die ja auch einen großen Teil der Kultur einnimmt =)


    Zitat

    Aber jetzt genug von mir, ich hätte nämlich sogar wirklich eine Frage zur Hip Hop Kultur, da ich meinen Horizont darüber gerne erweitern würde:
    Was genau macht die Hip Hop Kultur denn aus? Du sagst ja, dass die Medien den Begriff für ihre Zwecke verändert haben. Gibt es dann quasi eine Mentalität, die Hopper an den Tag legen, geht es nur um die Musik oder spielt die Kleidung wirklich eine Rolle?
    Und ganz interessant: Was ist die Bedeutung der Kleidung?
    Ich hoffe ich war jetzt nicht tölpelhaft mit meinen Formulierungen - ich hoffe ich bin dir nicht auf den Schlips getreten und die Fragen sind nicht allzu dämlich. ;)


    Bevor ich hier auf die anderen Sachen eingeh, will ich erstmal auf die Frage antworten. Da das hier warhscheinlich länger wird, wirds wohl jetzt nur dabei bleiben.


    Als erstes. Ich hab ja gesagt, dass ihr Fragen stellen könnt und es gibt keine blöden Fragen. Ich fühle mich davon auch nich auf den Schlips getretten, also immer her mit den Fragen ^^


    Um das zu beantworten, will ich zu den Anfängen des Hip hop zurück. Es ist damals in der Bronx entstanden. Viele Afroamerikanische Jugendliche hatten keine Lust mehr auf die Unterdrückung und die Kriminalität und suchten sich einfach ein Ventil. Sie trafen sich und taten das was ihnen Spaß machte. Ein DJ sorgte für die richtigen Beats, der MC heizte der Menge ein und die B Boys und B Girls tanzten miteinander, oder gegeneinander. Die Kleidung hatte damals wie heute eine Bedeutung. Es ist jetzt aber nich so, dass es ein muss ist Byggy Klamotten zu tragen. Sie sind aber sehr bequem und es lässt sich gut darin tanzen. Leider hat der Baggy Style eine trauriger Berümtheit erlangt. Viele amerikanische Gangs tragen den Baggy Style und die Medien haben das deshalb so aufgebauscht, dass die Hip Hop Kultur auch viel mit den Gangs zu tun hat. Das dem nicht so ist muss ich jetzt hier nich sagen. Die Klamotten sind aber schon ein merkmal der Hip hop Kultur.



    Ok so lang ist es jetzt doch nich geworden. Dann will ich auch noch auf einige andere Sachen eingehen.


    Der Gangsta Rap ist natürlich Mainstream. Das will keiner bestreiten und die Texte sind auch meistens nur auf den Erfolg und Verkauf ausgelegt. Es gibt aber auch viele Mainstream Rapper, die durchaus auch sozialkritische und auch lustige Texte haben. Viele machen es auch so, dass sie sich auch über sich selbst lustig machen. Auch die Texte, in denen viel rumgeflucht wird steckt auch viel Ironie und auch Sarkasmus. Leider merken das viele nicht und kreiden nur die Texte an sich an, ohne zwischen den Zeilen zu lesen.


    Abgesehen davon ist auch viel im Underground Rap los. Dort gibt es aber auch viel mehr sozialkritische Texte. Diese Rapper sind ja nicht auf den Verkauf aus. Sie haben viel mehr zu sagen und das drücken sie auch in ihren Texten aus.


    Den Text und die Aussage haben wir. Nun kommen wir zu den Rap Techniken. Dort gibt es auch verschiedene Methoden. Kommen wir erstmal zum Freestyle. Entweder man macht es acapella, oder man bekommt einen Beat vor und muss dann auf diesen, ohne vorher einen Text geschrieben, oder gelernt zu haben, vorrappen. Das erfordert großes textliches, wie auch Raptechnisches können. Deswegen können auch nicht so viele freestylen. Rappen mit Text ist dann wieder was anderes. Da hat man eine Vorgabe und es geht einfacher von statten.


    Es gibt noch zwei verschiedene Rap Methoden. einmal das normale rappen und dann gibts da noch das Doubeltime Rap Trippletime Rap und Halftime Rap. Wie die Begriffe schon sagen, wird mit doppelter, dreifacher und halber Geschwindigkeit gerappt. Das erfordert vor allem Raptechnisches können. Ein sehr bekannter Double- und Trippletime Rapper ist Busta Ryhmes. Sein Tracks sind auch richtig cool.


    Im nachhinein ist mir noch eine Sache eingefallen. Ich bin einmal durch die Stadt gelaufen und mir kam ein kleiner Junge mit seinen Eltern entgegen. Er hat mich dann so angserfült angesehen, er wäre fast hinter seinen Eltern verschwunden. Ich wollte ihn noch ansprechen, um ihn zu sagen, dass er keine Angst vor mir haben muss, aber da ist er schon in der Menge verschwunden. Diese Begegnung hat mich dann dazu bewegt, wenigstens hier im Forum mit diesen Vorurteilen aufzuräumen ^^


    Das sollte erstmal reichen. Demnächst werde ich noch mehr dazu schreiben :D

    Ingus. Der am meisten vergewaltigte Nick ever


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  • Da ja Madoka danach gefragt hat, was HipHop nun ausmacht, möchte ich noch zwei entscheidende Punkte anbringen, die ich mir nochmal ins Gedächtnis gerufen habe:


    1. Der Wettbewerbsgedanke
    Wie Ingus ja schon beschrieben hat, ist HipHop als eine Art Ventil aus Armut, Unterdrückung und Kriminalität entstanden mit der Idee, die vielen Konflikte im Viertel friedlich verarbeiten zu können. Deshalb ist HipHop eine sehr wettbewerbslastige Kultur: beim Rapbattle geht es darum, den Gegner nur verbal und nicht physisch zu schädigen, und das meist in Kombination mit Humor und Können. Ebenso gibt es Breakdancewettbewerbe und Writer kämpfen um den besseren Stil, den besseren Spot oder das bessere Piece (das Grafitti an sich). Es geht darum, mit seinem Talent und Können aus der Masse herauszustechen.


    2. Jeder kann mitmachen
    Der Einstieg in eines der vier Elemente ist für jeden sehr leicht. Als Rapper braucht man kein gesangliches Talent und auch keine teure Ausbildung, man setzt lediglich seine (Sprech-)Stimme und sein Hirn ein. Auch gutes B Boying ist meist eher Ergebnis langer Übung und nicht einer entsprechenden Tanzausbildung. Gleiches gilt auch für Grafitti (braucht kein Wissen über Kunsttheorien und Geschichte) und DJing (im Prinzip braucht man nur Taktgefühl und kaum Kenntnis von Harmonien und melodischen Instrumenten).
    HipHop kommt aus den "niedrigeren" Schichten der Gesellschaft und ist deshalb prinzipiell für jeden offen und leicht zugänglich.

  • Danke Zweistock. Darauf wollte ich eigentlich auch noch eingehen, aber beim Schreiben ist mir das einfach entfallen xD Ja das stimmt. Das sind zwei der wichtigsten Aspekte beim Hip Hop. Was auch noch sehr wichtig ist, ist dass alles weitestgehend regelfrei abläuft. Natürlich sind Wettbewerbe reglementiert. Diese Regeln beziehen sich aber nur auf Sache wie die Größe der Crews. Zum Beispiel beim B Boying. Da erfindet man sich selbst Moves, um das Publikum zu beeindrucken. Es ist egal, wie man das anstellt, hauptsache ist, es sieht gut aus.


    Bei Battles geht es aber auch vor allem um den Spaß am Tanzen. Meistens treten zwei Tänzer auch einfach so gegeneinander an. Ich hab das auch schon öfter gemacht. Wenn ich das mit anderen Leuten aus der Scene gemacht habe, dann haben wir uns am Ende nen Handschlag gegeben und gut wars. Jeder ging danach seiner Wege. Mich haben aber auch schonmal Leute rausgefordert, die eigentlich nix damit zu tun haben. Anfangs hab ich mir nix dabei gedacht, als ich angenommen habe. Ich musste aber ferststellen das man das nich einfach so machen sollte, ohne vorher diejenigen Aufzuklären, was es zu beachten gibt. Ich hatte schon die komischten Begegnungen. Die meisten haben mir komische Blicke zugeworfen, bis ich ihnen dann erklärt habe, was es bedeutet, ein Battle zu machen. Naja, man lernt aus solchen Sachen :D

    Ingus. Der am meisten vergewaltigte Nick ever


    (Ignus, Ignus Eisbär, Ignaz, Winnie Pooh, Ingo und Rollkeks) xD


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